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G20 Summit

Der G20-Gipfel sollte sich auf globales Wachstum konzentrieren

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Der G20-Gipfel auf Bali (15.-17. November) bietet die Gelegenheit, sich mit der Frage zu befassen, wie die Weltwirtschaft wieder auf Kurs gebracht werden kann. Insbesondere geht es darum, wie die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und den wichtigsten Schwellenländern wie Indonesien, Indien und Brasilien verbessert werden können. schreibt Lars Patrick Berg, ein deutscher ECR-Abgeordneter.

Indonesien, das derzeit den Vorsitz der G20 innehat, musste seine ursprüngliche Agenda zunächst durch den Schock der russischen Invasion in der Ukraine und dann durch die daraus resultierende globale Energiekrise und den damit einhergehenden dramatischen Anstieg der Inflation überholen. Der Gipfel bietet die Gelegenheit, diese ursprüngliche Agenda noch einmal zu überdenken: Der indonesische Präsident Joko Widowo hat drei Kernthemen identifiziert, die angesichts ihrer langfristigen Bedeutung für den globalen Wohlstand wohlüberlegt sind.

Die EU sollte diese Bemühungen zur Unterstützung der ursprünglichen G20-Agenda Indonesiens vorantreiben, denn die drei von Indonesien identifizierten Kernthemen sind für die globalen Ambitionen der EU von wesentlicher Bedeutung.

Diese sind: Erstens, die Widerstandsfähigkeit der globalen Gesundheitsmärkte weiter zu stärken, um die Erholung nach der COVID-Pandemie zu fördern und sich auf künftige Pandemien vorzubereiten. Zweitens, die nachhaltige Energiewende voranzutreiben. Und drittens, einer inklusiven wirtschaftlichen Entwicklung auf der ganzen Welt durch die Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Schwellenländern Priorität einzuräumen.

Welche Position vertritt die EU also im Vorfeld des Gipfels hinsichtlich dieser wichtigen Prioritäten und welche Fortschritte machen wir?

Wenn es um die gesundheitliche Resilienz nach COVID geht, bleibt die EU weltweit führend. Die Impfraten sind hoch, die Wirtschaftstätigkeit ist zurückgekehrt und die Kommission und die Mitgliedstaaten unterstützen Entwicklungsländer, die Weltgesundheitsorganisation und die weltweiten Impfbemühungen proaktiver. Es bleibt immer noch mehr zu tun – aber wir machen gute Fortschritte.

Bei der nachhaltigen Energiewende ist das Bild deutlich gemischter. In einigen Bereichen ist die EU führend – beispielsweise bei der Verpflichtung, in erneuerbare Energien zu investieren und bei der Umsetzung des Pariser Abkommens. Unsere Vorschriften für die Nutzung erneuerbarer Brennstoffe, einschließlich wirklich nachhaltiger Abfallprodukte und Nebenprodukte, sind jedoch eher von Protektionismus und politischer Positionierung als von wissenschaftlichen Erkenntnissen bestimmt. Dies hat bei den Partnerländern verständlicherweise große Frustration ausgelöst. 

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Die Abfallprodukte aus der Palmölproduktion, ein wichtiger nachhaltiger Energieexport für den G20-Gastgeber Indonesien, stehen vor einem Verbot, weil die Abgeordneten eine vorgefasste Meinung gegen Kraftstoffe aus Entwicklungsländern haben. Bei der jüngsten Abstimmung des Parlaments über die Verordnung über nachhaltige Flugkraftstoffe („ReFuel EU“) wurde Palmöl ausdrücklich ausgeschlossen, unabhängig von seinem Nachhaltigkeitsgrad.

Das ist nicht nur unwissenschaftliche Politik, sondern auch moralisch fragwürdig. Kommissare reisen durch die Welt und halten Ländern wie Indonesien Vorträge über die Bedeutung globaler Regeln (z. B. WTO) und die Bedeutung nachhaltiger Energie (z. B. Nutzung von Abfallprodukten) – und dann schlagen die Europaabgeordneten vor, die WTO-Verpflichtungen aufzukündigen und Handelsdiskriminierung gegenüber nachhaltigen Kraftstoffen einzuführen. Dies wird der globalen Energiewende nicht weiterhelfen und wird Misstrauen unter unseren Verbündeten säen.

Dies führt uns zur dritten Priorität des Gipfels: inklusives globales Wirtschaftswachstum. Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen: In dieser Hinsicht ist die EU nicht nur ein Versagen. Manchmal behindert unsere Politik aktiv den Fortschritt bei der Erreichung dieses Ziels. Protektionistische EU-Vorschriften, die vor allem von einheimischen Lobbygruppen und NGOs vorangetrieben werden, um Unternehmen und freie Märkte einzuschränken, haben sich als eines der größten Wachstumshindernisse herausgestellt. 

Als größter integrierter Binnenmarkt der Welt sollte die EU eine treibende Kraft des globalen Handels sein. Stattdessen herrscht Stillstand. Handelsabkommen mit Indien, Indonesien, dem Mercosur und anderen Ländern befinden sich alle in unterschiedlichem Stadium des Scheiterns oder der Vernachlässigung. Das betrifft über 1.5 Milliarden Menschen, mit denen wir bessere Handelsbedingungen, Zugang zu neuen Märkten und geringere Kosten für europäische Unternehmen schaffen könnten.

Dieses Bekenntnis zum Protektionismus schadet auch jenen Entwicklungsländern, die auf Handel und Wirtschaftswachstum angewiesen sind. Alle verlieren.

Die indonesische G20-Präsidentschaft verdient großes Lob für ihren Versuch, diese wichtigen strategischen Diskussionen vor dem Gipfel wieder aufleben zu lassen. Ja, es gibt in Europa dringende Probleme: die Unterstützung der Ukraine, die Bewältigung der unmittelbaren Energiekrise. Aber wir dürfen das große Ganze nicht aus den Augen verlieren – unsere Partner haben das jedenfalls nicht getan. Es ist im Interesse aller in Europa, wenn wir uns dieser Agenda verschreiben – und eine wirklich nachhaltige Energiewende und eine wirklich inklusive globale Wirtschaftskooperation sicherstellen.

Schluss mit den kleinlichen Verboten und protektionistischen Handelsbeschränkungen. Setzen wir auf Wachstum.

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