Tourismus
Sich in die Malediven verlieben
Die Malediven sind weit weg und scheinen für manche unerreichbar.
Doch eine Belgierin fand dennoch ihren Weg dorthin und verliebte sich in den Ort. So sehr sogar, dass sie ihn zu ihrer Heimat machte.
Isabelle Gobert (Abbildung) arbeitet als Cluster Assistant Director of Marketing & Communication bei Niva Dhigali, einer der führenden Resortinseln der Malediven.
In einem exklusiven Interview mit dieser Website erzählte sie ihre Geschichte vom „Leben im Paradies“ und warum sie hofft, dass mehr Belgier ihrem Beispiel folgen werden.
Ihre Überlegungen kommen zur rechten Zeit: Nächstes Jahr feiern die Malediven 50 Jahre Tourismus.
F: Können Sie kurz Ihren belgischen Hintergrund und Ihre Kontakte schildern?
Isabelle: Ich bin halb Belgierin – mein Vater ist Belgier und hat viele Jahre im Ausland als Expat gearbeitet. Meine Eltern teilten schon früh die große Reiselust, die mich definitiv geprägt hat. Diese Leidenschaft führte mich schließlich auf die Malediven, wo ich seit 2023 arbeite.
F: Welche belgischen Verbindungen pflegen Sie noch, beispielsweise über Ihre Familie?
Isabelle: Wir haben eine Familienwohnung an der belgischen Küste, die seit fast 50 Jahren in Familienbesitz ist. Meine Mutter lebt jetzt dort, deshalb kehre ich immer dorthin zurück, wenn ich Belgien besuche – natürlich meistens im Sommer, da ich mich heutzutage eindeutig besser an tropisches Wetter angepasst habe.
F: Warum besuchen vergleichsweise wenige Menschen aus Belgien/Benelux die Malediven?
Isabelle: Ich denke, es ist vor allem eine Frage der Größe. Belgien ist ein relativ kleines Land, und angesichts der vielen Urlaubsziele, die Reisenden zur Verfügung stehen, sind die Zahlen natürlich nicht so hoch wie in manchen größeren europäischen Märkten. Wir freuen uns über belgische Gäste im Niva Dhigali, aber es gibt definitiv noch Wachstumspotenzial.
F: Würden Sie sich eine bessere Vermarktung der Malediven in Belgien/Benelux wünschen?
Isabelle: Absolut. Ich denke, die Malediven haben belgischen Reisenden so viel zu bieten, und eine größere Bekanntheit auf dem Markt würde mehr Menschen dazu anregen, zu entdecken, dass es viel mehr als nur ein Reiseziel für Flitterwochen ist. Hier findet jeder etwas Passendes – ob Paare, Familien, Abenteuerlustige oder Wellness-Reisende.
F: Wie wichtig ist der europäische Markt für Ihr Unternehmen und die Malediven?
Isabelle: Der europäische Markt war für den Tourismus auf den Malediven schon immer von enormer Bedeutung. Historisch gesehen gehörten einige der ersten internationalen Besucher zu den Italienern, und Europa ist nach wie vor einer unserer wichtigsten Quellmärkte. Im Niva Dhigali machen europäische Gäste das ganze Jahr über einen bedeutenden Teil unseres Geschäfts aus.
F: Welche Auswirkungen hatte der Nahostkonflikt auf den Tourismus der Malediven?
Isabelle: Wie bei vielen Reisezielen, die auf internationale Reisen angewiesen sind, waren die Flugpläne am stärksten betroffen, mit Flugausfällen und einem vorübergehenden Rückgang der Ankünfte. Glücklicherweise stabilisieren sich die Flugrouten nun wieder, und mehrere Fluggesellschaften prüfen den Ausbau oder die Einführung von Direktverbindungen auf die Malediven – ein sehr positives Zeichen für die Zukunft.
F: Würden Sie sich mehr Direktflüge von europäischen Hauptstädten auf die Malediven wünschen?
Isabelle: Absolut. Mehr Direktflüge würden die Malediven noch zugänglicher machen und die Reise für europäische Reisende deutlich angenehmer gestalten. Persönlich würde ich mir sehr einen Direktflug von Brüssel wünschen – das würde den Besuch in der Heimat um einiges beschleunigen!
F: In Dhigali startet demnächst ein neues Meeresbiologieprojekt. Können Sie es kurz erläutern?
Isabelle: Niva Dhigali ist eine naturbelassene Insel, umgeben von einem wunderschönen Hausriff. Obwohl das Resort erst vor neun Jahren eröffnet wurde, war der Schutz der natürlichen Umwelt der Insel von Anfang an eine unserer Prioritäten. Letztes Jahr durften wir uns über unser erstes natürlich geschlüpftes Schildkrötennest freuen, und dieses Jahr hatten wir das Glück, dieses Ereignis erneut zu erleben. Die Anstellung eines Meeresbiologen auf der Insel ist ein wichtiger nächster Schritt. Seine Aufgabe wird es sein, uns bei der Überwachung und dem Schutz unseres marinen Ökosystems zu unterstützen und gleichzeitig unser Wissen mit unseren Gästen zu teilen, um so ein tieferes Verständnis für die unglaubliche Meeresumwelt zu schaffen, die uns umgibt.
F: Wie wichtig ist Nachhaltigkeit für Ihr Unternehmen in Dhigali?
Isabelle: Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt all unseres Handelns. Von Anfang an haben wir uns bewusst dafür eingesetzt, den natürlichen Dschungel der Insel und das umliegende Ökosystem zu bewahren, anstatt sie zu verändern. Wir streben derzeit die Travelife-Zertifizierung an, eine international anerkannte Nachhaltigkeitsauszeichnung für die Reisebranche, die Unternehmen auszeichnet, die sich zu verantwortungsvollen Umwelt-, Sozial- und Betriebspraktiken verpflichten. Dies ist ein wichtiger Meilenstein für uns, aber vor allem spiegelt er unser langfristiges Engagement für den Schutz unserer Heimat wider. Als Teil von Versa Hospitality sind wir überzeugt, dass wir alle die Verantwortung tragen, unsere Umwelt zu schützen und positiv zur Zukunft des Tourismus beizutragen.
F: Mit Blick auf die Zukunft, welche Erwartungen haben Sie für die Zukunft Ihres Unternehmens in Dhigali und für den Tourismus auf den Malediven?
Isabelle: Mit Blick auf die Zukunft steht Niva Dhigali eine unglaublich spannende Zeit bevor, da wir kürzlich unter Versa Hospitality ein neues Kapitel aufgeschlagen und uns in die Niva Hotels & Resorts-Kollektion integriert haben. Das Rebranding ist mehr als nur eine neue Identität; es spiegelt die Entwicklung des Reisens wider.
Die Gäste von heute suchen authentische Erlebnisse, bedeutungsvolle Begegnungen und eine stärkere Beziehung zu den Reisezielen, die sie besuchen, und möchten dabei gleichzeitig ein außergewöhnliches Maß an Gastfreundschaft genießen.
Versa Hospitality ist seit den Anfängen des Tourismus auf den Malediven ein fester Bestandteil der Tourismusgeschichte und prägt die Gastfreundschaft des Landes seit Langem. Das nächste Kapitel baut auf diesem Erbe auf und richtet den Blick gleichzeitig entschlossen in die Zukunft. Ziel ist es, Marken zu schaffen, die die Werte moderner Reisender widerspiegeln: Nachhaltigkeit, Wohlbefinden, authentische menschliche Begegnungen und ein unverfälschtes Heimatgefühl.
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