Raumnutzung
EU wird dringend aufgefordert, der Weltraumpolitik neuen Schwung zu verleihen
Der in Brüssel ansässige Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) hat die EU dringend aufgefordert, die öffentlichen und privaten Investitionen in die Raumfahrt zu erhöhen.
Der Ausschuss empfiehlt außerdem, die der EU-Agentur für das Raumfahrtprogramm zugewiesenen Mittel zu erhöhen (EUSPA) im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen (für den Zeitraum 2028–2034).
Der EWSA fordert sofortige strukturelle Maßnahmen bei den Investitionen in die Raumfahrt und empfiehlt, diese bis 2030 auf mindestens 0.2 % des BIP der EU zu erhöhen.
In einem MeinungDer von Angelo Pagliara entworfene Ausschuss weist darauf hin, dass diese Förderung es Europa ermöglichen würde, die Lücke zu den USA und China schrittweise zu schließen und die EU zu einem weltweit führenden Akteur im Raumfahrtsektor zu machen.
Laut EWSA investiert Europa deutlich weniger in die Raumfahrt als seine Hauptkonkurrenten. Die EU wendet derzeit nur 0.07 % ihres BIP für Raumfahrtaktivitäten auf, verglichen mit durchschnittlich 0.25 % in den USA und noch höheren Werten in China, Indien und Japan.
„Dieses strukturelle Ungleichgewicht untergräbt Europas Fähigkeit, autonome Innovationen zu fördern, strategische kritische Infrastrukturen aufrechtzuerhalten und die Abhängigkeit von Technologien, Daten und Dienstleistungen aus Drittländern zu bekämpfen“, sagte Pagliara und fügte hinzu: „Wir müssen die öffentlichen Investitionen Europas in den Raumfahrtsektor erhöhen.“
Die Stellungnahme des EWSA bewertet den EU-Weltraumakt der Europäischen Kommission und befürwortet dessen Absicht, den Weltraumbinnenmarkt zu stärken.
Um die Aktivitäten im Weltraum nachhaltig, sicher und widerstandsfähig zu gestalten, benötigt die EU einen sofortigen strukturellen Schub für ihre öffentlichen Investitionen in die Raumfahrt, heißt es weiter. Dies bedeute, dass die Union dringend handeln und ehrgeizige Industriepolitiken verabschieden müsse, andernfalls würden die Ziele des Kommissionsvorschlags nicht erreicht.
Gleichzeitig betont der EWSA, dass ein klarer Rechtsrahmen zur Anwerbung privater Investitionen unerlässlich ist. Dieser muss Hand in Hand gehen mit einer Industrie- und Technologiestrategie, die den wirtschaftlichen und sozialen Nutzen für die Europäer maximiert, Instrumente zur Verringerung der Abhängigkeit von kritischen Lieferungen aus Ländern außerhalb Europas definiert und die Entwicklung europäischer Startkapazitäten fördert.
Der Ausschuss fordert die Kommission außerdem nachdrücklich auf, die Europäische Weltraumstrategie mit der strategischen Autonomie Europas zu verknüpfen und komplementäre Ökosysteme sowie den Multiplikatoreffekt der Weltraumwirtschaft zur Unterstützung spezifischer Sektoren zu fördern. Dazu gehören Präzisionslandwirtschaft, künstliche Intelligenz, fortgeschrittene Robotik, Orbitalenergie, Umweltüberwachung und Telemedizin.
Die Weltraumwirtschaft birgt ein enormes wirtschaftliches Potenzial, dem die EU mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, so der EWSA. Laut dem Draghi-Bericht erreichte ihr globaler Wert 2023 572 Milliarden Euro und wird bis 2035 voraussichtlich 1.628 Milliarden Euro übersteigen, was einer jährlichen Wachstumsrate von über 9 % entspricht. Die Weltraumwirtschaft muss zudem mit anderen europäischen Politiken und Strategien, darunter dem Green Deal und der Transformation hin zu einer wirtschaftlichen und technologischen Transformation, verknüpft werden. Die Kommission sollte den Mitgliedstaaten Leitlinien an die Hand geben, wie das EU-Recht solche Synergien fördern kann.
In diesem Zusammenhang und mit Bezug auf die EU-Agentur für das Weltraumprogramm erklärt der EWSA, dass er mit der Kommission darin übereinstimmt, dass die operative Rolle der Agentur gestärkt werden sollte, damit sie den nationalen Verwaltungen technische Hilfe, Beratung und Koordinierungsunterstützung bieten kann.
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