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Usbekistan

Gipfeltreffen in Samarkand: Usbekischer Präsident: „Historische Chance“ zur Vertiefung der strategischen Partnerschaft zwischen der EU und Zentralasien

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Während sich die alte Seidenstraßenstadt Samarkand auf die Ausrichtung des ersten Gipfeltreffens zwischen Zentralasien und der Europäischen Union vorbereitet, (im Bild) bezeichnete das Ereignis als „historische Chance“, durch eine stärkere strategische Zusammenarbeit mit der EU Wohlstand und Stabilität in die gesamte Region zu bringen.

In einer exklusiven Ansprache vor europäischem Publikum skizzierte Präsident Mirziyoyev Usbekistans kühne Vision einer regionalen Integration und einer langfristigen Zusammenarbeit mit Europa und betonte die Bedeutung von Vertrauen, Dialog und gemeinsamen Prioritäten.

„Die Zusammenarbeit mit der EU umfasst ein breites Spektrum an Bereichen – von Wirtschaft und Investitionen bis hin zu nachhaltiger Entwicklung, Sicherheit und digitaler Transformation – und basiert auf langfristigen strategischen Prioritäten“, bemerkte der Präsident.

Eine Region im Wandel am Scheideweg

Präsident Mirziyoyev betonte, dass Zentralasien, das einst als fragmentierter und unzureichend vernetzter Raum wahrgenommen wurde, einen tiefgreifenden Wandel durchgemacht habe.

„Zentralasien hat ein neues Image als Raum des konstruktiven Dialogs, des Vertrauens und der umfassenden Zusammenarbeit erlangt. Dies ist dank des gemeinsamen politischen Willens der Staats- und Regierungschefs unserer Länder möglich geworden“, sagte er. „Heute können wir zuversichtlich von der Unumkehrbarkeit dieses Prozesses sprechen.“

Dieser Wandel habe die Aufmerksamkeit der Weltmächte auf sich gezogen, und die EU sei mittlerweile ein wichtiger strategischer Partner.

„Die in der Region zu beobachtenden positiven Entwicklungen führen zu einem wachsenden Interesse an Zentralasien und machen die Region zu einem wichtigen Partner der Weltmächte und führenden Staaten an der geopolitisch wichtigen Kreuzung der Hauptrouten zwischen Ost und West, Nord und Süd.“

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Wirtschaftliche Beziehungen erreichen neue Höhen

Der Handel zwischen der EU und den zentralasiatischen Ländern hat sich in den vergangenen sieben Jahren vervierfacht und liegt nun bei 54 Milliarden Euro. Diese Zahl unterstreicht das wachsende Vertrauen der Investoren.

„Die Europäische Union baut ihre Handels- und Investitionsbeziehungen mit den zentralasiatischen Staaten kontinuierlich aus“, sagte Präsident Mirziyoyev. „Wir freuen uns über das wachsende Interesse europäischer Unternehmen an den Möglichkeiten des Handels- und Investitionsaustauschs mit Usbekistan und anderen Ländern der Region.“

Usbekistan selbst hat strategische Partnerschaften mit EU-Mitgliedsstaaten wie Italien, Ungarn, Frankreich und Deutschland aufgebaut.

Grüne Energie und regionale Vernetzung

Da Klimawandel und Nachhaltigkeit ganz oben auf der Tagesordnung stehen, wird der Gipfel voraussichtlich die gemeinsamen Bemühungen um den Übergang zu sauberer Energie in den Mittelpunkt rücken.

„Derzeit bauen Usbekistan und andere Länder der Region das Potenzial erneuerbarer Energien aktiv aus“, erklärte der Präsident. „Zusätzlich zu den bereits in Betrieb genommenen 14 neuen Solar- und Windkraftanlagen beabsichtigen wir, mehr als 50 solcher Projekte mit einer Gesamtleistung von 24,000 Megawatt umzusetzen.“

Er wies darauf hin, dass Usbekistan seinen Anteil an erneuerbaren Energien in den nächsten fünf Jahren auf 54 Prozent steigern wolle, wodurch die Treibhausgasemissionen um 16 Millionen Tonnen gesenkt und die Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen erfüllt würden.

Der Präsident schlug die Einrichtung einer Partnerschaft zwischen Zentralasien und der EU für saubere Energie um die Zusammenarbeit bei grünem Wasserstoff, Ammoniak und Emissionshandelsmechanismen zu erleichtern.

„Die Umsetzung von Projekten im Bereich grüne Energie und Klima wird zur Entwicklung des Marktes für Emissionszertifikate in der Region beitragen“, sagte er.

Gleichzeitig werden strategische Infrastrukturprojekte wie ein „Grüner Korridor“ durch das Kaspische und Schwarze Meer sollen die Energie- und Verkehrsverbindungen zwischen Zentralasien und Europa stärken.

Eine konstruktive Rolle in Afghanistan

Präsident Mirziyoyev ging auch auf die Afghanistan-Politik Usbekistans ein und betonte die Bedeutung regionalen Pragmatismus.

„Usbekistans Ansatz gegenüber Afghanistan war stets von Pragmatismus und langfristiger strategischer Orientierung geprägt. Wir haben uns unserem Nachbarn nie verschlossen oder ihm den Rücken gekehrt“, sagte er.

Er argumentierte, dass die derzeitigen afghanischen Behörden Fortschritte bei der Stabilisierung, Infrastruktur und Drogenbekämpfung gemacht hätten, und verwies auf einen von der UNO bestätigten Rückgang des Opiumanbaus um 95 % seit 2023.

„Es ist von entscheidender Bedeutung, Afghanistan in internationale globale Wirtschaftsprozesse einzubinden, unter anderem durch die Umsetzung von Infrastrukturprojekten auf seinem Territorium“, fügte er hinzu.

Blick in die Zukunft: Die Samarkand-Erklärung

Die bevorstehende Samarkand-Erklärung wird voraussichtlich der wichtigste Erfolg des Gipfels sein.

„Wir erwarten, dass der bevorstehende Gipfel einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Beziehungen zwischen Zentralasien und der Europäischen Union darstellt“, sagte Präsident Mirziyoyev. „Unsere Zusammenarbeit hat ein qualitativ neues Niveau erreicht.“

„Eines der wichtigsten Ergebnisse sollte die Unterzeichnung der Samarkand-Erklärung sein, die das gemeinsame Bestreben der Parteien zum Ausdruck bringt, eine strategische Partnerschaft aufzubauen.“

Über die Diplomatie hinaus hofft Usbekistan auf konkrete Ergebnisse: neue Investitionsmechanismen, Infrastrukturkooperation, Innovationsaustausch und einen vertieften politischen Dialog.

„Wir setzen auf die Entwicklung neuer Interaktionsmechanismen, die unsere Zusammenarbeit systematischer und auf langfristige Ziele ausgerichtet machen.“

Der Gipfel in Samarkand ist ein starkes Signal für das wachsende Engagement der EU in Zentralasien – und für die Bereitschaft der Region, diesem Engagement mit Vision, Ehrgeiz und Offenheit zu begegnen.

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