Italien
SIGMA Zentraleuropa 2025: Geronimo Cardia erörtert die Herausforderungen und die Notwendigkeit einer Glücksspielreform in Italien
Vom 3. bis 6. November 2025 fand auf der Fiera di Roma (Italien) die SIGMA Central Europe statt, eine der führenden internationalen Veranstaltungen der Glücksspielbranche mit Fokus auf Innovation, Regulierung und Nachhaltigkeit. Zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Veranstaltung zählte Geronimo Cardia, Rechtsanwalt am Obersten Gerichtshof, Wirtschaftsprüfer und Leiter von Studio Cardia (Gewinner des Le Fonti Awards 2019, 2024 und 2025 als „Exzellenz-Boutique des Jahres im Glücksspielsektor“), ehemaliger Dozent für Internationales Steuerrecht an der Universität G. D’Annunzio in Chieti-Pescara und Autor des Buches „Public Gaming in Italy: Reorganization, Territorial Issues and Institutional Short Circuits“, erschienen bei Giappichelli.
In seiner Eröffnungsrede dankte Cardia den Organisatoren und den anwesenden Institutionen und erklärte: „Rom ist der ideale Ort für diese internationale Veranstaltung. Ich bin überzeugt, dass die Hauptstadt Aussteller und Besucher herzlich willkommen heißen wird.“ Anschließend hob er den Wert des Beitrags der Referenten und Teilnehmer hervor, „die Erfahrungen in den Bereichen Rechtmäßigkeit, Nutzerschutz, Steuereinnahmen und Beschäftigungsförderung mitbringen.“ Seine Rede legte den Grundstein für einen breiten und strukturierten Dialog über Ausgewogenheit und Nachhaltigkeit im öffentlichen Glücksspielsystem – Themen, die auch im Mittelpunkt seines neuesten Buches „Öffentliches Glücksspiel in Italien: Reorganisation, territoriale Fragen und institutionelle Kurzschlüsse“ stehen. Das Buch ist bei Giappichelli erschienen und enthält Vorworte von Sandra Savino, Massimo Garavaglia, Marco Osnato und Tommaso Miele. Es analysiert über 140 Fälle territorialer Gesetzgebung und enthält mehr als 70 Stadtplanungsdiagramme, die die konkreten Auswirkungen lokaler Regelungen auf das öffentliche Glücksspielsystem veranschaulichen.
Cardia moderierte drei wichtige Podiumsdiskussionen, die eine Debatte über die zentralen Themen Reform, Verantwortung und Nachhaltigkeit im öffentlichen Glücksspielsektor anregten. Am 4. November fand im Rahmen der „Regulatory Briefing Stage“ die Podiumsdiskussion „Die große Glücksspielreform in Italien: Wo stehen wir?“ mit Andrea de Bertoldi, Giuseppe Volpe, Francesco Gatti und Emilio Zamparelli statt. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Fortschritte der Sektorreform und die Bedeutung einer umfassenden Reorganisation, die ein Gleichgewicht zwischen Online- und landbasierten Glücksspielen gewährleistet. Cardia betonte: „Die Reorganisation des Online-Glücksspiels in Italien fördert eine zunehmend effektive Überwachung der Legalität im Internet. Um jedoch die Kontrolle über die Gebiete nicht zu verlieren, ist auch eine territoriale Neuordnung erforderlich, die durch Übergangsmaßnahmen und eine Neuausrichtung der Parameter zwischen Produkten und Vertriebskanälen umgesetzt werden muss.“ Er fügte hinzu: „Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den regulatorischen Parametern von Produkten und Vertriebskanälen ist der Schlüssel zu einem Regulierungsrahmen, der den Zielen der Nachhaltigkeit und dem Schutz der öffentlichen Interessen sowie der Interessen der Betreiber, die diese gewährleisten, gerecht wird.“
Am 6. November nahm Cardia an zwei weiteren Podiumsdiskussionen auf der Bühne „Menschen, Partner & Leistung“ teil. Die erste, mit dem Titel „Jenseits von Beschränkungen: Technologie und Wissenschaft gegen problematisches Glücksspiel“, befasste sich mit der Rolle von Innovation und wissenschaftlicher Forschung bei der Prävention und Bekämpfung von Spielsucht. Beiträge kamen von Riccardo Vecchi Lari, Professor Massimo Di Giannantonio, Mara di Lecce und dem Journalisten Andrea Ruggieri. Die Diskussion verdeutlichte, dass die heutigen Maßnahmen zur Bekämpfung von problematischem Glücksspiel, die auf Mindestabständen und Zeitbeschränkungen basieren, nur teilweise und ineffektiv sind. Sie benachteiligen letztlich den stationären Spielbankensektor und verlagern die Nachfrage hin zu anderen Produkten, die oft nicht denselben Regeln unterliegen. Cardia merkte an: „Dieser Ansatz hat letztendlich zu höheren Gesamtausgaben und einer Förderung illegalen Glücksspiels geführt, während Technologie effektivere und messbare Lösungen bieten kann.“ Er nannte als Beispiele die Systeme AWPR und SAFE, Technologien, die in Spielautomaten eingesetzt werden und die Einhaltung des Verbots des Spielens Minderjähriger, die Rückverfolgbarkeit und die Sicherheit gewährleisten und gleichzeitig die Privatsphäre vollständig respektieren.
Das zweite Panel am 6. November mit dem Titel „Die Bilanz im Gleichgewicht: ESG, Nachhaltigkeit und die soziale Berichterstattung im Glücksspielsektor“ mit Andrea Manciulli, Valentina Gilberti, Franco Bompani und Daniele Raimondi unterstrich die Bedeutung transparenter Berichterstattung und die Notwendigkeit, die sozialen Auswirkungen des öffentlichen Glücksspiels zu messen. Cardia betonte: „Für die nationale Sicherheit, die Rechtmäßigkeit, den Schutz der Nutzer, die Steuereinnahmen und die Beschäftigungslage ist es unerlässlich, die sozialen Auswirkungen des Sektors objektiv zu messen, unter anderem durch Nachhaltigkeitsberichte.“ Die Diskussion zeigte, wie viele Unternehmen der Branche ESG-Bewertungsprozesse auf Basis von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) eingeleitet haben, um ihren Beitrag in Bezug auf Rechtmäßigkeit, Besteuerung, Nutzerschutz und Beschäftigung zu quantifizieren.
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