Die Kommission präsentiert erste Überlegungen zum Aufbau eines starken #SocialEurope für gerechte Übergänge

| 17, Januar 2020
Die Kommission hat eine Mitteilung zum Aufbau eines starken sozialen Europas für gerechte Übergänge vorgelegt. Darin wird dargelegt, wie die Sozialpolitik dazu beitragen wird, die Herausforderungen und Chancen von heute zu meistern, indem sie Maßnahmen auf EU-Ebene für die kommenden Monate vorschlägt und Feedback zu weiteren Maßnahmen auf allen Ebenen im Bereich Beschäftigung und soziale Rechte einholt. Bereits heute leitet die Kommission die erste Konsultationsphase mit den Sozialpartnern - Unternehmen und Gewerkschaften - zur Frage eines fairen Mindestlohns für Arbeitnehmer in der EU ein.

Valdis Dombrovskis, Executive Vice President für eine Volkswirtschaft, sagte: „Europa befindet sich in einem bedeutenden Wandel. Während wir den grünen und digitalen Wandel sowie eine alternde Bevölkerung durchlaufen, möchte die Kommission sicherstellen, dass die Menschen im Mittelpunkt stehen und die Wirtschaft für sie arbeitet. Wir haben bereits ein Instrument, die europäische Säule sozialer Rechte. Jetzt wollen wir sicherstellen, dass sich die EU und ihre Mitgliedstaaten sowie die Interessengruppen für ihre Umsetzung einsetzen. “

EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte, Nicolas Schmit, sagte: „Das Arbeitsleben von Millionen von Europäern wird sich in den kommenden Jahren ändern. Wir müssen Maßnahmen ergreifen, damit die künftige Belegschaft florieren kann. In Europas innovativer und integrativer sozialer Marktwirtschaft muss es um Menschen gehen: um qualitativ hochwertige Arbeitsplätze, die angemessen bezahlt werden. Kein Mitgliedstaat, keine Region, keine Person darf zurückgelassen werden. Wir müssen uns weiterhin um höchste Standards auf den Arbeitsmärkten bemühen, damit alle Europäer ihr Leben mit Würde und Ehrgeiz leben können. “

Europa ist heute ein einzigartiger Ort, an dem Wohlstand, Fairness und eine nachhaltige Zukunft gleichermaßen wichtige Ziele sind. In Europa haben wir einige der weltweit höchsten Lebensstandards, besten Arbeitsbedingungen und effektivsten sozialen Schutz. Die Europäer sehen sich jedoch einer Reihe von Veränderungen gegenüber, wie dem Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft, der Digitalisierung und demografischen Veränderungen. Diese Veränderungen stellen die Belegschaft vor neue Herausforderungen und Chancen. Der European Green Deal - unsere neue Wachstumsstrategie - muss sicherstellen, dass Europa die Heimat der fortschrittlichsten Wohlfahrtssysteme der Welt bleibt und ein pulsierendes Zentrum für Innovation und wettbewerbsfähiges Unternehmertum ist.

Die Publikationen bauen auf dem Europäischen Pfeiler der sozialen GrundrechteDie Kommission fordert alle EU-Länder, -Regionen und -Partner auf, ihre Standpunkte zum weiteren Vorgehen sowie ihre Pläne zur Erreichung der Ziele der Säule vorzulegen. Dies wird in die Ausarbeitung eines Aktionsplans im Jahr 2017 einfließen, der alle Beiträge widerspiegelt und auf höchster politischer Ebene zur Billigung vorgelegt wird

Die Kommission legt ihrerseits heute geplante Initiativen vor, die bereits zur Umsetzung der EU-Säule beitragen werden. Zu den Leitaktionen im Jahr 2020 gehören:

  • Faire Mindestlöhne für Arbeitnehmer in der EU
  • Eine europäische Strategie zur Gleichstellung der Geschlechter und verbindliche Entgelttransparenzmaßnahmen
  • Eine aktualisierte Kompetenzagenda für Europa
  • Eine aktualisierte Jugendgarantie
  • Plattformarbeitsgipfel
  • Grünbuch zum Thema Altern
  • Strategie für Menschen mit Behinderungen
  • Demografiebericht
  • Europäisches Rückversicherungssystem für Arbeitslosigkeit

Diese Maßnahmen bauen auf der Arbeit auf, die die EU bereits seit der Ankündigung der Säule im Jahr 2017 geleistet hat. Maßnahmen auf EU-Ebene allein reichen jedoch nicht aus. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in den Händen der nationalen, regionalen und lokalen Behörden sowie der Sozialpartner und der relevanten Akteure auf allen Ebenen. Alle Europäer sollten die gleichen Möglichkeiten zum Gedeihen haben - wir müssen das bewahren, anpassen und verbessern, was unsere Eltern und Großeltern aufgebaut haben.

Konsultation zu fairen Mindestlöhnen

Die Zahl der Erwerbstätigen in der EU ist auf einem Rekordniveau. Aber viele Werktätige haben immer noch Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen. Präsident von der Leyen hat ihren Wunsch geäußert, dass jeder Arbeitnehmer in unserer Union einen fairen Mindestlohn hat, der überall dort, wo er arbeitet, ein menschenwürdiges Leben ermöglicht.

Die Kommission leitet heute eine erste Konsultation der Sozialpartner - Unternehmen und Gewerkschaften - zur Frage eines fairen Mindestlohns für Arbeitnehmer in der EU ein. Die Kommission hört zu: Wir möchten wissen, ob die Sozialpartner der Ansicht sind, dass ein Tätigwerden der EU erforderlich ist, und wenn ja, ob sie untereinander darüber verhandeln möchten.

Es wird keinen einheitlichen Mindestlohn geben. Jeder mögliche Vorschlag spiegelt nationale Traditionen wider, egal ob Tarifverträge oder gesetzliche Bestimmungen. In einigen Ländern gibt es bereits hervorragende Systeme. Die Kommission möchte sicherstellen, dass alle Systeme angemessen sind, über eine ausreichende Abdeckung verfügen, dass die Sozialpartner eingehend konsultiert werden und dass ein geeigneter Mechanismus zur Aktualisierung vorhanden ist.

Hintergrund

Soziale Gerechtigkeit ist das Fundament der europäischen sozialen Marktwirtschaft und das Herzstück unserer Union. Sie untermauert die Idee, dass soziale Gerechtigkeit und Wohlstand die Eckpfeiler für den Aufbau einer widerstandsfähigen Gesellschaft mit den weltweit höchsten Wohlstandsstandards sind.

Der Moment ist ein Moment der Veränderung. Klimawandel und Umweltzerstörung erfordern eine Anpassung unserer Wirtschaft, unserer Branche, unserer Reise- und Arbeitsmethoden, unserer Einkäufe und unserer Ernährung. Es wird erwartet, dass künstliche Intelligenz und Robotik allein in den nächsten 60 Jahren weltweit fast 5 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen werden, während viele Arbeitsplätze sich verändern oder sogar verschwinden werden. Europas Demografie verändert sich; Heute leben wir dank der Fortschritte in der Medizin und im Gesundheitswesen länger und gesünder.

Diese Veränderungen, Chancen und Herausforderungen betreffen alle Länder und alle Europäer. Es ist sinnvoll, sie gemeinsam anzugehen und Veränderungen im Vorfeld anzugehen. Die europäische Säule sozialer Rechte ist unsere Antwort auf diese grundlegenden Ambitionen. Die Säule enthält 20 Grundsätze und Rechte, die für faire und gut funktionierende Arbeitsmärkte und Sozialsysteme im Europa des 21. Jahrhunderts von wesentlicher Bedeutung sind.

Mehr Informationen

Fragen und Antworten: Ein starkes soziales Europa für gerechte Übergänge

Factsheet: Ein starkes soziales Europa für gerechte Übergänge

Kommunikation: Ein starkes soziales Europa für gerechte Übergänge

Erste Phase der Konsultation der Sozialpartner zu fairen Mindestlöhnen in der EU

Webseite für Stakeholder-Feedback zur Implementierung der Säule

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Kategorie: Eine Vorderseite, EU, Europäische Kommission

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