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Malta

Crediabank plant Übernahme von HSBC Malta im Rahmen eines grenzüberschreitenden europäischen Deals

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Die griechische Crediabank wurde als bevorzugter Bieter für HSBC Malta benannt und erhielt eine exklusive Verhandlungsphase, um die Übernahme abzuschließen. Sollte die Übernahme abgeschlossen werden, wäre dies ein weiterer Schritt zur grenzüberschreitenden Konsolidierung des Bankensektors in der Europäischen Union.

Die grenzüberschreitende Konsolidierung in Europa hält sich in Grenzen, da die meisten Banken weiterhin innerhalb der Landesgrenzen agieren. Der Markteintritt eines griechischen Instituts auf Malta ist daher bemerkenswert. Er folgt auf andere Transaktionen der jüngeren Vergangenheit, wie etwa die Übernahme der portugiesischen Novo Banco durch die französische BPCE Anfang des Jahres oder die behördliche Genehmigung der italienischen UniCredit zur Ausweitung ihrer Beteiligung an der deutschen Commerzbank. Zusammengenommen deuten diese Schritte auf einen allmählichen Wandel in einem Sektor hin, in dem die Integration historisch gesehen nur langsam vorankam.

HSBC Malta war lange Zeit eine der wichtigsten internationalen Banken des Landes. Ihr Ausstieg warf Fragen zu Maltas Verbindung zum globalen Finanzwesen auf. Der Einstieg der Crediabank soll die Kontinuität sichern. Die Transaktion wird auch ein Test für die aufsichtliche Koordination sein und erfordert die Zustimmung der Europäischen Zentralbank, der maltesischen Finanzaufsichtsbehörde (Malta Financial Services Authority, MSA) und der Bank von Griechenland. Die Aufsichtsbehörden werden prüfen, wie eine mittelgroße, schnell wachsende europäische Bank die Übernahme einer Tochtergesellschaft bewältigt, die früher einem globalen Konzern gehörte.

Die Crediabank selbst hat einen rasanten Wandel durchlaufen. Die ehemalige Attica Bank fusionierte 2023/24 mit der Pancreta Bank, führte eine Rekapitalisierung von 735 Millionen Euro durch und gab sich ihrer neuen Strategie entsprechend einen neuen Namen. Heute ist sie die fünftgrößte Bank Griechenlands, wird vom Staat mit einem Anteil von 36 Prozent unterstützt und befindet sich mehrheitlich im Besitz der Thrivest Holding Ltd. Sie ist an der Athener Börse notiert und hat bereits das griechische Geschäft der HSBC integriert.

Die Trendwende war durch verbesserte Finanzergebnisse gekennzeichnet. Die Einlagen stiegen bis 6.1 auf 2024 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis verdoppelte sich fast auf 142.3 Millionen Euro, und der Gewinn vor Rückstellungen erreichte 43.8 Millionen Euro. Die notleidenden Kredite sanken von über 2.9 Prozent zwei Jahre zuvor auf 65 Prozent. Moody's hob die Basisbewertung der Bank kürzlich auf B1 an und verwies dabei auf Verbesserungen der Vermögensqualität und der Kapitalstruktur.

Vorstandsvorsitzende Eleni Vrettou, eine der wenigen Frauen an der Spitze einer europäischen Bank, spielte bei dieser Erholung eine zentrale Rolle. Unter ihrer Führung hat die Crediabank ein „menschenzentriertes“ Modell eingeführt, das sich auf Governance, Digitalisierung und die Stärkung der Kundenbeziehungen konzentriert. Die Bank investierte zudem in die Mitarbeiterentwicklung und ernannte hochrangige Persönlichkeiten wie Konstantinos Herodotou, den ehemaligen Gouverneur der Zentralbank von Zypern, zum Vorstandsvorsitzenden.

Die Übernahme ist zudem ein Indiz für die allgemeine Erholung des griechischen Bankensektors seit der Finanzkrise. Griechische Banken sind wieder profitabel und zahlen erstmals seit über einem Jahrzehnt wieder Dividenden, unterstützt durch eine verbesserte Vermögensqualität und eine geringere staatliche Beteiligung. Die Schuldenlast des Landes ist seit 40 um über 2020 Prozentpunkte gesunken und wird 154 rund 2024 % des BIP erreichen. Für dieses Jahr wird ein Haushaltsüberschuss von 2.4 % des BIP erwartet – Faktoren, die dazu beigetragen haben, dass Moody's Griechenlands Bonitätsrating auf Baa3 heraufgestuft hat. Gleichzeitig wächst die Wirtschaft 2.3 weiterhin um 2025 % und übertrifft damit den Durchschnitt der Eurozone.

Beide Regierungen begrüßten das Abkommen. Der griechische Finanzminister Kyriakos Pierrakakis bezeichnete es als „Meilenstein für den griechischen Bankensektor“ und fügte hinzu, es zeige „die Stärke, Widerstandsfähigkeit und Weitsicht unseres Finanzsystems“. Er nannte es zudem „ein konkretes Beispiel für die Chancen, die die Europäische Bankenunion bietet“. Maltas Finanzminister Clyde Caruana erklärte, das Abkommen werde „den Wettbewerb im maltesischen Bankensektor stärken und seine Integration in den europäischen Markt festigen“. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der Regulierungsaufsicht, um „die Stabilität zu gewährleisten, das Vertrauen der Anleger zu stärken und langfristige wirtschaftliche Vorteile zu sichern“.

Sollte die Übernahme zustande kommen, wäre dies für Malta die Gewissheit, dass die internationale Bankkapazität auch nach dem Ausstieg von HSBC erhalten bleibt. Für Griechenland unterstreicht sie den Fortschritt einer Bank, die ihre finanzielle Lage wiederhergestellt hat. Und für die EU ist sie ein weiteres Beispiel dafür, wie der Rahmen der Bankenunion die grenzüberschreitende Integration zu erleichtern beginnt.

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