Usbekistan
„Global Gateway“: Die Bedeutung von Logistik- und Verkehrsinfrastrukturentwicklungsprojekten innerhalb der Europäischen Plattform
In den letzten Jahren hat die Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und der Europäischen Union ein neues Niveau erreicht. Insbesondere Transport und Logistik werden zu einem der wichtigsten und strategischsten Bereiche dieser Zusammenarbeit. schreibt DT Ibragimova.
Bis Ende 2024 belief sich das Güterverkehrsvolumen Usbekistans mit westlichen Ländern auf 2.8 Millionen Tonnen, von denen über 1 Million Tonnen über Häfen am Kaspischen Meer transportiert wurden.
Um diese Entwicklung zu unterstützen und die regionale Integration zu stärken, entwickelt Usbekistan derzeit auch sein Logistiksystem konsequent weiter. Im ganzen Land werden internationale Logistikzentren errichtet und neue Bahnverbindungen aufgebaut.
Insbesondere haben die praktischen Arbeiten am Eisenbahnprojekt China-Kirgisistan-Usbekistan begonnen. Experten zufolge wird diese Eisenbahn die kürzeste Verbindung von China nach Europa und in den Nahen Osten darstellen, da sie die Gesamtdistanz um etwa 900 Kilometer und die Lieferzeit für Frachten um 7 bis 8 Tage verkürzen wird.
Darüber hinaus ist die Verflachung des Kaspischen Meeres in den letzten Jahren zu einem ernsthaften Problem geworden. Dies schränkt die Navigationsfähigkeit voll beladener Schiffe ein, was zu höheren Transportkosten führt. Daher werden der Ausbau der Infrastruktur entlang bestehender Routen, die Erweiterung der Hafen- und Logistikkapazitäten sowie die Koordinierung von Investitionen immer wichtiger.
Die Europäische Union hat diesen Bereich im Rahmen ihrer Global-Gateway-Strategie als Priorität eingestuft. Seit 2001 hat die Asiatische Entwicklungsbank insgesamt vier Milliarden US-Dollar für die Modernisierung der Infrastruktur des Mittleren Korridors bereitgestellt. Im Januar 2024 kündigte die Europäische Kommission ein Investitionspaket in Höhe von zehn Milliarden Euro an, um den Ausbau dieser Route zu beschleunigen, die Frachtlieferzeiten auf 15 Tage zu verkürzen und Logistikprozesse zu digitalisieren.
Auf dem Gipfeltreffen in Samarkand im April 2025 stellte die Europäische Union ein erweitertes Investitionspaket in Höhe von 12 Milliarden Euro vor. Dieses Paket umfasst vier Schwerpunktbereiche und zielt darauf ab, die Verkehrsverbindungen zwischen Europa und Zentralasien zu stärken. Die Europäische Union und Usbekistan haben im Rahmen der Transkaspischen Verkehrsroute (Mittlerer Korridor) eine aktive Zusammenarbeit aufgebaut.
Nach Angaben der Weltbank, der Asiatischen Entwicklungsbank und der Europäischen Kommission wird das Frachtvolumen entlang des Mittleren Korridors bis 2030 voraussichtlich 10 bis 11 Millionen Tonnen pro Jahr erreichen. Aufgrund der veränderten geopolitischen Lage nach 2022 gewinnt diese Route als strategischer Korridor zunehmend an Bedeutung und ersetzt die Nördliche Transportroute. Dies stärkt nicht nur die regionale Wirtschaftskooperation, sondern schafft auch neue Transitmöglichkeiten für Usbekistan.
In den letzten Jahren wurden zahlreiche wichtige Infrastrukturprojekte zur Entwicklung des Mittleren Korridors umgesetzt. Die Häfen von Aktau und Kuryk in Kasachstan wurden erweitert, ihr Logistikpotenzial gesteigert und sie zu modernen multimodalen Verkehrsknotenpunkten umgebaut. Auch die Modernisierung des internationalen Seehafens Baku in Aserbaidschan schreitet zügig voran; bis Ende 2025 soll die Kapazität des Hafens 25 Millionen Tonnen erreichen.
Infrastrukturinvestitionen zur Steigerung des Transportpotenzials Usbekistans konzentrieren sich auf kurz-, mittel- und langfristige Projekte, darunter der Bau von Autobahnen entlang der Strecken Taschkent-Samarkand und Taschkent-Andijan, die Entwicklung multimodaler Logistikzentren und Lagerhäuser der Kategorie A im Fergana-Tal und in den Regionen Samarkand, Buchara, Navoi und Taschkent sowie die Erweiterung der bestehenden Eisenbahnkapazität.
Die im Rahmen von Global Gateway umgesetzten Projekte zielen nicht nur auf die Modernisierung des Verkehrssystems ab, sondern auch auf die Förderung des Wirtschaftswachstums, die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Umsetzung von Grundsätzen nachhaltiger Entwicklung. Bei Projekten der Europäischen Union stehen die Prinzipien der ökologischen Nachhaltigkeit, der Energieeffizienz und der digitalen Governance im Vordergrund. So werden beispielsweise bei Straßen im Bau und bei der Sanierung Standards für „grüne Infrastruktur“ umgesetzt, die eine Minimierung der Umweltauswirkungen während des Baus und den Einsatz energieeffizienter Materialien und Geräte vorschreiben.
Die Bedeutung dieser Zusammenarbeit liegt darin, dass sie nicht nur wirtschaftliche Vorteile bringt, sondern auch die politischen und humanitären Beziehungen stärkt. Die Global Gateway-Plattform erneuert die strategischen Beziehungen der Europäischen Union zu Zentralasien und fördert die Entwicklung eines nachhaltigen und offenen Infrastrukturmodells in der Region.
Usbekistan beteiligt sich an diesem Prozess als gleichberechtigter Partner Europas und stellt sein wirtschaftliches Potenzial und seine Transitkapazitäten voll unter Beweis.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Global Gateway-Initiative für Usbekistan eine neue Etappe nicht nur in der Entwicklung des Transportsektors, sondern auch in der globalen Wirtschaftsintegration und der nachhaltigen Entwicklung des Landes eröffnet.
Dank der gemeinsam mit der Europäischen Union umgesetzten Projekte wird die Logistik- und Transportinfrastruktur Usbekistans auf ein qualitativ neues Niveau gehoben und das Transitpotenzial sowie das internationale Ansehen des Landes weiter gesteigert. Dies stärkt die Grundlage für eine nachhaltige Zusammenarbeit in der Zukunft, nicht nur auf regionaler, sondern auch auf eurasischer Ebene.
Autor: DT Ibragimova, Leiterin des Zentrums für die Untersuchung von Problemen der Transport- und Logistikentwicklung beim Verkehrsministerium der Republik Usbekistan.
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