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Britische Glücksspielunternehmen stehen vor einer doppelten Bedrohung: Steuern und Klagen.

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Die sogenannten Sündenbranchen gelten als rezessionssicher, doch selbst der mächtige britische Wettanbieter kann sich dem Einfluss der aktuellen Labour-Regierung nicht entziehen. 

Evoke, der Eigentümer von William Hill, ist das jüngste Glücksspielunternehmen, das auf Rachel Reeves' Steuer- und Ausgabenbudget reagiert. Warnung: Das hochverschuldete Unternehmen erwägt einen Verkauf oder eine Zerschlagung. Nachdem die britische Steuerlast um schätzungsweise 135 Millionen Pfund gestiegen war, reiht sich Evoke in die Riege der etablierten Wettanbieter Flutter und Entain Group ein. Kritik am neuen SteuerregimeDies sieht eine nahezu Verdopplung der Fernspielsteuer sowie eine neue, erhöhte Wettsteuer für Fernwetten vor. Die einzige Ausnahme? Bingo, dessen Steuer (10 %) entfällt. 

Insgesamt dürften die Tarifänderungen im Glücksspielsektor der klammen Labour-Regierung jährlich über eine Milliarde Pfund einbringen. Angesichts der angespannten Haushaltslage ist das ein beträchtlicher Betrag, der nun für staatliche Prioritäten ausgegeben werden kann. Und während die Glücksspielunternehmen lautstark protestieren, setzt Labour darauf, dass die Branche die zusätzlichen Belastungen verkraften kann. 

Und wenn höhere Steuereinnahmen das Einzige wären, worüber sich die großen Glücksspielkonzerne Sorgen machen müssten, könnte die These der Labour-Partei zutreffen. Doch die großen Wettanbieter sehen sich auch anderen Bedrohungen gegenüber, nämlich den Gerichten. Und die Kosten für diese Verfahren könnten ein Vielfaches der Einnahmen aus den britischen Staatseinnahmen betragen. 

Die rechtliche Gefahr ist für die an der britischen Börse notierte Entain Group am größten, da die ehemaligen Führungskräfte Kenny Alexander und Lee Feldman nun... Ihm werden Bestechung und Betrug vorgeworfen In Großbritannien wurde gegen die beiden Männer wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit den türkischen Geschäften des Konzerns in den Jahren 2011-18 ermittelt. Obwohl die beiden Männer nicht mehr bei Entain angestellt sind, werden sich negative Feststellungen zu früheren Geschäften sicherlich auf die aktuelle Marke auswirken. 

Die größere Bedrohung jedoch gilt Entain, Flutter und anderen Glücksspielunternehmen, darunter Tipico (die kürzlich verkauft an den französischen Mischkonzern Banijay) - könnte eine Reihe von Verbraucheransprüche Die Fälle werden derzeit vor deutschen Gerichten verhandelt. Anwälte dort geben an, dass Zehntausende von Spielern Anspruch auf die Rückerstattung ihrer Verluste haben, da die großen Wettanbieter in Deutschland ohne Lizenz tätig waren. Die Schadenssumme wird auf mehrere Millionen US-Dollar geschätzt. Billion Euro, ein Betrag, der die britische Steuer im Vergleich dazu gering erscheinen lässt. 

Die Glücksspielunternehmen ihrerseits argumentieren, ihre maltesischen Lizenzen hätten ihnen erlaubt, im fraglichen Zeitraum in ganz Kontinentaleuropa tätig zu sein. Da die deutschen Gerichte nun aber den Spielern Recht gegeben haben, stellt sich die Frage: Aufstieg in der Nahrungshierarchie bis zum Europäischen GerichtshofDort wird Anfang des neuen Jahres eine wichtige Entscheidung über die Erfolgsaussichten der Klagen erwartet. Parallel dazu tobt ein ähnlicher Streit in Malta, wo die Regierung kürzlich das Gesetz C-55 verabschiedet hat. Dieses soll offenbar die großen Glücksspielkonzerne vor ausländischen Urteilen schützen, da die meisten von ihnen dort ansässig sind, um von den extrem niedrigen Körperschaftsteuersätzen der Insel zu profitieren. 

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Das Ziel der Glücksspielunternehmen scheint darin zu bestehen, jegliche positive Entscheidung – sei es durch ein deutsches Gericht oder den EuGH – schwerer durchsetzbar zu machen. So scheint Tipico beispielsweise … hat seine deutschen Aktivitäten umstrukturiert Im Vorfeld des Verkaufs an Tipico, der den neuen Eigentümer offenbar vor laufenden Rechtsstreitigkeiten schützt, stellt sich die Frage, ob andere Unternehmen in den betroffenen Märkten diesem Beispiel folgen werden. Da der EuGH voraussichtlich Anfang des neuen Jahres sein Urteil fällen wird, könnten Januar und Februar im Hinblick auf Restrukturierungen hektisch werden.

Was bedeutet das für die Verbraucher, die von der Lizenzunklarheit betroffen sind? Nun, die deutschen Opfer könnten bald Gesellschaft bekommen, da Gerüchte über ähnliche Klagen in Ländern wie den Niederlanden und Schweden kursieren. Und wenn alle Fälle gleichzeitig verhandelt werden, dürfte die britische Steuernachzahlung für die Glücksspielunternehmen ihr geringstes Problem sein. 

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