Kasachstan
Der Bau der Seidenstraße des 21. Jahrhunderts – die Rolle Kasachstans
Auf dem Astana International Forum (AIF) 2025 betonte der stellvertretende Außenminister Kasachstans, Akan Rakhmetullin, die strategische Bedeutung der Verkehrsanbindung und der Exportdiversifizierung für Binnenstaaten. Für Kasachstan sei der Zugang zu externen Märkten nicht nur eine politische Priorität, sondern eine existenzielle Notwendigkeit, betonte er.
Um auf die Frage der regionalen Vernetzung und der breiteren Rolle Kasachstans im eurasischen Handel zurückzukommen, begann Rakhmetullin mit der Betonung des geografischen Kontexts des Landes:
„Wir sind die größte Binnenregion und das größte Binnenland. Für uns ist es äußerst und existenziell wichtig, unsere Exportrouten auszubauen und unsere Transit- und Transportmöglichkeiten zu erweitern.“
Dieser Imperativ sei von zentraler Bedeutung für die internationale Wirtschaftspolitik Kasachstans, sagte er.
„Es ist existenziell wichtig, hinauszugehen und die externen Märkte zu erschließen“, betonte er.
Ein Schlüsselelement dieser Vision ist der Mittlere Korridor – eine multimodale Transportroute, die China über Zentralasien, das Kaspische Meer und den Südkaukasus mit Europa verbindet.
„Wir betrachten den Mittleren Korridor als eine der Routen, die diesem Zweck dienen können – unsere Exporte zu verzweigen, zu diversifizieren und nicht abhängig zu sein“, erklärte Rakhmetullin.
Er merkte an, dass Kasachstan einen pragmatischen und integrativen Ansatz verfolgt und eng mit seinen Nachbarn in der Region zusammenarbeitet:
„Gemeinsam mit unseren regionalen Partnern widmen wir dem ganz besondere Aufmerksamkeit“, sagte er und verwies auf die aktive Teilnahme Kasachstans sowohl an der Belt and Road Initiative (BRI) als auch an den umfassenderen Bemühungen zur Wiederbelebung der alten Seidenstraße.
Kasachstan, das flächenmäßig neuntgrößte Land der Welt, ist zu einem wichtigen Partner der chinesischen Belt and Road Initiative (BRI) geworden, einem riesigen Infrastrukturprojekt, das Asien, Europa und Afrika durch ein Netzwerk aus Eisenbahnen, Straßen, Häfen und anderen Einrichtungen verbinden soll.
Wir sind Teil dieses Weges, der an einem Scheideweg liegt – an einem Scheideweg der Kontinente, an einem Scheideweg des Handels. Kasachstan und ich denke, die Länder der Region im weiteren Sinne unterstützen diese Idee, und wir sind bereit, daran mitzuarbeiten.
Rakhmetullins Bemerkungen stehen im Einklang mit der zunehmend sichtbaren Rolle Kasachstans als Bindeglied zwischen Ost und West, Nord und Süd – einem Land, das seine geografische Lage, Neutralität und Diplomatie nutzt, um Handel und Zusammenarbeit im 21. Jahrhundert zu gestalten.
„Unser Ziel ist es, immer die besten Dienstleistungen zu bieten, wenn diese verlangt werden“, schloss er.
Während sich die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit zunehmend auf die strategischen Korridore Zentralasiens richtet, positioniert sich Kasachstan weiterhin nicht nur als Transitknotenpunkt, sondern auch als proaktiver Partner beim Aufbau eines widerstandsfähigeren und vernetzteren Eurasiens.
Thomas Greminger betonte während des Astana International Forum auch die wichtige Rolle Kasachstans auf dem Weltmarkt.
Vor einem internationalen Publikum aus Politikern, Diplomaten und Vordenkern argumentierte Greminger, dass Mittelmächte in einer zunehmend fragmentierten Weltlage eine einzigartige Rolle als Brückenbauer spielen könnten. „Mittelmächte können auch Brückenbauer sein“, erklärte er, „und ich denke, ein hervorragendes Beispiel dafür ist die Rolle neutraler und blockfreier Länder im Vorfeld der Schlussakte von Helsinki von 1975.“
Greminger verwies auf den Helsinki-Prozess aus der Zeit des Kalten Krieges als Modell multilateraler Diplomatie und betonte, wie entscheidend neutrale und blockfreie Staaten den Dialog zwischen Großmächten förderten. Er zog Parallelen zur heutigen Diplomatie und verwies auf Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Brasilien und Saudi-Arabien, die ähnliche Formen der Vermittlung praktizierten.
Greminger hob außerdem sein Heimatland Schweiz als langjähriges Beispiel neutraler Vermittlung hervor und lobte insbesondere die wachsende diplomatische Präsenz Kasachstans: „Wir sehen Kasachstan mit seiner stillen Diplomatie und seiner Arbeit als Vermittler in zahlreichen Fragen“, bemerkte er und bekräftigte das Engagement des zentralasiatischen Landes, den Dialog in einem komplexen geopolitischen Umfeld zu fördern.
In seinem Schlusswort beschrieb Greminger die Welt als „zunehmend tripolar“, wobei immer mehr Staaten in die Kategorie der Mittelmächte fielen. Er forderte diese Länder auf, ihre Rolle als Normgeber wahrzunehmen: „Mittelmächte haben sowohl ein Eigeninteresse als auch ein kollektives Interesse daran, internationale Normen zu gestalten und aufrechtzuerhalten, flexibel zu bleiben und sich an eine unvorhersehbare Weltordnung anzupassen.“
Er schloss mit einer klaren Botschaft: „Sie haben eindeutig ein Interesse daran, wo immer möglich zusammenzuhalten und Brücken zu bauen, um nicht zwischen die Fronten der Großmachtrivalität oder der Hegemonie zu geraten.“
Gremingers Bemerkungen fanden großen Anklang auf einem Forum, das sich zu einer zentralen Plattform für den Dialog zwischen den Ländern des globalen Südens und den aufstrebenden Mittelmächten entwickelt hat, wobei sich Kasachstan an die Spitze dieser Dynamik stellt.
Literaturverzeichnis Kasachstans Ansatz zur Belt and Road Initiative: China auf seine Weise begegnen
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