Westbalkan
Westbalkan: NGOs legen Vorschläge zur Wiederbelebung der schwächelnden Grünen Agenda der EU vor
Eine Gruppe von 18 zivilgesellschaftlichen Organisationen hat Vorschläge (1) zur Überarbeitung der Grünen Agenda der EU für den Westbalkan eingereicht, im Vorfeld einer offiziellen Aktualisierung, die für Ende dieses Jahres geplant ist. Ziel ist es, den Fokus, die Transparenz und die Ergebnisse der Initiative zu verbessern und eine wirksamere Nutzung der EU-Gelder für den Umweltschutz sicherzustellen. Die im Oktober 2020 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufene Grüne Agenda für den Westbalkan (2) ist eine wichtige Initiative, um die Regierungen der Region zu ermutigen, EU-Gelder für Dekarbonisierung, Schadstoffreduzierung, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige ländliche Entwicklung und den Schutz der biologischen Vielfalt zu verwenden.
Die Leitung obliegt dem Regionalen Kooperationsrat (RCC)(3). Doch vier Jahre nach seiner Einführung und drei Jahre nach der Verabschiedung eines Aktionsplans 2021-2030 (4) durch die Staats- und Regierungschefs des Westbalkans im Oktober 2021 verhindern fehlende klare Struktur, fehlende Zeitpläne und fehlende zielgerichtete Berichterstattung immer noch eine wirksame Kontrolle durch die Zivilgesellschaft. Dies gibt Anlass zu Zweifeln an der Wirksamkeit und dem Mehrwert der Grünen Agenda, insbesondere da sich viele Punkte des Aktionsplans mit den bereits bestehenden Verpflichtungen der Länder aus dem Vertrag zur Gründung der Energiegemeinschaft (5) und dem Vertrag zur Gründung der Verkehrsgemeinschaft (6) überschneiden. „…die Verantwortlichkeiten für die Umsetzung sind unklar und sie kann nicht angemessen überwacht oder darüber berichtet werden. Im 7 veröffentlichten Umsetzungsbericht des RCC (2023) ist es sehr schwierig festzustellen, ob Maßnahmen abgeschlossen wurden oder nicht und wenn ja, ob dies aufgrund der Grünen Agenda geschah oder sowieso geschehen wäre“, schreiben die Gruppen. Die heutigen Vorschläge der NGOs fordern unter anderem eine Überarbeitung des freiwilligen Charakters der Grünen Agenda und fordern die Regierungen auf, sich öffentlich zu bestimmten Maßnahmen zu verpflichten.
Sie fordern das RCC außerdem auf, den Aktionsplan in zeitlich begrenzte Schritte aufzuteilen und dabei klar festzulegen, wer verantwortlich ist. Außerdem sollen grundlegende Informationen bereitgestellt werden, um die Fortschritte effektiv verfolgen zu können. Die Vorschläge umfassen detaillierte Vorschläge für Maßnahmen zur Förderung der Dekarbonisierung, der Schadstoffreduzierung und der Artenvielfalt. Dabei wird der Durchsetzung wichtiger EU-Umweltgesetze, dem gesetzlichen Schutz natürlicher Gebiete und anderen Aktivitäten mit hoher Umweltbelastung Vorrang eingeräumt, während schlecht definierte, nicht messbare oder bedeutungslose Aktivitäten eliminiert werden.
Pippa Gallop, Energiepolitikbeauftragte für Südosteuropa beim CEE Bankwatch Network, sagte: „Angesichts des sich beschleunigenden Klimachaos auf dem Westbalkan ist die Grüne Agenda unverzichtbar. Doch wir haben schon fast die Hälfte des Weges bis 2030 zurückgelegt, und die Umsetzung hat gerade erst begonnen. Es ist nun dringend an der Zeit, dass der neue EU-Erweiterungskommissar das Ruder übernimmt und sicherstellt, dass die EU-Gelder in der Region zum Wohle der Menschen und der Umwelt wirksam eingesetzt werden.“
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