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EZB: Zinssenkung?

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ecb-interesseDie Eurozone leidet unter einer tiefgreifenden Krise bei den Versuchen, aus der Rezession herauszukommen, und hat seit März eine schlechte Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern festgestellt, nachdem ein optimistischer Jahresbeginn durch die Turbulenzen in Zypern und Italien gestört wurde.
Daten zeigen, dass das Vertrauen in die Wirtschaft der Eurozone im April weiter gesunken ist. Dies untermauert die Argumente für eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank in dieser Woche.

Die Stimmung in dem 17 Länder umfassenden Block sei um 1.5 Prozentpunkte auf 88.6 gesunken, teilte die Europäische Kommission am Montag mit. Damit sei der Rückgang auf 89.3 noch schlimmer als von den von Reuters befragten Ökonomen erwartet worden.

„Wir erreichen einen Tiefpunkt, und der Markt setzt darauf, dass die EZB die Zinsen senkt, um die Wirtschaft anzukurbeln“, sagte Steen Jakobsen, Chefvolkswirt der Saxo Bank. „Aber niedrigere Zinsen werden die Probleme der Eurozone nicht lösen. Wir brauchen Strukturreformen und die Wiederaufnahme von Unternehmensinvestitionen.“

Sogar in Deutschland, das sich während der Krise besser als die meisten anderen Länder geschlagen hatte, machte sich Pessimismus breit. Die Konjunkturstimmung dort verschlechterte sich um 2.3 Punkte. Auch in Frankreich und Italien sank die Stimmung. Damit erleben die drei größten Volkswirtschaften der Eurozone einen deutlichen Rückgang des Vertrauens, das für die Wiederbelebung der Wirtschaftsleistung in der Eurozone entscheidend ist.

Das Vertrauen in der Region von der Industrie zum Einzelhandel sank, und die Stimmung bei den Dienstleistungen sank um 4.1 Prozentpunkte.

Der von der Kommission ermittelte Konjunkturzyklus in der Eurozone sank um 0.18 Punkte auf -0.93 und lag damit unter dem von Ökonomen erwarteten Wert von -0.89.

Viele erwarten, dass die EZB die Zinssätze senkt, um die Kreditkosten zu senken und die Moral zu verbessern.

Einer Reuters-Umfrage aus der vergangenen Woche zufolge erwartet die Mehrheit der Ökonomen an diesem Donnerstag eine Senkung um 25 Basispunkte, wodurch der Hauptrefinanzierungssatz der Bank auf ein Rekordtief von 0.5 Prozent sinken würde.

Deutschlands wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und die Reformen in Südeuropa weckten Anfang des Jahres die Hoffnung, dass die Union die Rezession vor Ende 2013 überwinden könnte. Doch ein chaotische Rettungsaktion für Zypern und die ergebnislose Wahl in Italien im Februar, bei der bis Ende April keine Regierung gebildet wurde, belasten das Vertrauen.

Auch die schwache Wirtschaft und die Staatsfinanzen Frankreichs geben Anlass zur Sorge.

Mittlerweile stehen Haushaltskürzungen im Mittelpunkt der Strategie der Eurozone zur Überwindung der seit drei Jahren andauernden Staatsschuldenkrise. Allerdings werden sie auch für einen schädlichen Kreislauf verantwortlich gemacht, in dem die Regierungen ihre Ausgaben kürzen, Unternehmen Mitarbeiter entlassen, die Europäer weniger kaufen und junge Menschen kaum noch Hoffnung auf einen Arbeitsplatz haben.

Die lähmende Arbeitslosigkeit und der Ausbruch von Gewalt in Südeuropa zwingen jetzt zu einem Umdenken, aber es gibt Uneinigkeit darüber, wie weit die Ziele gemildert werden sollen.

„Wenn die EZB ihre Geldpolitik lockert und die Europäische Kommission eine langsamere Haushaltskonsolidierung durchführt, könnte die Wirtschaft der Eurozone im weiteren Jahresverlauf noch immer aus der Rezession herauskommen“, so Martin van Vliet, Ökonom bei ING.

„Doch die Fragilität des Vertrauens lässt darauf schließen, dass eine wirtschaftliche Erholung wahrscheinlich langsam verlaufen und größtenteils den Kernländern überlassen bleiben würde“, sagte er.

Spanien, die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, gab letzte Woche bekannt, dass seine Wirtschaft in diesem Jahr stärker schrumpfen werde als zunächst erwartet und dass sein Haushaltsdefizit höher ausfallen werde als angekündigt.

 

Anna van Densky

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