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Europawahlen

Die deutschen Sozialdemokraten machen beim jüngsten Rückschlag für Merkels Konservative die Macht voraus

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Armin Laschet, CDU/CSU-Kanzlerkandidat, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht am 25. August im Bundestag in Berlin. REUTERS/Michele Tantussi

Die Mitte-Links-Sozialdemokraten (SPD) in Deutschland haben in der jüngsten Umfrage vom Montag (30. August) ihren Vorsprung vor den Konservativen von Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgebaut. Damit steigen die Chancen auf eine linksgerichtete Koalitionsregierung nach der Bundestagswahl im nächsten Monat. schreiben Michael Nienaber, Paul Carrel, Alexander Ratz, Andreas Rinke und Christian Krämer.

Die Insa-Umfrage für Bild-TV zeigte, dass die Zustimmung für die SPD und ihren Kanzlerkandidaten Olaf Scholz um zwei Prozentpunkte auf 25 Prozent gestiegen ist, der höchste Wert in der Umfrage seit vier Jahren.

Merkels Konservative und ihr Spitzenkandidat Armin Laschet verloren drei Prozentpunkte und erreichten mit 3 Prozent einen neuen Rekordtiefstand. Die ökologischen Grünen lagen bei 20 Prozent, die wirtschaftsfreundliche FDP bei 16.5 Prozent, die rechtsextreme AfD bei 13.5 Prozent und die linksextreme Die Linke bei 11 Prozent.

Insa-Chef Hermann Binkert sagte, Laschet könne derzeit nur mit einer dreiköpfigen „Jamaika-Koalition“ aus den Schwarzen Konservativen, den Grünen und der gelben FDP Kanzler werden.

„Olaf Scholz hätte vier Optionen, die Regierung zu führen“, fügte Binkert hinzu. Dazu gehörten eine sogenannte Ampelkoalition mit Grünen und FDP sowie eine eher linke Koalition mit Grünen und der Linken.

Eine andere Möglichkeit wäre eine SPD-geführte Koalitionsregierung mit Unterstützung der Grünen und Konservativen oder eine SPD-geführte Koalition mit Unterstützung der Konservativen und der FPD.

Die Konservativen stellten sich hinter Laschet und versprachen, in die Offensive zu gehen, nachdem er in einer Fernsehdebatte mit Rivalen darum gekämpft hatte, ihre Kampagne wiederzubeleben.

Laschet, Vorsitzender der CDU, wurde verurteilt, die hitzige Fernsehdebatte verloren mit seinen beiden Hauptrivalen am Sonntag, wie Umfragen ergaben, dass seine Partei hinter der SPD zurückbleibt.

Laschet steht unter Beschuss, seit er letzten Monat bei einem Besuch in einer von Überschwemmungen betroffenen Stadt lachend vor der Kamera festgehalten wurde. Hochrangige Parteifunktionäre lobten jedoch seinen kämpferischen Stil in der Debatte am Sonntag, auch wenn es nicht so aussah, als könne er damit die Wähler sofort überzeugen.

„Wir müssen die nächsten vier Wochen kämpfen“, sagte Jens Spahn, ein Verbündeter Laschets und Gesundheitsminister der CDU, gegenüber Bild TV und wies Vorschläge zurück, die konservative Allianz solle Laschet zugunsten des bayerischen Konservativen Markus Söder fallen lassen.

„Einen Trainerwechsel gibt es nicht während des Spiels“, sagte Spahn.

Der Absturz der CDU markiert einen bemerkenswerten Absturz für die Partei nach 16 Jahren an der Macht und vier aufeinanderfolgenden Wahlsiegen unter Merkel, die nach der Wahl zurücktreten will.

Soeder, der Anfang des Jahres gegen Laschet als konservativer Kanzlerkandidat antrat, sagte, sein ehemaliger Rivale habe eine gute Grundlage für die nächste Dreierdebatte in zwei Wochen gelegt.

„Aus meiner Sicht war das genau das, was wir uns erhofft hatten, um neuen Schwung zu bekommen“, sagte Söder vor Journalisten in München. „Es motiviert auch unsere eigenen Wahlkämpfer.“

Laschet wischte am Montag die Schnellumfrage nach der Debatte ab, die zeigte, dass 36 % der vom Meinungsforschungsinstitut Forsa befragten Wähler der Meinung waren, dass der SPD-Kandidat Olaf Scholz gewonnen hat, vor 30 % für die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock und 25 % für Laschet.

Scholz ist in den Umfragen der beliebteste Kandidat. Trotz des Vorsprungs der SPD müsste sie sich mit zwei anderen Parteien zusammenschließen, um regieren zu können.

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