EU
Investitionen in #HumanCapital sind für #SustainableDevelopment von entscheidender Bedeutung, aber auch für die Gewährleistung von Stabilität und Sicherheit im euro-mediterranen Raum
Mitglieder zivilgesellschaftlicher Vertretungsgremien aus Ländern der Europa-Mittelmeer-Region trafen sich in Turin, um die Situation der allgemeinen und beruflichen Bildung in der Region zu erörtern. Obwohl die Herausforderungen, denen sich die einzelnen Länder gegenübersehen, unterschiedlich sind, da der Zugang zu allgemeiner und beruflicher Bildung in der Region sehr unausgewogen ist, herrschte allgemeiner Konsens darüber, dass Investitionen in Humankapital für die nachhaltige Entwicklung der Länder, aber auch für die Gewährleistung regionaler Stabilität und Sicherheit von wesentlicher Bedeutung sind.
Aktuelle Daten zeigen eine allgemein schlechte Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Euromed-Region, mit begrenzter Schaffung von Arbeitsplätzen, einer niedrigen Erwerbsquote (vor allem bei Frauen, im Durchschnitt weniger als 25 %), einer extremen Benachteiligung der Beteiligung von Jugendlichen und Frauen am Arbeitsmarkt und einem Anstieg der Zahl der Personen, die weder eine Ausbildung absolvieren noch eine Beschäftigung haben oder sich in Ausbildung befinden (NEETS), die von Ausgrenzung bedroht sind. Der Bildungs- und Ausbildungssektor ist daher aufgerufen, eine zentrale Rolle dabei zu spielen, Menschen die richtigen Fähigkeiten zu vermitteln.
Luca Jahier, Präsident des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA), erklärte: „Gerade jetzt ist unser Engagement als zivilgesellschaftliche Organisationen entscheidend, um den Dialog zu fördern, Brücken zu bauen und die Zukunft der Bürgerinnen und Bürger in unseren Gesellschaften zu verbessern.“ In die gleiche Kerbe schlug auch Cesare Onestini, Direktor der Europäischen Stiftung für Berufsbildung (ETF): „Die wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg der Humankapitalentwicklung sind die Qualität, Kontinuität und Regelmäßigkeit der sozialen Konzertierung zwischen den Regierungsbehörden und den Organisationen der Sozialpartner, einschließlich der Zivilgesellschaft.“
Jahier betonte zudem, dass Bildung und Ausbildung nicht nur im Mittelmeerraum ein wichtiges Thema seien, sondern auch für die zivilgesellschaftlichen Vertretungsorgane, „die bei der Entwicklung politischer Maßnahmen in diesen Bereichen eine Schlüsselrolle spielen“. Hauptziel des Euromed-Gipfels war es, Beiträge für den Berichtsentwurf zu liefern. „Eine wirklich gemeinschaftliche Arbeit, die Empfehlungen mit echtem regionalen Mehrwert für politische Entscheidungsträger in Europa und allen anderen Mittelmeerländern hervorbringen kann“, so Jahier.
Hochwertige EVT-Systeme
Die Teilnehmer des Gipfels diskutierten die Herausforderungen im Bildungsbereich der Region und beteiligten sich an gemeinsamen Überlegungen, die in einem ausführlichen Bericht münden werden, der den Regierungen der vertretenen Länder vorgelegt wird. Im Laufe der Debatte wurden Vorschläge zur Verbesserung der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie des lebenslangen Lernens in allen Euromed-Ländern im Rahmen eines Projekts zur Konsolidierung starker Demokratien, solider Volkswirtschaften und Gesellschaften mit weniger Ungleichheiten unterbreitet. Es wurde zudem vereinbart, dass die EU zur Entwicklung eines hochwertigen Systems der beruflichen Bildung in den Euromed-Ländern beitragen sollte. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Vorschläge für gemeinsame Maßnahmen unterbreitet, um die Vernetzung, das E-Learning und die Zusammenarbeit zwischen Bildungsanbietern zu stärken, Projekte zur Berücksichtigung der Geschlechtergleichstellung in der beruflichen Bildung zu fördern und die Entwicklung nationaler Qualifikationsrahmen zu unterstützen. Der EWSA fordert die Kommission außerdem auf, in Abstimmung mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) eine Länderprogrammstrategie vorzuschlagen und ihre Arbeit mit anderen internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen, dem IWF und der Weltbank zu koordinieren.
Kontext
Ziel des Europa-Mittelmeer-Gipfels der Wirtschafts- und Sozialräte und ähnlicher Institutionen ist es, ein besseres Verständnis für die wichtigsten Probleme der organisierten Zivilgesellschaft in der Euromed-Region zu fördern und die gemeinsamen Herausforderungen zu diskutieren, denen sie gegenübersteht. In diesem Jahr wurde die Veranstaltung gemeinsam vom Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) und der Europäischen Stiftung für Berufsbildung (ETF) organisiert. Der Austausch konzentrierte sich auf Bildung und Ausbildung.
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