EU
Europäische Staats- und Regierungschefs müssen beim # Spitzenkandidaten-Prozess eine einheitliche Front zeigen
Europäische Staats- und Regierungschefs aus 27 Mitgliedsländern werden am 23. Februar in Brüssel zu einem informellen Treffen zusammenkommen, um institutionelle Fragen zu erörtern, einschließlich der Zusammensetzung des Europäischen Parlaments nach dem Brexit und des Spitzenkandidaten- oder Lead-Candidate-Verfahrens.
Dieser Prozess ermöglicht es den europäischen politischen Parteien, jeweils einen Kandidaten für das Amt des Präsidenten der EU-Kommission zu benennen. Der luxemburgische Politiker Jean-Claude Juncker ist seit 2014 Präsident. Die nächsten Europawahlen stehen für 2019 an.
Vor dem Treffen am Freitag sagten die beiden Vorsitzenden der Europäischen Grünen, Monica Frassoni und Reinhard Bütikofer: „Es ist von grundlegender Bedeutung, dass das Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs am Freitag in Brüssel den Spitzenkandidaten-Prozess unterstützt.
Wir sind überzeugt, dass dies die direkteste, transparenteste und fairste Möglichkeit ist, den europäischen Bürgern derzeit die Wahl eines Politikers zu ermöglichen, der ihre Interessen vertritt. Zudem stellt sie eine direkte Verbindung zwischen der Wahl einer politischen Familie und der Wahl des Kommissionspräsidenten her. Ein Abbruch dieses Prozesses wäre nicht nur unverantwortlich, sondern auch potenziell gefährlich. Das fragile Vertrauen in die EU, das nach dem Austritt Großbritanniens aufgebaut wurde, könnte leicht erschüttert werden.
Bei der Auswahl eines Kandidaten muss der Vertrag von Lissabon eingehalten werden, der besagt, dass der Präsident der Kommission unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Europawahlen gewählt werden muss. Es liegt nicht in der Zuständigkeit des Europäischen Rates, politischen Parteien die Wahl eines eigenen Kandidaten zu verwehren. Ein Versuch, den Spitzenkandidaten fallen zu lassen, würde zudem darauf hinweisen, dass die Forderungen nach einer offeneren, transparenteren und demokratischeren EU bei den europäischen „Führungskräften“ auf taube Ohren stoßen.
Bei allem, was wir als Grüne tun, stehen die Menschen im Mittelpunkt. Wir sind überzeugt, dass wir den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur Handlungskompetenz vermitteln, sondern ihnen auch dabei helfen müssen, Programme mit einem erkennbaren Gesicht zu identifizieren. Dieser Prozess würde auch eine stärkere Rechenschaftspflicht gewährleisten.
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