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China, Kambodscha

Ein Gericht in Hongkong hat den überschuldeten chinesischen Immobilienriesen Evergrande zur Liquidation verurteilt

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Mit Schulden von über 300 Milliarden Dollar (236 Milliarden Pfund) ist das Unternehmen zum Gesicht der Immobilienprobleme Chinas geworden.

Als Evergrande vor zwei Jahren die Zahlung seiner Schulden einstellte, erschütterte dies die weltweiten Finanzmärkte.

Richterin Linda Chan sagte: „Genug ist genug“, weil es dem in Schwierigkeiten geratenen Bauträger immer noch nicht gelang, eine Möglichkeit zur Umstrukturierung seiner Rechnungen zu finden.

Was Evergrande betrifft, sagte dessen Geschäftsführer Shawn Siu, der Schritt sei „bedauerlich“, das Geschäft werde jedoch auf dem chinesischen Festland weitergeführt.

In einer Erklärung sagte er außerdem, dass die Niederlassung des Unternehmens in Hongkong von seinem chinesischen Betrieb getrennt sei.

Es ist noch nicht klar, welche Auswirkungen die Entscheidung auf das Eigenheimbaugeschäft von Evergrande haben könnte, doch viele Menschen, die Häuser bei dem Unternehmen gekauft haben, warten aufgrund der Krise bereits auf ihr neues Zuhause.

Die Menschen in China nutzen soziale Medien wie Weibo, um ihrem Ärger über Unternehmen wie Evergrande Luft zu machen, und Peking versucht, die Ängste der Öffentlichkeit hinsichtlich des Immobilienmarktes zu zerstreuen.

Nach dem Urteil des Gerichts dürfte es auf Chinas Finanzmärkten zu weiteren Veränderungen kommen. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung versucht, einen Ausverkauf an den Aktienmärkten zu verhindern.

Etwa ein Viertel der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt stammt aus dem chinesischen Immobilienmarkt.

Nachdem die Nachricht am Montag bekannt wurde, fiel die Evergrande-Aktie in Hongkong um mehr als 20 %. Der Handel mit den Aktien wurde vorerst eingestellt.

Wenn ein Unternehmen liquidiert wird, werden ihm die Vermögenswerte entzogen und verkauft. Danach kann das Geld zur Begleichung von Rechnungen verwendet werden.

Vor der heutigen Entscheidung unterzeichneten der Oberste Gerichtshof Chinas und das Justizministerium Hongkongs ein Abkommen, das die gegenseitige Anerkennung und Vollstreckung zivil- und handelsrechtlicher Entscheidungen zwischen Festlandchina und Hongkong ermöglicht. Dieses Abkommen tritt heute in Kraft.

Die chinesische Regierung könnte sich jedoch dazu entschließen, dieses Verfahren nicht durchzuführen, und ein Insolvenzantrag bedeutet nicht zwangsläufig, dass Evergrande scheitern und den Betrieb einstellen muss.

Einer seiner Investoren, das in Hongkong ansässige Unternehmen Top Shine Global, brachte im Juni 2022 Klage ein. Sie sagten, Evergrande habe einen Deal zum Rückkauf von Aktien gebrochen.

Aber was ihnen zusteht, ist ein sehr kleiner Teil dessen, was Evergrande schuldet.

Den Großteil des Geldes schuldet Evergrande Kreditgebern auf dem chinesischen Festland, die kaum über rechtliche Möglichkeiten verfügen, ihr Geld zurückzubekommen.

Ausländische Anleihegläubiger hingegen können ihre Fälle vor Gerichten außerhalb des chinesischen Festlandes bringen. Einige haben Hongkong, wo Evergrande und andere Entwickler gelistet sind, als ihren bevorzugten Gerichtsstand gewählt.

Nach einem Liquidationsbeschluss sind die Geschäftsführer eines Unternehmens nicht mehr geschäftsführend.

Derek Lai, globaler Insolvenzleiter beim professionellen Dienstleistungsunternehmen Deloitte, sagt, dass das Gericht wahrscheinlich einen vorläufigen Insolvenzverwalter wählen wird. Bei dieser Person kann es sich um einen Regierungsangestellten oder einen Partner einer professionellen Firma handeln.

Nach Gesprächen mit den Gläubigern wird innerhalb weniger Monate ein formeller Insolvenzverwalter gewählt.

Während „Ein Land, zwei Systeme“ ein Slogan ist, befinden sich die meisten Vermögenswerte von Evergrande auf dem chinesischen Festland, wo es schwierige Probleme hinsichtlich der Machtverteilung gibt.

Die Gerichte Chinas und Hongkongs haben die Ernennung von Liquidatoren anerkannt. Herr Lai sagt jedoch, seines Wissens seien in drei Testgebieten auf dem chinesischen Festland nur zwei von sechs Anträgen angenommen worden.

Die Kommunistische Partei Chinas möchte auch Bauträger im Geschäft halten, damit Menschen, die Häuser vor Baubeginn gekauft haben, das bekommen, wofür sie bezahlt haben.

Mit anderen Worten: Peking könnte sich dafür entscheiden, den Gerichtsbeschluss aus Hongkong zu ignorieren.

Außerdem ist es unwahrscheinlich, dass ausländische Kreditnehmer ihr Geld vor den Gläubigern auf dem Festland erhalten.

Die Entscheidungen von Richter Chan senden ein starkes Signal aus, auch wenn sie in China keine Befolgung finden. Sie zeigen anderen Bauträgern und Gläubigern, was auf sie zukommen könnte.

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