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Moskauer Gerichtsurteil setzt italienischen Ingenieurkonzern MAIRE unter Druck

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Ein Schiedsgericht in Moskau hat bestellt Das italienische Ingenieurunternehmen Tecnimont SpA und seine russische Tochtergesellschaft müssen mehr als 2.19 Milliarden US-Dollar an Schadensersatz und Strafen zahlen, was den Mutterkonzern, die in Mailand börsennotierte MAIRE SpA, unter neuen finanziellen und geopolitischen Druck setzt.

Das Urteil, das etwa der Hälfte des aktuellen Marktwerts von MAIRE entspricht, markiert eine deutliche Eskalation im Streit um den Baustopp einer Ammoniak-Harnstoff-Anlage in Kingisepp, einer Stadt im Nordwesten Russlands. Was als wirtschaftliche Auseinandersetzung mit EuroChem Severo-Zapad 2, einer Tochtergesellschaft des Schweizer Düngemittelkonzerns EuroChem Group AG, begann, hat sich nun zu einem umfassenderen Risiko für den italienischen Konzern ausgeweitet.

EuroChem Severo-Zapad 2 und Tecnimont unterzeichneten 2019 einen Bauvertrag. Laut ursprünglichem Zeitplan sollte die Anlage 2023 in Betrieb gehen und jährlich bis zu 1.1 Millionen Tonnen Ammoniak und 1.4 Millionen Tonnen Harnstoff produzieren. Doch 2022, nach Verhängung westlicher Sanktionen, stellte Tecnimont die Arbeiten ein, was eine Reihe von Klagen in London und Moskau auslöste. EuroChem behauptet, die Probleme hätten bereits vor den Sanktionen bestanden und wirft dem Auftragnehmer unlauteres Handeln vor.

Die Gerichte froren Vermögenswerte ein, erweiterten die Liste der Beklagten und nahmen eine separate Klage direkt gegen MAIRE an. EuroChem warnte zudem 16 große italienische Banken vor den Risiken der Zahlungsabwicklung im Zusammenhang mit Tecnimont. Das Urteil vom 27. November verhängte umfangreiche Schadensersatzzahlungen, Strafen wegen ungerechtfertigter Bereicherung und Zinsen – allesamt von der Staatsanwaltschaft unterstützt, was die politische Brisanz des Falls unterstreicht.

MAIRE erklärte in einer Stellungnahme, das Urteil habe „keine Auswirkungen“ auf den Konzern und man werde die rechtswidrigen Handlungen von EuroChem „energisch anfechten“ und mehr als 700 Millionen Euro Schadenersatz von dem Unternehmen fordern. Die Anleger scheinen nicht überzeugt: Die Aktien des Unternehmens gaben nach. fiel im letzten Monat um mehr als 7 %.Analysten stellten die mangelnde detaillierte Offenlegung im Zusammenhang mit einer so großen rechtlichen und finanziellen Bedrohung in Frage.

Der Finanzbericht des Unternehmens für die ersten neun Monate erwähnte die Milliarden-Euro-Risiken nicht, und MAIRE bildete keine Rückstellungen. Gleichzeitig erhöhte der Konzern seine Verschuldung: Die Tochtergesellschaft NextChem nahm 137.5 Millionen Euro auf, erweiterte ihr Commercial-Paper-Programm und sicherte sich die Zustimmung des Aufsichtsrats für neue Anleihen im Wert von bis zu 300 Millionen Euro.

Analysten zufolge gibt die Kommunikationslücke Anlass zu Bedenken hinsichtlich der Unternehmensführung. Einige vergleichen die Situation mit früheren europäischen Unternehmenskrisen – darunter Parmalat und Volkswagen –, bei denen mangelnde Transparenz die Folgen verschärfte. Gemäß den IFRS-Vorschriften müssen Unternehmen wesentliche Risiken offenlegen und Rückstellungen bilden, wenn Verluste wahrscheinlich sind. Eine Rückstellung in Höhe von 2.19 Milliarden US-Dollar würde das Eigenkapital von MAIRE in Höhe von 692 Millionen Euro aufzehren und könnte wechselseitige Zahlungsausfälle bei Verbindlichkeiten von über 1.2 Milliarden Euro auslösen.

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Europäische Unternehmen gingen lange davon aus, dass russische Gerichtsurteile im Ausland kaum Vollstreckungsrisiken bergen. Diese Annahme hat sich jedoch abgeschwächt, seit der Oberste Gerichtshof Südafrikas im Jahr 2025 ein Moskauer Urteil gegen Google International LLC vollstreckte – ein Zeichen dafür, dass russische Ansprüche in Ländern, in denen Moskau Einfluss ausübt, durchaus Gewicht haben können.

Dieser Präzedenzfall ist bedeutsam für MAIRE, das in Afrika, Zentralasien und dem Nahen Osten tätig ist. In Kasachstan haben lokale Medien … berichtet dass KMG PetroChem, ein wichtiger Kunde, nach dem Urteil dringende Konsultationen mit Tecnimont beantragte.

Der eskalierende Streit erregt auch in Rom Aufmerksamkeit, da MAIRE eine wichtige Rolle für Italiens industrielle Präsenz im Ausland spielt. Die Anwälte des Unternehmens haben Kreditgeber vor Risiken für Kreditlinien gewarnt, und die Aktien stehen weiterhin unter Druck.

Einige Investoren fordern MAIRE auf, nun zu klären, ob das Unternehmen mit russischen Anteilseignern verhandeln will oder weiterhin darauf beharrt, dass das Urteil keine praktischen Auswirkungen hat. Analysten warnen, dass sich das Zeitfenster für eine Einigung schließt und ein anhaltendes Schweigen die finanziellen und politischen Folgen für den Konzern verschärfen könnte.

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