Brexit
Gipfeltreffen zwischen Großbritannien und der EU bringt wegweisende Einigung zur Neuausrichtung der Beziehungen nach dem Brexit hervor
Am Montag (19. Mai) trafen sich Großbritannien und die Europäische Union zu ihrem ersten formellen Gipfeltreffen seit dem Brexit. Das Ergebnis waren eine Reihe von Vereinbarungen zur Neuausrichtung ihrer Beziehungen. Den gemeinsamen Vorsitz des Gipfels in London führten der britische Premierminister Sir Keir Starmer, die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen und der Präsident des Europäischen Rates António Costa., schreibt Runfeng Huang.
Wichtige Vereinbarungen
- Verteidigungskooperation: Großbritannien sicherte sich Zugang zum 150 Milliarden Euro schweren Verteidigungsfonds der EU. Dies ermöglicht britischen Unternehmen die Teilnahme an EU-Verteidigungsaufträgen. Darüber hinaus erhält Großbritannien die Möglichkeit, an EU-geführten Militärmissionen teilzunehmen.
- Handelserleichterungen: Beide Seiten einigten sich darauf, die Grenzkontrollen für Lebensmittelein- und -ausfuhren zu reduzieren, um den Handel zu rationalisieren und die Kosten für Unternehmen zu senken.
- Fischerei: EU-Fischereifahrzeuge behalten bis 2038 Zugang zu britischen Gewässern. Damit wird die bisherige Regelung verlängert und Stabilität für die Fischereiindustrie geschaffen.
- Jugendmobilität: Derzeit werden Gespräche über ein Mobilitätsprogramm für Jugendliche geführt, das es Personen im Alter von 18 bis 30 Jahren ermöglichen könnte, für begrenzte Zeiträume im Vereinigten Königreich und in der EU zu leben, zu arbeiten und zu studieren.
- Digitales Reisen: Großbritannien und die EU planen die Umsetzung von Maßnahmen, die britischen Reisenden die Nutzung von E-Gates in EU-Ländern erleichtern und so den Grenzübertritt erleichtern sollen.
- Umwelt: Großbritannien und die EU haben vereinbart, ihre Emissionshandelssysteme anzugleichen, um zu verhindern, dass britische Unternehmen von der bevorstehenden CO2-Grenzsteuer der EU betroffen sind.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Die britische Regierung geht davon aus, dass die neuen Abkommen bis 9 weitere neun Milliarden Pfund zur britischen Wirtschaft beitragen könnten.
Politische Reaktionen
Premierminister Starmer bezeichnete die Abkommen als eine Win-Win-Situation und betonte, dass Großbritannien weder dem EU-Binnenmarkt noch der Zollunion wieder beitreten werde. Das Abkommen stieß jedoch auf Kritik von Oppositionsvertretern. Die konservative Parteivorsitzende Kemi Badenoch bezeichnete das Fischereiabkommen als „Ausverkauf“ und äußerte Bedenken hinsichtlich der Souveränität und der möglichen Wiedereinführung einer EU-Aufsicht.
EU-Ratspräsident António Costa zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen und betonte, der Gipfel sei ein wichtiger Schritt hin zu einer erneuerten Partnerschaft zwischen Großbritannien und der EU. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte die neuen Vereinbarungen: „In einer Zeit globaler Instabilität und angesichts der größten Bedrohung, die unser Kontinent seit Generationen erlebt, halten wir in Europa zusammen.“
Hintergrund
Seit dem Austritt Großbritanniens aus der EU im Jahr 2020 sind die Beziehungen zwischen beiden Seiten angespannt, und es gibt nur wenige formelle Kontakte. Premierminister Keir Starmer strebt einen „Neustart“ der Beziehungen zu Europa an und strebt eine engere Zusammenarbeit an, ohne der Union wieder beizutreten. Der Gipfel stellt den bedeutendsten Schritt zur Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU in den letzten Jahren dar und konzentriert sich auf praktische Vereinbarungen statt auf die Wiederaufnahme des Brexits.
Quellen: Der Europäische Rat, AP News, Reuters, BBC, Xinhua News Agency, Sky News
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