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Kasachstan und Belgien: Aufbau einer Partnerschaft für die Zukunft

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Von S.E. Roman Vassilenko, Botschafter der Republik Kasachstan im Königreich Belgien

Jedes Jahr am 21. Juli feiert Belgien seinen Nationalfeiertag – ein Ereignis, das an die Entstehung des modernen belgischen Staates erinnert und die beständigen Werte der Einheit, Demokratie und Offenheit widerspiegelt, die das Königreich seit fast zwei Jahrhunderten leiten.

Zu diesem besonderen Anlass möchten wir Seiner Majestät König Philippe, der belgischen Regierung und dem belgischen Volk unsere herzlichsten Glückwünsche aussprechen. Es ist auch eine Gelegenheit, über die bemerkenswerte Freundschaft zwischen Kasachstan und Belgien und die vielversprechende Zukunft, die vor uns liegt, nachzudenken.

Seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1992 haben unsere Länder vor über dreißig Jahren eine Partnerschaft entwickelt, die auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen und gemeinsamen Interessen beruht. Belgien zählt heute zu Kasachstans wichtigsten Partnern innerhalb der Europäischen Union, während Kasachstan zu Belgiens wichtigstem Partner in Zentralasien geworden ist.

Unsere Beziehungen reichen weit über die Diplomatie hinaus. Sie basieren auf starken wirtschaftlichen Verbindungen, einer wachsenden geschäftlichen Zusammenarbeit und lebhaften Kontakten zwischen den Menschen.

Belgien zählt zu den zehn größten ausländischen Investoren in Kasachstan mit kumulierten Investitionen von über 14.8 Milliarden US-Dollar seit 2005. Belgische Unternehmen haben maßgeblich zur Modernisierung der kasachischen Industrie, insbesondere in den Bereichen Logistik, Chemie, Pharmazie und fortgeschrittene Fertigung, beigetragen. Gleichzeitig entwickelt sich der bilaterale Handel weiterhin positiv und wird voraussichtlich im Jahr 2025 die Marke von 580 Millionen US-Dollar überschreiten.

Diese Zahlen erzählen eine wichtige Geschichte – aber sie sind mehr als nur Statistiken. Sie stehen für Vertrauen, langfristiges Engagement und die Bereitschaft unserer Unternehmen, in die Zukunft des jeweils anderen zu investieren.

Kasachstan durchläuft derzeit einen tiefgreifenden wirtschaftlichen Wandel. Unter der Führung von Präsident Kassym-Jomart Tokajew setzt unser Land umfassende politische und wirtschaftliche Reformen um, die auf den Aufbau einer diversifizierteren, innovativeren und nachhaltigeren Wirtschaft abzielen.

Als größte Volkswirtschaft Zentralasiens und strategische Brücke zwischen Europa und Asien bietet Kasachstan belgischen Unternehmen einzigartige Chancen, Zugang zu den schnell wachsenden regionalen Märkten zu erhalten. Unsere Lage am Mittleren Korridor, verbunden mit ambitionierten Investitionen in Verkehrsinfrastruktur und Logistik, stärkt Kasachstans Rolle als verlässliches Bindeglied zwischen Ost und West.

Über die traditionellen Sektoren hinaus entstehen neue Kooperationsfelder.

Innovation, digitale Technologien, erneuerbare Energien, grüner Wasserstoff, kritische Rohstoffe, Hochschulbildung und wissenschaftliche Forschung prägen zunehmend die Agenda der Beziehungen zwischen Kasachstan und Belgien. Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen beider Länder entdecken neue Kooperationsmöglichkeiten, die zur Bewältigung globaler Herausforderungen beitragen und gleichzeitig wirtschaftlichen Mehrwert schaffen.

Dieses Jahr markiert einen besonders bedeutenden Meilenstein in unseren bilateralen Beziehungen.

Im Juni stattete Präsident Kassym-Jomart Tokajew Brüssel einen offiziellen Besuch ab, wo er produktive Gespräche mit der belgischen Führung und den Leitern der EU-Institutionen führte. Diese Gespräche bekräftigten den ausgezeichneten politischen Dialog zwischen unseren Ländern und unterstrichen unser gemeinsames Engagement für die Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, der Konnektivität und der nachhaltigen Entwicklung.

Die durch dieses hochrangige Engagement entstandene Dynamik wird sich später in diesem Jahr mit dem historischen Staatsbesuch Seiner Majestät König Philippe in Kasachstan fortsetzen – dem ersten Staatsbesuch eines belgischen Monarchen seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen unseren Ländern.

Dieser wegweisende Besuch wird zweifellos ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen Kasachstan und Belgien aufschlagen. Er wird nicht nur dem politischen Dialog, sondern auch der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Universitäten, Forschungszentren und regionalen Behörden neue Impulse verleihen.

Als Botschafter bereitet es mir besondere Genugtuung, das wachsende Netzwerk von Kontakten zwischen unseren Gesellschaften zu sehen.

Wirtschaftsforen, akademischer Austausch, kulturelle Initiativen und wissenschaftliche Partnerschaften tragen weiterhin zur einander nähernden Beziehung unserer Völker bei. Die kürzliche Ernennung eines dritten belgischen Honorarkonsuls in Kasachstan unterstreicht das wachsende Engagement Belgiens in unserem Land, und auch wir freuen uns darauf, das kasachische Honorarkonsularnetzwerk in Belgien als weitere Brücke zwischen unseren Nationen auszubauen.

Internationale Zusammenarbeit war noch nie so wichtig wie heute.

In einer zunehmend vernetzten Welt verbindet Kasachstan und Belgien der feste Glaube an Multilateralismus, Dialog und die Achtung des Völkerrechts. Als Mittelmächte, die sich einer konstruktiven Diplomatie verschrieben haben, verstehen unsere Länder, dass die globalen Herausforderungen unserer Zeit – vom Klimawandel und der Energiesicherheit bis hin zu nachhaltiger Entwicklung und technologischer Innovation – gemeinsame Lösungen erfordern.

Unsere bilaterale Partnerschaft trägt daher nicht nur zum Wohlstand unserer beiden Nationen bei, sondern auch zu einer umfassenderen internationalen Stabilität und Zusammenarbeit.

In Kasachstan sagt man: „Wo Einigkeit herrscht, da ist Wohlstand.“

Diese Weisheit findet großen Anklang im belgischen Nationalmotto: „L'union fait la force“ – „Eendracht maakt macht“ („Einigkeit macht stark“).

Noch bezeichnender für die Ähnlichkeiten der Herausforderungen, vor denen wir stehen, und der Lösungsansätze, die wir verfolgen, ist vielleicht die Tatsache, dass Präsident Tokajews Bestreben, ein gerechtes Kasachstan aufzubauen, perfekt mit den systemischen Bemühungen übereinstimmt, die Premierminister Bart De Wever unternimmt und die Seine Majestät heute in seiner Rede zum Nationalfeiertag zum Aufbau einer „faire société“ (einer gerechten Gesellschaft) hervorhob.

Obwohl unsere Nationen geografisch getrennt sind, eint sie ein gemeinsames Wertesystem: Offenheit, Innovationsgeist und die feste Überzeugung, dass Zusammenarbeit immer besser ist als Konfrontation.

Während Belgien seinen Nationalfeiertag begeht, feiern wir mit Stolz nicht nur einen vertrauenswürdigen Partner, sondern auch eine Freundschaft, die mit jedem Jahr immer stärker wird.

Möge die Freundschaft zwischen Kasachstan und Belgien weiterhin gedeihen und unseren beiden Völkern noch viele Jahre lang größeren Wohlstand, Innovation und Verständnis bringen.

Alles Gute zum Nationalfeiertag, Belgien!

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Gastbeitrag - Meinung

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