Digitale Wirtschaft
Ökonomische Analyse des Digital Markets Act
Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag für den Digital Markets Act (DMA) vorgelegt. Ihr Ziel ist es, faire und wettbewerbsfähige digitale Märkte in der EU zu schaffen. Dies soll durch die Einführung neuer Ex-ante Regelungen, die automatisch für sogenannte „Gatekeeper“ gelten. Bei den Gatekeepern soll es sich um große Internetplattformen handeln, die bestimmte Größenkriterien erfüllen, schreibt Robert Chovanculiak, PhD.
In einer neuen gemeinsamen Publikation mit dem Titel Ökonomische Analyse des Digitalmarktgesetzes, erstellt von vier Think Tanks: INESS (Slowakei), CETA (Tschechien), IME (Bulgarien) und LFMI (Litauen), weisen wir auf die Mängel des DMA hin und beleuchten die möglichen unbeabsichtigten Folgen dieser Verordnung. Darüber hinaus schlagen wir auch eine Möglichkeit vor, das vorgeschlagene Verfahren zur Regulierung von Internetunternehmen zu ändern.
Zu den größten Defiziten gehört die Definition von „Gatekeepern“. Sie nehmen in der Gesamtwirtschaft keine wirklich dominante Stellung ein. Selbst bei digitalen Diensten herrscht ein intensiver Wettbewerb zwischen den Plattformen, während gleichzeitig ihre Marktposition ständig durch neue Innovatoren in Frage gestellt wird.
Der einzige Ort, an dem Gatekeeper die Spielregeln beeinflussen können, ist auf ihrer eigenen Plattform. Obwohl sie jedoch die volle Kontrolle über die Festlegung der Nutzungsbedingungen für die Benutzer haben, haben sie keinen Anreiz, diese ungünstig festzulegen. Dies zeigt sich am besten, wenn es um verschiedene Praktiken geht, die der DMA-Vorschlag einschränkt oder ganz verbietet.
In der Studie zeigen wir, dass sich diese Geschäftspraktiken bewährt haben und von vielen Unternehmen in der Offline-Welt legitim genutzt werden. Darüber hinaus gibt es in der Literatur eine Reihe von wirtschaftlichen Erklärungen dafür, warum diese Geschäftspraktiken kein Ausdruck von wettbewerbswidrigem Verhalten sind, sondern stattdessen sowohl den Endnutzern als auch den geschäftlichen Nutzern der Plattform einen höheren Wohlstand bieten.
Wir empfehlen daher, dass die DMA die Zentralisierung und Automatisierung des gesamten Prozesses zur Identifizierung von „Gatekeepern“ und einzelnen verbotenen Geschäftspraktiken überdenkt. Aus Sicht der CEE-Region ist es wichtig, das dynamische Element des Wettbewerbs zu erhalten. Dies kann erreicht werden, indem die statischen und ex ante Ansatz im DMA mit einem polyzentrischen Ansatz, bei dem nationale Kapazitäten in die Entscheidungsfindung einbezogen werden und gleichzeitig ein offener Regulierungsdialog aufrechterhalten wird, an dem Internetunternehmen selbst die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen.
Robert Chovanculiak, PhD ist Analyst bei INESS und Hauptautor der Ökonomische Analyse des Digitalmarktgesetzes.
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