EU-Recht
Der Rechtsstaatsbericht stärkt die Demokratie und die Grundrechte in der EU.
Ein funktionierender Rechtsstaat ermöglicht unabhängige Justizsysteme, wirksame Antikorruptionsgesetze, freie und pluralistische Medien sowie starke Kontrollmechanismen, die unsere Rechte schützen und unser Vertrauen in öffentliche Institutionen und die Demokratie stärken. Er schafft zudem Rechtssicherheit, die Investitionen, Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftswachstum fördert. Wie bereits in den Vorjahren zeigt der Rechtsstaatsbericht der Europäischen Kommission 2026, wie gut der Rechtsstaat in der EU und in vier potenziellen EU-Mitgliedstaaten – Albanien, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien – funktioniert.
Insgesamt bestätigt der Bericht eine überwiegend positive Entwicklung und zeigt anhaltende Fortschritte in vielen EU-Ländern, wo bedeutende Reformen abgeschlossen oder bereits im Gange sind. Obwohl einige Herausforderungen weiterhin bestehen und die Fortschritte uneinheitlich sind, treiben der Bericht und seine Empfehlungen Reformen und Veränderungen in allen beobachteten Ländern weiterhin voran.
Die wichtigsten Ergebnisse
Justizsysteme
Viele EU-Länder haben im vergangenen Jahr Fortschritte bei den Justizreformen erzielt. Zu den ergriffenen Maßnahmen gehören die Stärkung der Unabhängigkeit der Justizräte, zusätzliche Schutzmaßnahmen für die Ernennung von Richtern und Disziplinarverfahren sowie die Stärkung der Autonomie der Staatsanwaltschaften.
Antikorruption
Alle EU-Länder führen nun mit Unterstützung der Kommission die neue EU-Richtlinie ein. Richtlinie zur Bekämpfung der KorruptionDadurch wird ein Rahmen geschaffen, um Korruption in der EU zu verhindern, aufzudecken und zu ahnden.
Mehrere EU-Länder haben außerdem neue Antikorruptionsstrategien entwickelt und ihre institutionellen Kapazitäten zur Bekämpfung der Korruption gestärkt.
Medienfreiheit und Pluralismus
In den EU-Ländern sind Reformen im Gange, um ihre nationalen Gesetze an die EU-Vorschriften anzugleichen. Europäisches Medienfreiheitsgesetz.
Mehrere EU-Länder stärken die Unabhängigkeit und Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien und gewährleisten Fairness und Transparenz bei der Vergabe staatlicher Werbegelder.
Die Sicherheit von Journalisten bleibt eine Priorität der Kommission, die ihre Richtlinien aktualisiert. Empfehlung zur Sicherheit von Journalisten.
Viele EU-Länder ergreifen konkrete Maßnahmen, um dem Phänomen der strategischen Klagen gegen die Bürgerbeteiligung (SLAPPs) entgegenzuwirken, und die Kommission arbeitet weiterhin mit ihnen zusammen, um die Umsetzung und Anwendung der Anti-SLAPP-Richtlinie.
Institutionelle Kontrolle und Ausgleich
In einigen EU-Ländern bestehen weiterhin Mängel hinsichtlich des übermäßigen Einsatzes von Eilverfahren und der mangelnden Einbeziehung der Interessengruppen.
Viele EU-Länder schaffen weiterhin ein förderliches und unterstützendes Umfeld für die Zivilgesellschaft und setzen ihre Bemühungen zur weiteren Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen fort. Zivilgesellschaftliche Akteure in mehreren EU-Ländern berichten jedoch weiterhin von Herausforderungen, darunter Einschränkungen bei der Finanzierung und der friedlichen Versammlung.
Der Bericht hebt die Bedeutung der Rechtsstaatlichkeit in all diesen Sektoren für das Funktionieren des Binnenmarktes und das Geschäftsumfeld hervor.
Die Kommission fordert die EU-Länder auf, die im diesjährigen Bericht genannten Herausforderungen anzugehen, und ist bereit, die Umsetzung der Empfehlungen zu unterstützen.
Weitere Informationen
Rechtsstaatlichkeitsbericht 2026
Eurobarometer-Blitzbericht 584 zu den Herausforderungen und Prioritäten der EU
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