Kasachstan
Der Botschafter fordert eine Beschleunigung der Zusammenarbeit zwischen der EU und Kasachstan.
Der kasachische Botschafter in Belgien, der EU und der NATO, Roman Vassilenko, hat die Europäische Union dringend aufgefordert, die Fortschritte in wichtigen Bereichen der Zusammenarbeit – von Konnektivität und Infrastruktur bis hin zu Energiesicherheit und Rohstoffen – zu beschleunigen. Er sagte, beide Seiten müssten „die Dynamik beibehalten“, da die Partnerschaft eine entscheidende Phase erreiche.
In Brüssel erklärte Botschafter Vassilenko, dass die Beziehungen zwar stark seien und sich stetig ausweiteten – insbesondere in Bereichen wie Handel, Konnektivität und strategischen Rohstoffen –, lange Bearbeitungszeiten und bürokratische Verfahren die Umsetzung jedoch weiterhin verlangsamten.
Konnektivität: „Das brisanteste Thema“ in den Beziehungen zwischen der EU und Kasachstan
Der Botschafter platzierte Konnektivität Er bezeichnete das Thema als eines der brisantesten zwischen Kasachstan und der Europäischen Union und erklärte, beide Seiten sollten die Arbeiten an Transportwegen, Logistik und grenzüberschreitender Infrastruktur beschleunigen.
Er erinnerte daran, dass zwei Jahre zuvor ein Investorenforum in Brüssel angekündigt hatte. rund 10 Milliarden Euro für Machbarkeitsstudien und die frühzeitige Infrastrukturplanung in ganz Zentralasien. Die Fortschritte verliefen jedoch langsamer als erhofft.
„Zwei Jahre später befinden wir uns immer noch in der Anfangsphase. Viele zusätzliche Faktoren – technischer, finanzieller und bürokratischer Natur – haben den Zeitplan verlängert“, sagte er.
Angesichts der sich verändernden globalen Dynamik und der Anfälligkeit der Lieferketten argumentierte der Botschafter, dass die EU und Kasachstan „schneller handeln“ müssten, um die eurasische Konnektivität, einschließlich der zunehmend strategischen transkaspischen Routen, zu stärken.
Energie und Rohstoffe: Kasachstan als strategischer Lieferant
Botschafter Vassilenko hob Kasachstans langjährige Rolle als zuverlässiger Energielieferant Europas hervor. Er erklärte, dass Kasachstan produziere ca. Jährlich werden 100 Millionen Tonnen Öl gefördert, wobei der größte Teil exportiert wird und Europa der wichtigste Absatzmarkt bleibt.
Er unterstrich zudem die Bedeutung des Landes für die globalen Lieferketten von Kernbrennstoffen und Rohstoffen. Kasachstan ist der weltweit größte Uranproduzent und deckt laut dem Botschafter „etwa 40 Prozent des globalen Bedarfs“. Er fügte hinzu, dass Kasachstan über „21 der 34 Elemente verfügt, die von der EU als kritische Rohstoffe eingestuft werden“.
Regionale Zusammenarbeit: Eine gemeinsame Vision für Zentralasien
Der Botschafter zeigte sich optimistisch hinsichtlich der Zukunft der regionalen Integration.
„In unserer Region werden Erfolge geteilt – und Herausforderungen ebenso“, sagte er.
Er stellte fest, dass der Handel zwischen den fünf zentralasiatischen Nationen deutlich zugenommen hat, und zwar von € 5 Milliarden in 2018 zu 11 Milliarden Euro heuteDies spiegelt die gestärkten wirtschaftlichen Beziehungen und die engere regionale Identität wider.
Blick in die Zukunft: Zwischenmenschliche Beziehungen und ein technologisch fortschrittlicheres Kasachstan
Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums Erweitertes Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (EPCA) zwischen der EU und KasachstanBotschafter Vassilenko sagte, dass sich das nächste Jahrzehnt zunehmend auf Qualifikationen, Mobilität und Innovation konzentrieren werde.
Er prognostizierte erleichterte Visabestimmungen, mehr Studentenaustausche, eine verstärkte akademische Zusammenarbeit und die Entwicklung einer technologisch fortschrittlicheren kasachischen Wirtschaft. Eine stärkere digitale Angleichung, regulatorische Kooperation und Investitionen in Humankapital würden Kasachstan ermöglichen, eine noch zentralere Rolle in den eurasisch-europäischen Beziehungen zu spielen.
„Die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union stellen sowohl eine Herausforderung als auch eine Stärke dar“, fügte er hinzu. „Einen Konsens zu erzielen braucht Zeit – aber wenn die EU einmal handelt, dann mit echter Kraft.“
Eine Partnerschaft, die für die nächste Phase bereit ist
Trotz der Frustration über die langsame Umsetzung in bestimmten Bereichen zeigte sich der Botschafter zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit zwischen der EU und Kasachstan in eine weitaus aktivere und dynamischere Phase eintritt.
Sein Aufruf zur „Beschleunigung“ der Zusammenarbeit signalisiert eine weitergehende Botschaft: Beide Seiten erkennen die wachsende strategische Bedeutung ihrer Beziehung an – und müssen nun effizienter zusammenarbeiten, um gemeinsame Ziele in den Bereichen Konnektivität, Energie, Rohstoffe und regionale Stabilität zu erreichen.
Teile diesen Artikel:
-
Europäische KommissionVor 4 TagenDie Kommission veranstaltet das erste Forum zur Wasserresilienz, um Maßnahmen gegen Europas wachsende Wasserprobleme voranzutreiben.
-
AserbaidschanVor 2 TagenFriedensbildung durch Vernetzung: Ein strategischer Blick auf den Normalisierungsprozess zwischen Aserbaidschan und Armenien
-
InternetVor 4 TagenDie Kommission verhängt Bußgelder in Höhe von 120 Millionen Euro gemäß dem Gesetz über digitale Dienste.
-
EU-FinanzrahmenVor 3 TagenKommission legt umfangreiches Paket zur vollständigen Integration der EU-Finanzmärkte vor

