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Krebs

Aktivistinnen fordern Krebsvorsorgesysteme, „die für jede Frau funktionieren“.

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Jedes Jahr werden in Europa 58,000 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert und 27,000 Menschen sterben an dieser Krankheit – allesamt Folgen des humanen Papillomvirus (HPV). Doch Aktivisten sagen: „Das muss nicht so sein.“ Die Europäische Krebsorganisation (ECO) erklärt: „Europa hat alle Voraussetzungen, um Gebärmutterhalskrebs endgültig zu besiegen. Doch die Impf- und Vorsorgemaßnahmen sind nach wie vor uneinheitlich, sodass Tausende von Frauen weiterhin einem gefährlichen HPV-Risiko ausgesetzt sind.“ Das ist die Kernaussage eines neuen Berichts mit dem Titel „Closing the Gaps“, der soeben von der ECO veröffentlicht wurde. Die Studie liefert die erste europaweite Analyse nationaler Gebärmutterhalskrebs-Vorsorgeprogramme. Die Teilnahmequote an den Vorsorgeuntersuchungen variiert in der Region erheblich: von über 80 % in einigen nördlichen Ländern bis unter 50 % in anderen.

Laut Bericht sind solche Unterschiede häufig auf sozioökonomische, geografische und systembedingte Barrieren zurückzuführen. Frauen in ländlichen Gebieten, Frauen mit geringem Einkommen, Menschen mit Behinderungen oder Migrantenhintergrund stoßen dabei auf die größten Zugangshürden. „Dieser Bericht macht eine Botschaft unmissverständlich deutlich: Europa verfügt über das Wissen und die Instrumente, um Gebärmutterhalskrebs zu eliminieren. Der Fortschritt wird jedoch ins Stocken geraten, solange wir die anhaltenden Lücken beim Zugang, den Daten und der Programmqualität nicht schließen“, sagte Prof. Daniel Kelly, Co-Vorsitzender des HPV- und Hepatitis-B-Aktionsnetzwerks der Europäischen Kommission.

Durch die Umstellung auf primäre HPV-Tests, Investitionen in zuverlässige Register und die Gewährleistung von Chancengleichheit in jedem Schritt können die Mitgliedstaaten Prävention für alle erreichen – nicht nur für die am leichtesten erreichbaren Gruppen. Die Eliminierung ist möglich, aber nur, wenn wir Screening-Systeme bereitstellen, die für jede Frau in jeder Gemeinde funktionieren. „Closing the Gaps“ kombiniert Strategieanalyse, Umsetzungsanalyse und praktische Empfehlungen und wandelt Daten in konkrete Handlungsempfehlungen für nationale Entscheidungsträger und Programmverantwortliche um.

Der Bericht enthält konkrete Empfehlungen, die den europäischen Plan zur Krebsbekämpfung und sein Ziel, bis 2030 90 % der berechtigten Frauen zu untersuchen, unterstützen.

Dazu gehören: Einladungs- und Rückrufsysteme: Sicherstellung, dass jede berechtigte Frau in regelmäßigen Abständen zu einem Screening eingeladen wird – einschließlich Frauen aus unterversorgten oder marginalisierten Gemeinschaften – durch gezielte Kommunikation und die Überwindung sozialer und kultureller Barrieren.

Screening-Instrumente und -Intervalle: Übergang von Pap-Abstrichen zu primären HPV-Tests und Einführung risikobasierter Screening-Intervalle sowie klarer Nachsorgepfade, um eine rechtzeitige Behandlung und Kontinuität der Versorgung aller Frauen zu gewährleisten.

Register und Qualitätssicherung: Einrichtung robuster Datensysteme zur Erfassung der Teilnahme, Überwachung der Qualität und Messung der Ergebnisse. Diese sollten interoperabel sein und Impf-, Screening- und Behandlungsergebnisse verknüpfen sowie nationale Register mit dem Europäischen Gesundheitsdatenraum verbinden.

„Hinter jeder Statistik in diesem Bericht steht eine Frau, die vom System möglicherweise nicht erreicht wird – aufgrund ihres Wohnorts, ihres Einkommens, einer Behinderung oder der Sprache, die sie spricht“, sagte Professorin Margaret Stanley, Co-Vorsitzende des ECO HPV & Hep B Action Network. „Um diese Lücken zu schließen, müssen wir die Menschen dort abholen, wo sie sind: durch Selbstentnahme, aufsuchende Beratung, vertrauenswürdige Unterstützung vor Ort und verständliche Informationen in allen Sprachen und Formaten. Die Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs wird erst dann erreicht sein, wenn sich jede Frau gesehen und gehört fühlt und Zugang zu der Versorgung erhält, die ihr zusteht.“

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