Österreichische Europaministerin Karoline Edtstadler (im Bild) betonte Österreichs Verantwortung, den Antisemitismus zu bekämpfen, unabhängig davon, ob er von ganz rechts, von Linken, Einwanderern oder sonst jemandem kommt; schreibt .

Die vorgestellte Strategie basiert auf sechs Säulen: Bildung, Sicherheit, Strafverfolgung, Integration, Dokumentation und Zivilgesellschaft.

Die österreichische Regierung stellte am 21. Januar ihre Strategie zur Bekämpfung des Antisemitismus vor, die einen verbesserten Schutz der Synagogen, eine verbesserte Aufklärung über das Judentum und eine strengere Verfolgung von Hassverbrechen gegen Juden umfasst.

Die österreichische Europaministerin Karoline Edtstadler betonte die Verantwortung Österreichs, den Antisemitismus zu bekämpfen, unabhängig davon, ob er von ganz rechts, von Linken, Einwanderern oder sonst jemandem kommt.

Die neuen Maßnahmen zielen darauf ab, den Antisemitismus in all seinen Formen und überall dort zu bekämpfen, wo er sich ausdrückt - von Online-Chat-Gruppen über Hassreden in Eckbars bis hin zu Hassäußerungen gegen Juden bei öffentlichen Protesten wie den aktuellen Kundgebungen gegen Coronavirus-Vorschriften, sagte Edtstadler.

Während der österreichischen Ratspräsidentschaft im Jahr 2018 haben die EU-Innenminister eine gemeinsame Erklärung gegen Antisemitismus verabschiedet, die unter anderem die Staaten zur Entwicklung nationaler Strategien verpflichtete. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat eine europäische Erklärung gefordert, um eine klare und eindeutige Position gegen den Antisemitismus zu gewährleisten.

Die vorgestellte Strategie basiert auf sechs Säulen: Bildung, Sicherheit, Strafverfolgung, Integration, Dokumentation und Zivilgesellschaft. Insgesamt wurden 38 konkrete Maßnahmen angekündigt, darunter die Einrichtung eines separaten Dokumentationszentrums für antisemitische Vorfälle und einer neuen Personaleinheit zur Koordinierung des Kampfes gegen den Antisemitismus. Austrian möchte auch auf europäischer Ebene enger zusammenarbeiten, indem beispielsweise Daten zu Vorfällen vergleichbar gemacht werden, wie dies auch in der EU-Erklärung gefordert wird.

Diese Strategie sei "ein Meilenstein im Kampf gegen den Antisemitismus", sagte die Karoline Edtstadler während der Präsentation. „Wir müssen das jüdische Leben schützen und sichtbar machen. Möge es gelingen. “

Auf der gleichen Pressekonferenz dankte Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, der jüdischen Gemeinde Wien, der Ministerin für ihre Arbeit. "Die beste Antwort auf Antisemitismus ist das jüdische Leben", sagte er. "Aber die politischen Pläne müssen jetzt mit Leben gefüllt werden", fügte er hinzu.

Katharina von Schnurbein, Koordinatorin der Europäischen Kommission zur Bekämpfung des Antisemitismus und zur Förderung des jüdischen Lebens, lobte die Ankündigung der österreichischen Strategie und begrüßte die Tatsache, dass das österreichische Dokumentationszentrum dafür sorgen wird, dass europaweit vergleichbares Datenmaterial gesammelt wird.

Die Strategie sei "ehrgeizig", sagte von Schnurbein.

Antisemitische Vorfälle nehmen in ganz Europa zu, einschließlich in Österreich. Während der Corona-Demonstrationen kann man Banner mit antisemitischen Symbolen sehen. Im vergangenen August überlebte der Präsident der jüdischen Gemeinde Graz einen Angriff. Der antisemitische Hintergrund des Terroranschlags in Wien im November wurde noch nicht offiziell bestätigt, aber die ersten Schüsse des Täters richteten sich gegen die jüdische Stadtsynagoge. Dies ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum die österreichische Regierung ihre Investitionen in den Schutz jüdischer Institutionen auf vier Millionen Euro verdreifacht.

"Juden sind immer die ersten, die von Diskriminierung betroffen sind", warnte Deutsch und fügte hinzu, dass der Kampf gegen den Antisemitismus eine Anstrengung der gesamten Gesellschaft sein muss, nicht nur der jüdischen Gemeinde.

Österreich verzeichnete 2019 550 antisemitische Vorfälle, sagte Edtstadler.

"Das ist doppelt so viel wie vor fünf Jahren", fügte sie hinzu