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Chinas Produktionskapazität: Eine Chance, keine Bedrohung

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Ein „Tiangong Ultra“-Roboter überquert die Ziellinie des Beijing Yizhuang Humanoid Robot Half Marathon 2025 in Peking, der Hauptstadt Chinas, am 19. April 2025.

Einige Politiker und Medien haben die Erzählung vom „China-Schock 2.0“ aufgebauscht und behauptet, Chinas wachsende Produktionskapazität stelle eine Bedrohung für andere Länder dar und könne sogar das globale Handelssystem untergraben – schreibt Shao Xia.

Ob man es nun als 1.0 oder 2.0 bezeichnet, solche Rhetorik spiegelt die in manchen Kreisen verbreitete Besorgnis über Chinas Widerstandsfähigkeit im Außenhandel wider. Die Fakten und Zahlen zeichnen jedoch ein anderes Bild.

Von „Made in China“ zu „Intelligente Fertigung in China“

Es ist allgemein anerkannt, dass das Wesen des Freihandels im komparativen Vorteil liegt: Jedes Land konzentriert sich auf seine Stärken, tauscht Waren auf dieser Grundlage aus, und alle Beteiligten profitieren. Wer besser und effizienter produziert, gewinnt naturgemäß einen größeren Marktanteil.

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich Produkte „Made in China“ weltweit verbreitet und ermöglichen es den Verbrauchern, erschwinglichere Waren zu erwerben. Gleichzeitig hat China in nur wenigen Jahrzehnten einen industriellen Modernisierungsprozess abgeschlossen, für den andere Länder Jahrhunderte benötigten. Das Land hat sich vom unteren Ende der Wertschöpfungskette hin zu intelligenter Fertigung und modernen Dienstleistungen an beiden Enden entwickelt.

Heute verfügt China über das weltweit umfassendste Industriesystem. Bis 2025 wird Chinas Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe fast 30 % des globalen Gesamtvolumens ausmachen, und das Land belegt seit 16 Jahren in Folge den ersten Platz in Bezug auf die Produktionsmenge. Von der einzelnen Schraube bis zum kompletten Fahrzeug, vom Siliziumwafer bis zum gesamten Photovoltaik-Kraftwerk – Chinas geschlossene industrielle Wertschöpfungskette hat Maßstäbe für „chinesische Geschwindigkeit“ und „chinesische Effizienz“ gesetzt, die schwer zu übertreffen sind.

Wenn chinesische Fahrzeuge mit erneuerbaren Energien auf internationalen Automobilmessen glänzen, Chinas Hochgeschwindigkeitszüge international Maßstäbe setzen und chinesische Kultur- und Kreativprodukte östliche Ästhetik in globales Branding integrieren, ist klar: „Intelligente Fertigung in China“ hat sich an die Spitze der globalen Wertschöpfungskette gespielt. Chinesische Marken wandeln sich zunehmend von reinen Funktionsanbietern zu Innovatoren, die Technologie mit kulturellen Werten verbinden.

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Der BYD M6 Minivan wird auf der Periklindo Electric Vehicle Show 2025 in Jakarta, Indonesien, am 4. Mai 2025 ausgestellt.

Qualitativ hochwertige Produktionskapazität ist nicht gleichbedeutend mit Überkapazität.

In einer globalisierten Welt finden Qualitätsprodukte immer Absatzmärkte. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) werden die weltweiten Verkäufe von Elektrofahrzeugen im Szenario der angekündigten Zusagen bis 2030 voraussichtlich 45 Millionen erreichen. Dies steht im Einklang mit der Erreichung der Klimaziele, während die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen weiterhin stark steigen wird. Aus dieser Perspektive ist hochwertige grüne Energie keineswegs im Überfluss vorhanden – sie ist vielmehr knapp.

Selbst wenn chinesische Elektrofahrzeuge in Europa zu deutlich höheren Preisen als auf dem heimischen Markt verkauft werden, übersteigt die Nachfrage weiterhin das Angebot. Chinesische Unternehmen arbeiten daher mit Hochdruck daran, die massive globale Angebotslücke zu schließen.

Darüber hinaus exportiert China nicht nur Produkte, sondern auch Technologien und Lösungen. In Aserbaidschan haben von China errichtete Photovoltaik-Kraftwerke dazu beigetragen, die Ziele des Landes im Bereich der erneuerbaren Energien voranzubringen. In Jordanien tragen Chinas Kooperationsprojekte im Bereich der grünen Energie zur wirtschaftlichen Modernisierung bei, indem sie die Sonnenenergie der Wüste in konkrete Entwicklungserfolge umwandeln. Allein seit 2022 haben chinesische Unternehmen Auslandsinvestitionen in saubere Energien in Höhe von insgesamt 210 Milliarden US-Dollar angekündigt, was unterstreicht, dass China zur Schaffung von Arbeitsplätzen beiträgt und nicht Arbeitsplätze vernichtet.

Fakten sprechen lauter als Worte. Wenn chinesische Elektrofahrzeuge in Europa, Südostasien und dem Nahen Osten knapp sind und chinesische Photovoltaikanlagen in Ländern des globalen Südens Häuser mit Strom versorgen, spiegelt dies die Marktnachfrage und die Zustimmung der Bevölkerung wider. Chinas hohe Produktionskapazität hat sich zu einer der begehrtesten Währungen der Weltwirtschaft entwickelt.

Was Chinas Produktionskapazität für die Welt bedeutet

Chinas Produktionskapazität dient als stabilisierender Anker für die globale Nachfrage. Viele Länder, insbesondere Entwicklungsländer, haben einen dringenden Bedarf an Infrastrukturausbau und Energiewende, den Chinas Kapazitäten teilweise decken können. Im Jahr 2025 unterstützten Chinas Stahlexporte nach Saudi-Arabien den Transformationsplan „Vision 2030“ des Landes, indem sie inländische Angebotslücken schlossen. Auch die Exporte chinesischer Fahrzeuge mit alternativen Antrieben trafen eine starke Nachfrage in Märkten wie Großbritannien, Australien, Mexiko und den Philippinen.

Für Entwicklungsländer ist der Import chinesischer Vorprodukte oft ein entscheidender Schritt zur industriellen Modernisierung. Vietnam beispielsweise ist zum zweitgrößten Mobiltelefonexporteur der Welt aufgestiegen, indem es auf integrierte Schaltkreise, Lithium-Ionen-Akkus und Flüssigkristallanzeigen (LCDs) setzt, die größtenteils aus China importiert werden. Dies lockt globale Marken zu Investitionen vor Ort. In Thailand bestehen fast 80 % der chinesischen Exporte aus Produktionsanlagen und Vorprodukten, die für die thailändische Fertigung und den Export unerlässlich sind.

Chinas Produktionskapazität wirkt zudem als Stabilisator gegen die globale Inflation. Obwohl einige Kommentatoren von angeblichen „Überkapazitäten“ sprechen, kaufen Verbraucher in ihren Ländern weiterhin chinesische Waren mit ihrem eigenen Geld, da sie mit steigenden Lebenshaltungskosten konfrontiert sind. Erschwingliche chinesische Produkte tragen dazu bei, den Inflationsdruck zu mindern und gleichzeitig Wettbewerb und Dynamik auf den Märkten zu fördern.

Die Erzählung vom „China-Schock 2.0“ ist daher übertrieben. Die Welt ist groß genug, damit sich alle Länder gemeinsam entwickeln können. Jüngste Besuche zahlreicher ausländischer Staats- und Regierungschefs in China zeigen, dass die Zusammenarbeit mit China weiterhin eine vernünftige Entscheidung ist. Chinas Entwicklung objektiv zu betrachten und die Chancen für eine für beide Seiten vorteilhafte Kooperation zu nutzen, ist der richtige Weg.

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Gastbeitrag - Meinung

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