Kasachstan
Kasachstan und die Europäische Union verstärken den Dialog auf der 22. Sitzung des Parlamentarischen Kooperationsausschusses
Die 22. Sitzung des Parlamentarischen Kooperationsausschusses „Republik Kasachstan – Europäische Union“ (PCC) fand in Brüssel statt. Die Veranstaltung fiel mit dem bevorstehenden Jubiläum des zehnten Jahrestages der Unterzeichnung des Abkommens über die erweiterte Partnerschaft und Zusammenarbeit (EPCA) zwischen Kasachstan und der EU sowie ihren Mitgliedstaaten am 21. Dezember 2015 in Astana zusammen. Seither dient das Abkommen als rechtliche Grundlage für die Stärkung der strategischen Partnerschaft zwischen Kasachstan und der EU in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur/Humanitäre Angelegenheiten und umfasst auch die interparlamentarischen Beziehungen.
Den Vorsitz des PCC-Treffens führten Aigul Kuspan, Vorsitzende des Ausschusses für Internationale Angelegenheiten, Verteidigung und Sicherheit der Mazhilis des Parlaments der Republik Kasachstan, und Guisi Princi, Leiter der Delegation des Europäischen Parlaments für die Beziehungen zu Zentralasien.
Zu Beginn des Treffens hoben die Ko-Vorsitzenden die Stabilität der strategischen Partnerschaft zwischen der EU und Kasachstan hervor und betonten, dass diese in den letzten Jahren ein qualitativ neues Niveau erreicht habe. Sie unterstrichen gemeinsam die deutliche Ausweitung des Dialogs zwischen Astana und Brüssel zu Reformfragen, wirtschaftlicher Transformation und Modernisierung der öffentlichen Verwaltung in Kasachstan.
Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, dass die praktische Umsetzung des EPCA neue Horizonte und Möglichkeiten für den Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit eröffnet und der Entwicklung von Unternehmertum, Investitionen und Innovation starke Impulse verleiht.
- Princi betonte, dass die Europäische Union der Stärkung der Zusammenarbeit mit Kasachstan, einem verlässlichen politischen Partner Europas, „besondere Bedeutung“ beimesse. Sie begrüßte den offenen und substanziellen Dialog zu einer Vielzahl von Themen, darunter aktuelle globale Herausforderungen wie Klimawandel, technologische Entwicklung, nachhaltiges Wachstum und andere Aspekte.
Der Leiter der europäischen Delegation bewertete die in Kasachstan durchgeführten Reformen positiv und bekräftigte die Bereitschaft der EU, den Prozess des institutionellen Wandels im Land weiterhin zu unterstützen.
Im Hinblick auf die Vertiefung der Zusammenarbeit im humanitären Bereich sprach sich G. Princi uneingeschränkt für die Stärkung der akademischen Beziehungen aus, insbesondere zwischen Universitäten und Forschungsinstituten Kasachstans und den EU-Mitgliedstaaten, und wies auf das hohe Potenzial für eine Interaktion in dieser Richtung hin.
Die Parteien legten besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der interparlamentarischen Zusammenarbeit, die sich dank regelmäßiger Treffen, Erfahrungsaustausch und direktem Dialog zwischen den Parlamentsmitgliedern stetig festigt. Hervorgehoben wurde, dass die parlamentarische Diplomatie eine Schlüsselrolle beim Aufbau von Vertrauen, der Unterstützung von Reformen, der Förderung demokratischer Institutionen und der Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses zwischen den Völkern spielt. Die Parteien erklärten sich bereit, die Arbeit der Parlamentsausschüsse zu intensivieren, den thematischen Austausch auszuweiten und die Koordinierung in multilateralen Formaten zu stärken.
Darüber hinaus erörterten die Teilnehmer der Veranstaltung ausführlich die Entwicklung der Wirtschaftspartnerschaft. Kasachstan ist der größte Handelspartner der EU in Zentralasien, während die Europäische Union der wichtigste Investor in der kasachischen Wirtschaft ist. Im Fokus standen insbesondere die Perspektiven für eine Diversifizierung des Handels, die Entwicklung nachhaltiger Lieferketten, die Zusammenarbeit bei der grünen und digitalen Transformation, Innovationen und der Rohstoffverarbeitung. Besonderes Interesse galt den Fortschritten bei der Umsetzung der 2022 zwischen Kasachstan und der EU unterzeichneten Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen.
Gemeinsam mit dem Ausschuss für Verkehr und Tourismus des Europäischen Parlaments wurden der aktuelle Stand und die Perspektiven der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verkehrsverbindungen eingehend geprüft. Dabei wurden unter anderem der Ausbau und die Modernisierung der Logistikinfrastruktur, die Entwicklung multimodaler Transporte und die Stärkung des Potenzials der Transkaspischen Internationalen Transportroute („Mittlerer Korridor“) erörtert.
Im Rahmen des regionalen Kooperationsformats „Zentralasien – Europäische Union“ erörterten die Seiten die Zusammenarbeit in den Bereichen effektives Wassermanagement, Ausbau der Verkehrs- und Wirtschaftsverbindungen sowie Sicherheitsfragen. Die Parteien bekräftigten ihr Engagement für die gemeinsame Arbeit an der nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und der Stärkung der regionalen Resilienz.
Die Delegationen Kasachstans und der EU erörterten zudem Fragen der Menschenrechte, der Rechtsstaatlichkeit, der guten Regierungsführung und der Mobilität der Bürger. Hervorgehoben wurde die Bedeutung fortgesetzter Systemreformen in Kasachstan, der Stärkung der Zivilgesellschaft und des Ausbaus von Bildungsprogrammen und akademischer Mobilität – einschließlich der EU-Initiative „Erasmus+“.
Zum Abschluss des Treffens zeigten sich die Parteien zufrieden mit den erfolgreichen Ergebnissen der zehnjährigen Umsetzung des EPCA und bekräftigten ihr gegenseitiges Engagement für die weitere Stärkung der strategischen Partnerschaft zwischen Kasachstan und der Europäischen Union, die Initiierung neuer gemeinsamer Projekte und die wirksame Bewältigung regionaler und globaler Herausforderungen.
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