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Malta

In Malta werden Kulturerbe und Entwicklung durch Planung und Umnutzung in Einklang gebracht.

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Palazzo Santa Sofia: Eine neue, planungsgesteuerte Chance für Mdina

Mdina, Maltas alte „Stille Stadt“, blickt auf eine über 4,000-jährige Geschichte zurück. Einst das politische und kulturelle Herz der Insel, zeugen ihre engen, honigfarbenen Gassen und imposanten Baudenkmäler von phönizischen, römischen, arabischen und mittelalterlichen Einflüssen. Dank dieser reichen Geschichte und des vielfältigen kulturellen Erbes, das durch nationale Planungs- und Denkmalschutzbestimmungen sorgsam bewahrt wird, zieht die Stadt jährlich rund 1.5 Millionen Touristen an, die sie erkunden und genießen.

Dennoch ist das volle Potenzial der Stadt noch nicht ausgeschöpft. Angesichts der anhaltenden Debatten darüber, wie historische Städte wirtschaftlich und sozial überlebensfähig bleiben können, steht Mdina an einem Scheideweg. Um weiterhin als „antikes“ und nicht als „altes“ Städtchen wahrgenommen zu werden, muss Mdina mit modernen, geschmackvollen Entwicklungsprojekten Schritt halten.

Die Debatte ist nicht auf Mdina beschränkt, hat aber durch den Vorschlag der db Group für den Palazzo Santa Sofia, ein historisches Wahrzeichen von Mdina, an Bedeutung gewonnen. Der Antrag wurde vom Eigentümer des Palazzos, Francesco Apap Bologna, im Namen der db Group eingereicht und sieht die Ansiedlung zweier international bekannter Café-Ketten – Starbucks und EL&N – im Erdgeschoss des Gebäudes vor. Der Antrag, der auch die Restaurierung der Palazzo-Fassade umfasst, wartet derzeit auf eine Entscheidung der Planungsbehörde.

Denkmalschutzprojekte: Was die Planungspraxis gezeigt hat

Projekte zur Erhaltung des kulturellen Erbes bergen klare wirtschaftliche Vorteile. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze, stabile Einkommensquellen und eine gesteigerte Wirtschaftstätigkeit in der Region sind nur einige der Vorteile, die diese Projekte mit sich bringen können. Ein anschauliches Beispiel hierfür findet sich in Trident ParkDas Projekt, das auf dem Gelände der ehemaligen, historischen Farsons-Brauerei entstand, stieß aufgrund seiner Größe zunächst auf Skepsis und behördliche Bedenken. Heute gilt es als Vorbild für nachhaltige Stadtentwicklung, da es die BREEAM-Excellent-Zertifizierung erhalten und bei bedeutenden internationalen Baupreisen ausgezeichnet wurde. Das Projekt zeigt, wie die Umnutzung eines Gebäudes dessen historisches Erbe bewahren und gleichzeitig langfristigen wirtschaftlichen und ökologischen Mehrwert schaffen kann.

Auch in Valletta wurden während der Sanierung der Casa Rosselli-Massa, eines historischen Palazzos, der in ein Boutique Das von der AX Group entworfene Hotel Rosselli stieß zunächst auf Kritik an geplanten baulichen Eingriffen, darunter eine Metallplattform an der Fassade. Nach seiner Fertigstellung wurde das Projekt jedoch für seine architektonische Sensibilität, den Fünf-Sterne-Service und die gelungene Verbindung von moderner Gastfreundschaft mit einem historischen Stadtbild hoch gelobt. Heute gilt Rosselli als eines der herausragendsten Boutique-Hotels Maltas, hat zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten und Vallettas Ruf als erstklassiges Kulturreiseziel weiter gestärkt.

db Group: Ein Unternehmen mit tiefen Wurzeln in der maltesischen Entwicklungslandschaft

Hinter dem Mdina-Projekt steht ein maltesisches Familienunternehmen, das vom Unternehmer Silvio Debono gegründet wurde. Die db Group ist ein echtes Familienunternehmen: Silvios Söhne – Robert, David und Alan – und seine Tochter Victoria bekleiden heute wichtige Führungspositionen im gesamten Konzern, vom CEO über das Markenmanagement bis hin zur Rechtsabteilung.

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Die tiefe Verwurzelung der db Group verschafft dem Unternehmen einen klaren Vorteil bei lokalen Projekten wie dem in Mdina. Malta kommt um Entwicklung nicht herum, wenn es ein modernes und wohlhabendes Land bleiben will. Es ist jedoch weitaus wünschenswerter, dass die Entwicklung von maltesischen Familien, denen das langfristige Wohlergehen der Gemeinschaft am Herzen liegt, geleitet wird als von multinationalen Konzernen ohne Bezug zur Insel.

Bewährte Expertise im Umgang mit haltlosen Einwänden

Der Architekt Sergio De Gabriele von Doric Studio, einem in Malta für seine Arbeit an komplexen, denkmalgerechten Bauprojekten bekannten Architekturbüro, leitet das Projekt. De Gabriele verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit an historischen Stätten und Projekten von nationaler Bedeutung. Zu seinem Portfolio gehören die Restaurierung der historischen Windmühle von Naxxar und das preisgekrönte Gründach des Valetta Design Clusters. Beide Projekte belegen seine Expertise in der sensiblen Integration moderner Nutzung in historisch bedeutsame Umgebungen.

Der Vorschlag für den Palazzo Santa Sofia baut auf einem Ansatz auf, den Malta bereits erfolgreich umgesetzt hat. Von Vallettas Rosselli Hotel bis zum Trident Park in Mriehel zeigt die Erfahrung, dass Unsicherheit, Einwände und langwierige Verzögerungen das kulturelle Erbe nicht bewahren, sondern seine Wiederbelebung lediglich hinauszögern. Durchdachte und gut geregelte Stadtentwicklung hat sich wiederholt als geeignet erwiesen, Geschichte zu schützen und sie gleichzeitig relevant und lebendig zu erhalten. Mdina steht nun an einem ähnlichen Punkt und muss die Chance nutzen, seine zeitlosen historischen Schätze durch sorgfältige Planung, Restaurierung und Umnutzung wiederzubeleben.

Photo by Eva Daron on Unsplash

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