Kasachstan
Neue Änderungen der Verfassung Kasachstans: Transformation des Staatsmodells
Der 30. August ist ein besonderer Tag für jeden kasachischen Bürger. Die Nation begeht ihren Verfassungstag, das höchste Gesetz, das am 30. August 1995 per Referendum verabschiedet wurde.
Die Verfassung wurde von Experten entworfen und hat eine breite öffentliche Diskussion durchlaufen. Das Land hat sich als demokratischer, säkularer Rechts- und Sozialstaat bekräftigt und definiert den Menschen, sein Leben, seine Rechte und seine Freiheiten als höchste Werte des Staates.
Die Einleitung zur Verfassung bezeichnet Kasachstan als „eine friedliebende Zivilgesellschaft, die sich den Ideen von Freiheit, Gleichheit und Eintracht verschrieben hat und einen würdigen Platz in der Weltgemeinschaft einnehmen möchte“. Damit erhält das Land eine Orientierungshilfe für Entwicklung und Wohlstand, die der Staat heute genießt.
Als Heimat von mehr als 120 Nationalitäten proklamierte Kasachstan, dass sich jeder Bürger – unabhängig von seinem Glauben – wertgeschätzt und frei fühlen kann, während er im Land lebt. Dieser Grundgedanke der Verfassung dient als Wegweiser für zukünftigen Erfolg und ist weder an Zeit noch an historischen Kontext gebunden.
In diesem Jahr gab es ein historisches Ereignis: Ein von Präsident Kassym-Schomart Tokajew vorgeschlagenes landesweites Referendum brachte neue Änderungen und Ergänzungen der Verfassung. Das letzte Referendum im Land fand 1995 statt, als das Volk für die aktuelle Verfassung stimmte. Seitdem wurden vier Änderungspakete in die Verfassung eingebracht, die jedoch alle durch eine Abstimmung im Parlament verabschiedet wurden.
Die Reform wurde durchgeführt, um das gesamte Staatsmodell zu verändern, und umfasst den endgültigen Übergang von einer superpräsidentiellen Regierungsform zu einer präsidentiellen Regierungsform mit einem einflussreichen Parlament und einer rechenschaftspflichtigen Regierung, was eine Einschränkung der Befugnisse des Präsidenten zur Folge hat.
Alle diese Änderungen dienen dazu, die modernen Herausforderungen widerzuspiegeln, mit denen das Land heute konfrontiert ist. Wie der Präsident feststellte, wird eine allgemeine Abstimmung der Bürger über die Entwürfe der Verfassungsänderungen „unser starkes Bekenntnis zu demokratischen Grundsätzen demonstrieren und die Zukunft Kasachstans bestimmen“.
Wenn wir in die kasachische Geschichte zurückgehen, konnten wir sehen, dass reformative Veränderungen im 17. Jahrhundert von Khan Tauke (1680 – 1718), einem Herrscher des kasachischen Khanats (Staat), begrüßt wurden. Die Zhety Zhargy, die sieben Grundbestimmungen des kasachischen Rechtssystems, wurden ebenfalls entwickelt, um den Herausforderungen dieser Zeit zu begegnen.
Die Verfassungsreform soll die repräsentative Macht stärken, das System der gegenseitigen Kontrolle stärken und die Unabhängigkeit der maslikhats (lokale Vertretungskörperschaften) erhöhen. Für die Wahl der Abgeordneten der Mazhilis und der regionalen Maslikhats wird nun ein gemischtes mehrheitsproportionales Modell eingeführt. Ein Teil der Änderungen konzentriert sich auf die Verbesserung des Schutzes der Menschenrechte durch die Einrichtung des Verfassungsgerichts, die Festigung des Status des Menschenrechtskommissars auf Verfassungsebene und das vollständige Verbot der Todesstrafe.
Neben der hohen Wahlbeteiligung zeigte die Volksabstimmung ein beeindruckendes politisches Engagement junger Menschen. Diese Entschlossenheit zeigt die Konsolidierung der Menschen und ihre Bereitschaft zur Veränderung der Gesellschaft – ein Zustand, der sicherlich von den Unruhen im Januar beeinflusst wurde.
Die Verfassung dient nicht nur als Grundlage für die Stabilität und zukünftige Errungenschaften des Landes, sondern auch als Wegweiser für die Zukunft der friedliebenden und zivilen Nation.
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