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Grenzübergreifende Sicherheit

Deutschland führt Passkontrollen an allen Landgrenzen ein 

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Deutschland hat am Montagmorgen (16. September) für die Dauer von sechs Monaten ein vorübergehendes System zur Passkontrolle an allen seinen Landgrenzen eingeführt.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser sagte der Deutschen Presse-Agentur, mit diesem Schritt solle „grenzüberschreitende Kriminalität bekämpft und die illegale Migration eingedämmt werden“.

In der EU sollten derartige Maßnahmen eigentlich die Ausnahme sein. Deutschland liegt mitten im Schengenraum, sodass es zwischen den 29 Mitgliedsstaaten keine Binnengrenzkontrollen mehr gibt. Stattdessen sind Visakontrollen nur noch an Flughäfen und an den Grenzen zu anderen Ländern nötig.

Mehrere Nachbarländer waren besorgt über Staus an den Grenzen. So forderte die Polizei in Dänemark Grenzgänger am Montag auf, früher als üblich abzureisen, um Warteschlangen zu vermeiden, so Rizau.

Polens Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, verschärfte Kontrollen an den Landesgrenzen seien inakzeptabel. Er kündigte zudem an, Warschau fordere sofortige Gespräche mit allen betroffenen Ländern.

Gleichzeitig erklärten Griechenland und Österreich, dass sie keine Flüchtlinge aufnehmen würden, die Deutschland abgewiesen hatte.

In Deutschland warnte der Rat für Migration, dass der Schritt möglicherweise gegen EU-Recht verstoße:

Der Rat erklärte, das derzeitige politische Ziel, Migranten, die an den deutschen Grenzen Schutz suchen, zurückzuweisen, sei eine gefährliche Form des Populismus im Kampf um die Migrationspolitik.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser erklärte laut DPA, die Grenzkontrollen würden „zielgerichtet“ durchgeführt. Anzahl und Dauer der Kontrollen würden von der Sicherheitslage im jeweiligen Gebiet abhängen.

„Die Kontrollen sollten die Menschen, die in Grenznähe wohnen, Pendler und Gewerbetreibende möglichst wenig beeinträchtigen“, sagte sie.

Die vorübergehende Maßnahme wurde von der deutschen Regierung als Reaktion auf den gewalttätigen Angriff am 23. August im nordrhein-westfälischen Solingen ergriffen. Ein Mann tötete drei Menschen und verletzte acht weitere.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 26-jährigen Syrer mit Verbindungen zum IS. Er sollte im Sommer 2023 nach Syrien zurückgeschickt werden, blieb aber in Deutschland.

Ritzau sagt, der Fall habe die politische Debatte in Deutschland über Migranten verschärft, und am 9. September habe die Regierung beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen.

Faeser sagte damals: „Wir stärken unsere innere Sicherheit und werden unsere harte Haltung gegenüber irregulärer Migration beibehalten.“

Deutschland ist von neun anderen Ländern umgeben. Am 16. September oder davor kontrollierte es bereits die Grenzen zu Polen, Österreich, der Schweiz und der Tschechischen Republik.

Ab dem 16. September werden die fünf noch offenen Übergänge von Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Belgien und Dänemark kontrolliert.

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