Kasachstan
Usbekistan war Gastgeber des dritten Wirtschaftsforums der Europäischen Union und Zentralasiens.
Das dritte EU-Zentralasien-Wirtschaftsforum, das am 26. November in Taschkent stattfand, markierte einen wichtigen Meilenstein in der Vertiefung der Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und den fünf zentralasiatischen Staaten. Die Veranstaltung brachte hochrangige Regierungsvertreter, EU-Repräsentanten, Vertreter von Finanzinstitutionen und mehr als 400 Teilnehmer aus 32 Ländern zusammen und unterstrich die wachsende geopolitische Bedeutung der Region, ihr expandierendes wirtschaftliches Potenzial sowie die gemeinsamen Ziele in den Bereichen Konnektivität, nachhaltige Entwicklung und Energiewende.
Das Forum versammelte hochrangige Redner, darunter Usbekistans Vizepremierminister Jamshid Xodjayev, EU-Kommissar für internationale Partnerschaften Jozef Síkela, Kasachstans Vizepremierminister Galymzhan Koishybayev, Tadschikistans Erster Vizepremierminister Hokim Kholiqzoda, Kirgisistans Vizepremierminister Bakyt Torobayev und Turkmenistans Vizeminister für Finanzen und Wirtschaft Babanyaz Yalakov. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen Handel, Investitionen, kritische Rohstoffe, Digitalisierung, regionale Infrastruktur und Klimaresilienz.
Die Veranstaltung umfasste auch eine bilaterale Dokumentenaustauschzeremonie und einen Besuch im Zentrum für Islamische Zivilisation, was sowohl die kulturellen als auch die entwicklungspolitischen Dimensionen der Partnerschaft zwischen der EU und Zentralasien widerspiegelt.
- Stellvertretender Premierminister Jamshid Xodjayev
In seinen einleitenden Bemerkungen betonte der usbekische Vizepremierminister Jamshid Xodjayev, dass sich das Forum zu einer „breiten und praxisorientierten Plattform“ entwickelt habe, auf der gemeinsame Herausforderungen durch konkrete Lösungen angegangen würden.
"Da sich immer mehr Partner anschließen, immer mehr Sektoren einbezogen werden und immer mehr Projekte vorangetrieben werden, hat sich dieses Forum bereits als Plattform erwiesen, um die Zusammenarbeit zu vertiefen, dringende Herausforderungen anzugehen und echte Lösungen zu generieren.— Jamshid Xodjayev
Xodjayev betonte, dass Zentralasien keine passive Transitzone mehr sei, sondern „ein aufstrebender Motor für Innovation, Vernetzung und wirtschaftliche Dynamik“. Die junge, dynamische und zunehmend qualifizierte Bevölkerung der Region, gepaart mit einem erneuerten Bekenntnis zu Offenheit und Reformen, habe Zentralasien zu einer der vielversprechendsten Schwellenregionen der Welt gemacht.
Er hob mehrere transformative Trends hervor, die die Zusammenarbeit mit der EU prägen:
- Grüne und digitale Transformationen verändern Wirtschaftsmodelle
- Neue Verbindungskorridore, einschließlich der Transkaspischen Routen
- Zunehmende Investitionen in Nachhaltigkeit
- Umstellung von der Rohstoffgewinnung auf die lokale Verarbeitung kritischer Rohstoffe
- Zunehmende Rolle von Finanzinstitutionen wie der EBRD und der EIB
Die EBRD allein investierte im Jahr 2024 über 2 Milliarden Euro, fast die Hälfte davon in Projekte im Bereich erneuerbare Energien und CO2-arme Technologien, während die EIB fast 500 Millionen Euro für Initiativen in den Bereichen Verkehr, Wasser und Umweltresilienz in Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan vorbereitet.
EU-Perspektive
Kommissar Jozef Sikela Er hielt eine der am meisten erwarteten Reden des Tages. Mit pragmatischer Klarheit betonte er, dass die „wirtschaftlichen Argumente für eine Partnerschaft“ zwischen Europa und Zentralasien stärker denn je seien.
„Zentralasien verfügt über reiche Bodenschätze. Ihre Bevölkerung ist jung, qualifiziert, dynamisch und zunehmend unabhängig. Geografisch gesehen befinden Sie sich an der Schnittstelle zwischen Ost und West.“ – Jozef Síkela
Er bekräftigte die Rolle der EU als:
zweitgrößter Handelspartner Zentralasiens
- Größter Investor
- Hauptentwicklungspartner
- Der Handel zwischen den Regionen wuchs im vergangenen Jahr um fast 3 %, doch Síkela betonte, dies sei „nicht genug“ und forderte eine beschleunigte Zusammenarbeit.
- Erweiterte Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (EPCA)
Der EPCA-Rahmen entwickelt sich zum rechtlichen Rückgrat der wirtschaftlichen Integration zwischen der EU und Zentralasien.
- In Kasachstan hat die Umsetzung des EPCA bereits zu einem deutlichen Anstieg von Handel und Investitionen geführt.
- Usbekistan hat sein EPCA-Abkommen letzten Monat unterzeichnet.
- Der EPCA-Text Tadschikistans wurde im Juni paraphiert und wird voraussichtlich bald unterzeichnet.
- Kirgisistan hat das EPCA unterzeichnet und wartet auf die vollständige Ratifizierung.
Laut Síkela werden diese Abkommen neue Wege für Diversifizierung, Marktzugang, Reformen und nachhaltiges Wachstum eröffnen.
- 12 Milliarden Euro globales Gateway-Paket
Die Vorzeigeinitiative der EU, Global Gateway, stellt ein Investitionspaket in Höhe von 12 Milliarden Euro für vier strategische Bereiche bereit:
- Verkehrsanbindung (einschließlich der transkaspischen Infrastruktur)
- Kritische Rohstoffe
- Digitale Konnektivität
- Wasser-Energie-Klima-Nexus
Síkela betonte, dass es nicht nur um die Gewinnung von Ressourcen gehe, sondern darum, vor Ort Wert zu schaffen – durch die Unterstützung von Raffinerien, die Entwicklung der Lieferkette, die Ausbildung der Arbeitskräfte und die Einhaltung von ESG-Standards.
Er kündigte die Unterzeichnung von sechs neuen Abkommen an, die darauf abzielen, die Unternehmensführung, die Nachhaltigkeit und die Investitionssicherheit im Bereich der kritischen Rohstoffe zu verbessern.
Kasachstans Vision
Der stellvertretende Ministerpräsident Galymzhan Koishybayev, der Kasachstan vertrat, konzentrierte sich auf die seit einem Jahrzehnt bestehende strategische Partnerschaft des Landes mit der EU und das langfristige Potenzial für eine vertiefte Zusammenarbeit.
"Es ist ermutigend zu wissen, dass die EU für fast die Hälfte der kasachischen Investitionen und fast die Hälfte seines Außenhandels verantwortlich ist.“ Galymzhan Koishybayev
- Kasachstan als Investitionszentrum
- Koishybayev hob mehrere wichtige Wirtschaftsindikatoren hervor:
- Derzeit sind fast 5,000 europäische Unternehmen in Kasachstan tätig.
- Kasachstan strebt an, bis 2029 150 Milliarden US-Dollar an ausländischen Direktinvestitionen anzuziehen.
- Umfangreiche Strukturreformen sind im Gange
- Ein neuer nationaler Entwicklungsplan (bis 2029) priorisiert nachhaltiges Wachstum.
- Ein nationaler Infrastrukturplan wird umgesetzt
Er hob die strategische Bedeutung des kasachischen Logistiknetzwerks hervor, das den Zugang nach China, zur Eurasischen Wirtschaftsunion, in den Nahen Osten und nach Europa ermöglicht.
Mittlerer Korridor: EU–CA-Konnektivität
Die Transkaspische Internationale Transportroute (TITR) – der Mittlere Korridor – ist weiterhin ein zentrales Element der regionalen Strategie Kasachstans. Unterstützt von der EU-Initiative „Global Gateway“, verbindet sie Zentralasien über das Kaspische und das Schwarze Meer mit Europa.
- Große Infrastrukturprojekte mit Beteiligung der EU und internationaler Finanzinstitutionen sind bereits im Gange.
- Reformen, Digitalisierung und der KI-Cluster
Koishybayev skizzierte wichtige Reformen zur Verbesserung des Geschäftsklimas, darunter:
- Reduzierung der Berichtspflichten um 50 %
- 90% Digitalisierung der öffentlichen Dienstleistungen
- „Alles aus einer Hand“-Online-Plattformen für Unternehmen
- Starke Investitionsgarantien und Anreize durch Sonderwirtschaftszonen
- Die englische Rechtsordnung des Astana International Financial Centre
- Kasachstans Plan, innerhalb von drei Jahren ein vollständig digitales Land zu werden
Die Eröffnung von Alem-AI, Kasachstans neuem internationalen KI-Zentrum, markiert einen wichtigen Schritt hin zur Entwicklung eines modernen digitalen Ökosystems.
- Eine Region im Zentrum globaler Transformationen
Während des gesamten Forums wurde eine Botschaft deutlich: Die geopolitische und wirtschaftliche Landschaft der Welt verändert sich rasant, und Zentralasien entwickelt sich zu einem wichtigen Akteur.
Besprochene Schwerpunktthemen:
- Nachhaltige Energie: Regionale Wasserstoff- und erneuerbare Energieprojekte
- Klimaschutzmaßnahmen: Wassermanagement, Klimaresilienz und Ziele für eine grüne Entwicklung
- Kritische Mineralien: vom Abbau über die Raffination bis zur Herstellung
- Konnektivität: Diversifizierung der Handelswege und Infrastruktur
- Regionale Zusammenarbeit: Harmonisierung von Richtlinien und Verbesserung grenzüberschreitender Verfahren
Der erste EU-Zentralasien-Gipfel in Samarkand Anfang dieses Jahres verlieh der Entwicklung zusätzliche Dynamik und stellte eine langfristige strategische Vision vor, die durch umfangreiche europäische Investitionen untermauert wird.
Fazit:
Das Forum in Taschkent unterstrich, dass die Partnerschaft zwischen der EU und Zentralasien in eine neue und entscheidende Phase eingetreten ist. Was einst ein vorwiegend politischer Dialog war, entwickelt sich nun zu einem praxisorientierten, investitionsgetriebenen und zukunftsorientierten Kooperationsmodell mit folgenden Schwerpunkten:
- Konnektivität
- Grüner Übergang
- Digitale Transformation
- Nachhaltiges Wachstum
Wie Jamshid Xodjayev bemerkte: „Volkswirtschaften, die zusammenarbeiten, wachsen schneller; Regionen, die einander vertrauen, werden produktiver.„Das wachsende Engagement zwischen Europa und dem Zentrum
al Asia signalisiert ein gemeinsames Vertrauen, dass beide Regionen durch Kooperation, Innovation und institutionelle Reformen bedeutende wirtschaftliche Vorteile für ihre Bevölkerung erzielen können.
Die Ergebnisse der Veranstaltung in Taschkent werden voraussichtlich eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der nächsten Generation von Infrastruktur-, Klima- und Handelsinitiativen spielen – und festigen die Position der Region als wichtiger Partner für Europa und aufstrebendes Zentrum der globalen Entwicklung.
Quellen
Drittes EU-Zentralasien-Wirtschaftsforum – EurasiaFocus
Taschkent ist Gastgeber des EU-Zentralasien-Wirtschaftsforums | EUReflect | EUReflect
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