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#Olympics: Die großen Schönheiten von Rom 2024

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Olympischen Spiele in RomRosarita Cuccoli, Mitglied des Wissenschaftlichen Ausschusses für Sport und Staatsbürgerschaft und wissenschaftliche Beraterin für Nachrichtenmedien, schreibt darüber, warum Rom bei der Olympia-Bewerbung 2024 nicht überprüft werden sollte.

In Italien hat die Olympiabewerbung für 2024 bisher keine große Aufmerksamkeit erregt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird die Austragungsstadt im September 2017 auswählen, und die Spiele werden in acht Jahren stattfinden. Bis dahin scheint es noch eine Ewigkeit zu dauern. Paris und Los Angeles gelten als Favoriten, wobei Paris möglicherweise einen Vorteil hat, da Los Angeles erst später in die Kandidatenliste aufgenommen wurde, nachdem Boston im vergangenen August ausgestiegen war. Die Kandidatur Roms nimmt gerade erst Fahrt auf. Die italienische Hauptstadt war bereits 1960 Gastgeber der Spiele. Budapest ist derzeit die vierte verbleibende Stadt im Rennen.

Die feierliche Präsentation der Kandidatur Roms fand am 17. Februar statt, am selben Tag, an dem die ersten Bewerbungsunterlagen beim IOC eingereicht wurden. Die Zeremonie wurde um 10:30 Uhr live im nationalen Fernsehen übertragen. Für die Presse war dies eine Gelegenheit, die Öffentlichkeit daran zu erinnern, dass auch Rom zu den Bewerberstädten für die Olympischen Spiele gehört! Die Berichterstattung in den Medien war alles andere als überwältigend, doch denjenigen, die die Nachrichten verfolgten, war eines klar: Roms historische Monumente stehen im Mittelpunkt der Bewerbung der Stadt um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024. Die vorläufigen Pläne für den Austragungsort sehen Beachvolleyball im Circus Maximus und eine abendliche Parade der Athleten am Kolosseum vor. Das ist in der Tat ein schlagendes Argument. 2014 gewann Paolo Sorrentinos „La Grande Bellezza“ den Oscar für den besten fremdsprachigen Film sowie zahlreiche Preise für die beste Kamera. Der in Rom spielende Film ist mit seinen atemberaubenden Bildern der Ewigen Stadt ein Fest für die Sinne, auch wenn Rom selbst „nur“ im Hintergrund steht. Die Handlung konzentriert sich vor allem auf kulturelle und politische Erschöpfung anhand der Geschichten einer Gruppe dekadenter Charaktere und ihrer Unerfülltheit.

Neben seinen künstlerischen Vorzügen ist dieser Film eine gute Metapher für die Selbstwahrnehmung der Italiener und erzählt uns etwas darüber, warum sich Roms Kandidatur allmählich, aber stetig und ohne allzu viel Aufsehen herauskristallisiert. Schätzungsweise 60 Prozent aller Kunstschätze der Welt befinden sich in Italien. Die Italiener sind inmitten von Schönheit geboren und halten sie fast für selbstverständlich. Wie im Film tritt sie im Hintergrund auf, doch weit davon entfernt, darin ihren ultimativen Trumpf zu sehen und ihn zu überspielen, loten sie oft ihre Grenzen aus. Italiener gehen kaum jemals im Voraus davon aus, dass sie gewinnen werden. Man könnte sagen, dies ist nicht unbedingt die beste Strategie, um sich durchzusetzen, doch die Rivalen – in diesem Fall die anderen Kandidatenstädte für die Spiele 2024 – sollten vorsichtig sein und Selbstironie nicht mit Schwäche verwechseln.

Rom ist nicht nur wegen der Olympiabewerbung in aller Munde, sondern auch wegen einer Reihe von Skandalen, die das politische Leben der italienischen Hauptstadt in den letzten Monaten erschüttert haben. Die Korruptionsaffäre „Mafia Capitale“, der vorzeitige Rücktritt von Bürgermeister Ignazio Marino und die „Vatileaks“-Enthüllungen wenige Tage vor Beginn der Jubiläumsfeierlichkeiten des Papstes haben eine beispiellose Situation geschaffen und den Medien zahlreiche dringende Themen geliefert.

Italien gewann die FIFA-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien unmittelbar nach dem Ausbruch eines großen Skandals um Spielmanipulationen und illegale Wetten in der Serie A. Die Azzurri, von den Medien heftig kritisiert, beschlossen eine Pressesperre; nur der Trainer und der Kapitän durften mit der Presse sprechen. Am Ende gewann Italien das Turnier. Italiens Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland begann nur wenige Monate nach dem Ausbruch von Calciopoli, einem neuen Spielmanipulationsskandal, in den einige Spitzenteams der Serie A und Serie B verwickelt waren. Inmitten allgemeinen Pessimismus und allerlei negativer Prognosen triumphierten die Azzurri schließlich in Berlin und gewannen ihren vierten Weltmeistertitel.

In Bezug auf das Angebot für die 2024-Olympiade wissen wir nicht, was die Wahl sein wird. Die Geschichte hat gezeigt, dass frühe Favoriten manchmal gewinnen und manchmal nicht. Auf jeden Fall hat die Geschichte auch gezeigt, dass Italien häufig als ernsthafter Anwärter hervorgeht, als seine Rivalen erwartet hatten.

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Die bisherige Medienberichterstattung über Roms Bewerbung entspricht der Nachrichtenhierarchie in dieser besonderen Phase der Stadtgeschichte und zeugt von einer gewissen Weisheit, einen Sieg, der noch nicht errungen ist, nicht zu propagieren. Dieses relativ geringe Profil sollte die anderen Bewerber nicht täuschen, denn Italiens Stärken und Roms Schönheiten liegen im Hintergrund und werden zu gegebener Zeit ans Licht kommen.

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