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Interview

Von Kontakten zu Verträgen: Wie strategisches Networking das internationale Geschäft vorantreibt 

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Heute sprechen wir mit Mehmet Göktürk İplikçioğlu (im Bild), ein Unternehmer und internationaler Berater, der seit 2001 im globalen Geschäft aktiv ist. İplikçioğlu hat seine eigenen Investitionen in verschiedenen Sektoren aufgebaut, vom internationalen Hochschulwesen über die internationale Unternehmensberatung und den internationalen Handel bis hin zur Verteidigungsindustrie. schreibt Gary Cartwright. 

Er ist der Gründer und Generaldirektor der TEOMAN Corp.TEOMAN Corp. ist eine internationale Unternehmensberatung, die Unternehmen bei der Marktforschung, der Identifizierung der richtigen Märkte für die richtigen Produkte, der Suche nach strategischen Partnern, der Strukturierung von Investitionen und der Einhaltung internationaler Handelsgesetze unterstützt. TEOMAN Corp. bietet umfassende Dienstleistungen für Investoren und Unternehmen in ganz Amerika an. Europa, Zentralasien und der Nahe Osten, um ihren Markteintritt und ihr Wachstum in neuen Märkten zu unterstützen. 

Interviewer: 

Herr İplikçioğlu, seit 2001 hat sich im internationalen Geschäftsleben viel verändert. Wie würden Sie die Entwicklung des globalen Geschäftsumfelds im Laufe Ihrer Karriere beschreiben? 

İplikçioğlu: 

Als ich 2001 anfing, war das internationale Geschäftsumfeld zwar schon dynamisch, aber noch deutlich berechenbarer als heute. Seither ist die Welt stärker vernetzt und gleichzeitig fragiler geworden. Wir sehen uns mit geopolitischen Spannungen, Sanktionen, Unterbrechungen der Lieferketten, neuen Sicherheitsbedenken, rasanter Digitalisierung und einem starken Fokus auf Nachhaltigkeit und Compliance konfrontiert. Für Unternehmen birgt dies sowohl Risiken als auch Chancen. Sich ausschließlich auf den lokalen Markt zu konzentrieren, ist keine sichere Option mehr; es kann sogar ein strategisches Risiko darstellen. Wer lernt, international zu denken und zu handeln – wer unterschiedliche Märkte, Regulierungen und Kulturen versteht – kann sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen. In diesem Umfeld Informationen, Beziehungen und Ruf sind genauso wichtig wie Kapital. 

Interviewer: 

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Warum ist Networking aus dieser Perspektive so zentral für den Erfolg im internationalen Geschäft? Reicht ein gutes Produkt oder eine gute Dienstleistung nicht aus? 

İplikçioğlu: 

Ein überzeugendes Produkt oder eine gute Dienstleistung sind die Mindestvoraussetzung; sie sind die Eintrittskarte. Internationale Geschäfte basieren jedoch auf VertrauensVertrauen entsteht zwischen Menschen. Beim Eintritt in einen neuen Markt findet man die entscheidenden Informationen selten in offiziellen Broschüren. Es geht darum zu verstehen, wer die eigentlichen Entscheidungsträger sind, wie Verhandlungen geführt werden und welche ungeschriebenen Regeln gelten. Diese Erkenntnisse stammen aus BeziehungenNicht über Suchmaschinen. Effektives Networking verkürzt Vertriebszyklen, öffnet Türen, die sonst verschlossen blieben, und reduziert Risiken, da Partner und Geschäftsmöglichkeiten durch vertrauenswürdige Kontakte validiert werden können. Viele Geschäfte werden in Wirklichkeit im informellen Rahmen von Netzwerken lange vor der Unterzeichnung des formellen Vertrags abgeschlossen. 

Interviewer: 

Sie betonen häufig die Bedeutung internationaler Handelsplattformen und Wirtschaftsorganisationen. Warum sind diese Strukturen so strategisch wichtig? 

İplikçioğlu: 

Internationale Handelsplattformen, Handelskammern, Branchencluster und Wirtschaftsräte sind nicht nur symbolische Mitgliedschaften; sie sind strategische PlattformenErstens bieten sie Folgendes an: GlaubwürdigkeitDie Zugehörigkeit zu anerkannten Strukturen signalisiert, dass das Unternehmen seriös, professionell und dem Sektor verpflichtet ist. Zweitens bieten sie ZugangSie bringen Entscheidungsträger, politische Akteure, Investoren und potenzielle Partner in einem Ökosystem zusammen. Drittens bieten sie InformationMitglieder erhalten frühzeitig 

Aktualisierungen zu Vorschriften, Ausschreibungen, Fördermöglichkeiten und Marktveränderungen. Schließlich bieten sie eine StimmeAnstatt nur auf Entscheidungen zu reagieren, können Unternehmen an Arbeitsgruppen, Taskforces und Foren teilnehmen, die dazu beitragen, das Geschäftsumfeld, in dem sie tätig sind, aktiv mitzugestalten. 

Interviewer: 

Viele Unternehmen zahlen Mitgliedsbeiträge, nutzen diese Plattformen aber nicht effektiv. Wie sollte man Ihrer Erfahrung nach mit dem Thema Mitgliedschaft umgehen? 

İplikçioğlu:
Mitgliedschaft muss als eine strategische Investition, nicht als jährliche Verwaltungskosten. Passivität bringt kaum Mehrwert. Der Ansatz sollte lauten: 

  • Gegenwart: Erscheine regelmäßig bei Veranstaltungen, insbesondere bei kleineren Arbeitstreffen, wo die eigentlichen Diskussionen stattfinden. 
  • Beitrag: In Podiumsdiskussionen sprechen, Fallstudien vorstellen, Fachwissen für Ausschüsse und Arbeitsgruppen anbieten. 
  • Nachverfolgen: Nehmen Sie nach jeder Veranstaltung Kontakt mit den relevanten Teilnehmern auf, senden Sie eine kurze Nachricht und schlagen Sie bei Synergien einen konkreten nächsten Schritt vor. 
  • Ausrichtung an der Strategie: Wählen Sie Plattformen aus, die wirklich zu den Zielmärkten und -branchen des Unternehmens passen, und definieren Sie klare Ziele, wie z. B. die Suche nach Vertriebspartnern in einer bestimmten Region oder die Identifizierung von Technologieanbietern für eine zukünftige Zusammenarbeit. 
    Wenn ein Unternehmen sichtbar, hilfsbereit und beständig ist, wird die Plattform zu einer Multiplikator seiner Bemühungen. 
    Interviewer: 
    Sie sind auch sehr aktiv in internationalen Foren und Netzwerkveranstaltungen. Wie kann eine Führungskraft diese Veranstaltungen in echten Mehrwert verwandeln und nicht nur in eine Sammlung von Visitenkarten? 
    İplikçioğlu:
    Bei einer Veranstaltung sollte es nicht darum gehen, beschäftigt zu sein; es sollte darum gehen, … wirksamDer Schlüssel liegt in der Vorbereitung und Nachbereitung. Vor einer Veranstaltung mache ich immer Folgendes: 
  1. Ziele definieren – Suche ich Partner, Kunden, Investoren oder ganz bestimmte Informationen? 
  2. Untersuchen Sie die Teilnehmer – Identifizieren Sie eine begrenzte Anzahl von Personen, die wirklich strategisch wichtig sind, um sie zu treffen. 
  3. Nehmen Sie im Voraus Kontakt auf. – Eine kurze Nachricht wie „Ich sehe, dass wir beide an diesem Forum teilnehmen werden; es wäre wertvoll, sich über X auszutauschen“ schlägt bereits eine Brücke. 

Während der Veranstaltung konzentriere ich mich auf QualitätsgesprächeNicht die Lautstärke ist entscheidend. Ich höre aufmerksam zu, versuche zu verstehen, was mein Gegenüber braucht, und suche nach Möglichkeiten, Mehrwert zu schaffen. Nach der Veranstaltung melde ich mich kurz mit einer kurzen Nachricht und einem konkreten Vorschlag: ein Telefonat, ein Treffen oder eine konkrete Vorstellung. So wird aus einem Kontakt eine Beziehung und aus einer Beziehung ein Projekt. 

Interviewer: 

Welche praktischen ersten Schritte würden Sie Fachleuten oder Unternehmern empfehlen, die gerade erst damit beginnen, ein internationales Netzwerk aufzubauen? 

İplikçioğlu: 

Ein einfacher, realistischer Fahrplan könnte so aussehen: 

  1. Positionierung klären
    Man muss in wenigen Sätzen erklären können, wer das Unternehmen ist, was es anbietet und welche Art von Partnern oder Kunden es sucht. Ohne Klarheit wird Networking ziellos. 
  2. Professionalisieren Sie Ihre digitale Präsenz
    Professionelle Online-Profile, die Unternehmenswebsite und grundlegende Präsentationsmaterialien sollten die internationalen Ambitionen und Kernkompetenzen klar widerspiegeln. Oft ist der digitale Fußabdruck der erste und manchmal einzige erste Eindruck. 
  3. Wählen Sie einige relevante Plattformen aus.
    Es ist besser, in einigen wenigen, gut ausgewählten internationalen Wirtschaftsplattformen und -kammern wirklich aktiv zu sein, als vielen beizutreten und unsichtbar zu bleiben. 
  4. Zeigen Sie sich konsequent
    Die Teilnahme an Veranstaltungen – sowohl vor Ort als auch online – schafft Vertrautheit. Man beginnt, den Namen und das Gesicht wiederzuerkennen; das Vertrauen wächst mit der Zeit. 
  5. Geben Sie, bevor Sie bitten
    Teilen Sie Informationen, stellen Sie Kontakte her und unterstützen Sie andere, wo immer möglich. Wer als jemand gilt, der Mehrwert schafft, zieht automatisch Chancen an. 

Interviewer: 

Welche Rolle sehen Sie in diesem Zusammenhang für professionelle Online-Netzwerkplattformen? 

İplikçioğlu:
Professionelle Online-Plattformen sind jetzt wesentliche Erweiterungen Online-Netzwerke bieten Führungskräften die Möglichkeit, sich als Meinungsführer zu positionieren, indem sie analytische Erkenntnisse teilen, Branchenentwicklungen kommentieren oder kurze Artikel veröffentlichen. Sie ermöglichen es außerdem, Entscheidungsträger über Ländergrenzen hinweg zu erreichen, ohne auf eine Präsenzkonferenz warten zu müssen. Die effektivste Strategie ist die Integration beider Dimensionen: Treffen Sie Menschen auf Veranstaltungen, vernetzen Sie sich über professionelle Online-Kanäle, bleiben Sie durch regelmäßige Inhalte präsent und vertiefen Sie die Beziehungen anschließend durch gezielte Telefonate und Meetings. 

Interviewer: 

Wie können Unternehmen Netzwerke, Plattformen und Foren nutzen, um ihre Aktivitäten zu bewerben, ohne dabei zu kommerziell zu wirken? 

İplikçioğlu:
Der Schlüssel ist wertorientierte TransparenzStatt sich auf Eigenwerbung zu konzentrieren, fokussiert sich das Unternehmen darauf, reale Probleme in der Öffentlichkeit zu lösen. Dies kann geschehen durch: 

  • Teilnahme an Podiumsdiskussionen über konkrete Fallbeispiele und daraus gewonnene Erkenntnisse. 
  • Veröffentlichung von Kurzanalysen, Marktnotizen oder Mini-Berichten über Plattform- oder Netzwerkkanäle. 
  • Aktive Teilnahme an Arbeitsgruppen und Einbringen praktischer Perspektiven. 
  • Gemeinsame Organisation von Webinaren oder Gesprächsrunden zu Themen, die für die Zielgruppe relevant sind. 
    Auf diese Weise betreibt das Unternehmen keinen aggressiven Verkaufsprozess, sondern demonstriert Fachkompetenz und Zuverlässigkeit. Potenzielle Partner und Kunden erkennen in diesen Gesprächen ihre eigenen Herausforderungen und nehmen von sich aus Kontakt zum Unternehmen auf. Dies führt zu nachhaltigeren und qualitativ hochwertigeren Geschäftsbeziehungen. 

Interviewer: 

Kleine und mittlere Unternehmen haben oft das Gefühl, dass eine ernsthafte internationale Vernetzung ihr Budget übersteigt. Wie sehen Sie das? 

İplikçioğlu: 

KMU können – und sollten – definitiv internationale Netzwerke knüpfen. Ein riesiges Budget ist nicht erforderlich; was benötigt wird, ist Fokus und DisziplinEin KMU kann mit einer begrenzten Anzahl relevanter Plattformen, sorgfältig ausgewählten Veranstaltungen und gezielten Geschäftsreisen beginnen. Viele Foren bieten zudem kostengünstige oder Online-Teilnahmemöglichkeiten. Die wichtigste Investition besteht in der Zeit und Aufmerksamkeit, die dem Aufbau und der Pflege von Beziehungen gewidmet werden. Setzt das KMU klare Prioritäten und nutzt jede Networking-Gelegenheit strategisch, kann sich diese Investition sehr lohnen. 

Interviewer: 

Könnten Sie ein Beispiel aus Ihrer eigenen Erfahrung nennen, bei dem Networking oder Plattformarbeit direkt eine große Chance geschaffen hat? 

İplikçioğlu: 

In meiner Karriere begannen viele wichtige Projekte mit einem scheinbar einfachen Gespräch auf einer Konferenz oder in einer Arbeitsgruppe. So saß ich beispielsweise einmal mit einem potenziellen Partner auf einem internationalen Forum in einem Panel. Wir führten das Gespräch nach der Veranstaltung fort, tauschten Marktinformationen aus und stellten fest, dass sich unsere Netzwerke und Kundenportfolios hervorragend ergänzten. Daraus entstand eine gemeinsame Initiative, die beiden Seiten einen neuen Markt erschloss. Solche Situationen sind sehr typisch: Der wahre Wert des Netzwerkens zeigt sich oft erst Monate oder sogar Jahre später.Aber alles beginnt damit, präsent zu sein, zuzuhören und in Kontakt zu bleiben. 

Interviewer: 

Zum Schluss noch eine Frage an die Führungskräfte, die ihre internationale Position stärken wollen: Was möchten Sie ihnen sagen? 

İplikçioğlu:
Die Hauptaussage lautet: Versuchen Sie nicht, allein global zu expandieren.Die Welt ist zu komplex und verändert sich zu schnell. Bauen Sie Ihre internationale Reise auf drei Säulen auf: 

  1. Strategische Klarheit – Definieren Sie, welche Märkte, Sektoren und Partnerschaften wirklich relevant und realistisch sind. 
  2. Starke Netzwerke – Engagieren Sie sich aktiv auf internationalen Plattformen, Foren und in Geschäftsnetzwerken, die diesen Prioritäten entsprechen. 
  3. Konsequente Sichtbarkeit – Fachkompetenz unter Beweis stellen, sich an Diskussionen beteiligen und sich einen Ruf als zuverlässiger langfristiger Partner erarbeiten. 

Wenn diese drei Elemente zusammenkommen, jagt ein Unternehmen nicht nur Chancen hinterher; es ist in der Lage, die Auswahl zwischen die richtigen Gelegenheiten – und um dauerhafte, für beide Seiten vorteilhafte internationale Beziehungen aufzubauen. 

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