Berlin geht davon aus, dass die ersten COVID-19-Impfstoffe Anfang 2021 verfügbar sein werden, und hat den 16 Bundesländern eine Frist bis zum 10. November gesetzt, um die Adressen von 60 Einrichtungen anzugeben, die als Lieferzentren für Hersteller dienen könnten.
Im Rahmen der von seinem Kabinett letzte Woche verabschiedeten nationalen Impfstrategie hat Deutschland die Bundesländer aufgefordert, zentrale Impfzentren einzurichten, die durch mobile Teams ergänzt werden, die in Pflegeheime gehen.
Der zentralisierte Ansatz unterstreicht die potenziellen logistischen Herausforderungen, denen sich Regierungen gegenübersehen, darunter begrenzte Vorräte, Mehrdosenfläschchen und komplexe Lageranforderungen.
Zu den am weitesten fortgeschrittenen Impfstoffen in Humantests gehören sogenannte mRNA-Impfstoffe, die von Moderna entwickelt werden MRNA.O und BioNTech BNTX.O die bei Temperaturen von bis zu minus 80 Grad Celsius (-112 Fahrenheit) gelagert werden müssen.
„Wir sind auf der Suche nach größeren Standorten, die zentral gelegen und großzügig sind. „Das könnte durchaus der Flughafen oder die Messe sein“, sagte ein Sprecher des Hamburger Gesundheitsministeriums und fügte hinzu, es sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen.
Größere, ländlichere Bundesländer wie Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein planen, Impfungen von einer zentralen Abgabestelle aus auf Kreise und Städte zu verteilen, sagten Sprecher der Gesundheitsbehörden.
Deutschland hat den Impfausschuss des Robert-Koch-Instituts gebeten, herauszufinden, welche gefährdeten Bevölkerungsgruppen zuerst geimpft werden sollten, obwohl erwartet wird, dass die Mitarbeiter an vorderster Front Priorität haben.
In einer zweiten Phase, in der mehr Impfstoffe in Einzeldosisfläschchen allgemein verfügbar sind, hofft Deutschland, Impfungen für die breite Bevölkerung in Arztpraxen verabreichen zu können.
Ein elektronisches Register wird erfassen, wer geimpft wurde, und es wird eine App entwickelt, mit der Menschen mögliche Nebenwirkungen erfassen können.
Der Umfang der deutschen Planung steht im Gegensatz zu Italien, wo die Behörden beabsichtigen, die vorhandene Infrastruktur zu nutzen, darunter 50,000 Allgemeinmediziner, 14,000 Kinderärzte und Impfzentren für örtliche Gesundheitsämter.
„Über diese Kanäle verabreichen wir normalerweise rund 30 Millionen Impfungen pro Jahr sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen, daher glauben wir, dass dies auch für die zukünftige COVID-Impfung eine ausreichende Infrastruktur ist“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.
Frankreich hat ebenfalls über Pläne für eine landesweite Lagerung und Verteilung von Impfstoffen nachgedacht, aber es seien noch keine konkreten Details verfügbar, sagte eine dem Gesundheitsministerium nahestehende Quelle.

