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Kino Movie Review: The Iceman (2012)
Von Agata Olbrycht
Wie so oft kam die Nachricht, dass ein ganz normaler Mann ein Serienmörder war, für seine Familie völlig überraschend. Die Rede ist von Richard Kuklinski (Michael Shannon), einem Pornofilm-Labortechniker polnischer Abstammung, der in den 1960er Jahren ein Angebot seines Mafiabosses erhielt und seine Karriere als Auftragskiller für die Mafia änderte. In The Iceman (2012)Ariel Vromen zeichnet das Porträt eines kaltblütigen, emotionslosen Mannes, der nicht zögerte, mehr als 100 Menschen zu töten, zunächst für die Mafia, dann, aufgrund der Mafiapolitik, als Partner des psychotischen Vollstreckers Robert Pronge (Chris Evans). In Zusammenarbeit mit Pronge entwickelte Kuklinski die Strategie, die Körper seiner Opfer einzufrieren, was ihm den Spitznamen „The Iceman“ einbrachte. Betrachtet man jedoch die Aufnahmen von Shannon mit seinen leeren Augen und dem stets ernsten Gesicht, kommt man zu dem Schluss, dass der Spitzname eine doppelte Bedeutung haben könnte.
Kuklinski gelang es auch gegenüber seiner Frau und seinen beiden Töchtern, diese ernste Miene zu wahren, als er kühn behauptete, er habe jahrelang als Geschäftsmann gearbeitet, obwohl er in Wirklichkeit von der Mafia angeheuert worden sei. Seine Frau (Winona Ryder) und seine Kinder erfuhren die Wahrheit erst nach seiner Verhaftung 1986.
Der Film ist insgesamt recht kühl und sparsam in seiner Umsetzung. Die Morde sind zahlreich und wiederholen sich, werden aber nie aus nächster Nähe gezeigt – das Mafiageschäft wird ohne unnötige Emotionen dargestellt, und es wird kaum erwähnt, dass Kuklinkis Vergangenheit sein Handeln beeinflusst hat. Ein misshandelnder Vater wird kurz erwähnt, doch das Ausmaß seiner Folter als Kind und die Tatsache, dass er nach dem Verlassen des Hauses auf der Straße aufwuchs, werden nicht beschrieben. Ebenso wenig die erschreckende Wahrheit, dass er, bevor er zum professionellen Serienkiller wurde, rund 50 Obdachlose ermordete (beginnend mit der Tötung eines jugendlichen Gangleaders im Alter von 13 Jahren).
Was jedoch fehlt, ist eine Erklärung zu den Umständen seiner Verhaftung. Vielleicht sind auch die Details nicht öffentlich bekannt. Wir wissen nur, dass sein Freund, der ebenfalls in Mafia-Geschäfte verwickelt war, etwas mit Kuklinskis endgültigem Scheitern zu tun hatte. Trocken und sachlich, The Iceman gibt Ihnen die Schauer und lässt Sie sich fragen, was mit der Welt und mit Menschen, die zu dem werden, was Kuklinski wurde, falsch ist.
105 Min.
Um den Trailer zu sehen, klicke hier.
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