Mit Blick über die Grenzen Kasachstans hinaus schien die Zukunft nicht weniger entmutigend. Trotz seiner enormen Größe konnten nur wenige Menschen außerhalb der Region auf einer Karte auf Kasachstan zeigen. Noch weniger hätten darüber nachgedacht, wie das neue Land seinen eigenen Weg in der Welt finden könnte.
Das Land befand sich in einem Gebiet, das als abgelegen, instabil und mit großen, mächtigen Nachbarn galt. Es musste sich mit einem unerwünschten nuklearen Erbe auseinandersetzen, sowohl was das von ihm geerbte Arsenal als auch die Gesundheits- und Umweltschäden anbelangt, die ein halbes Jahrhundert Atomwaffentests verursacht hatten.
Diese Herausforderungen im In- und Ausland erklären, warum Außenminister Erlan Idrissov, der im September vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen sprach, charakteristisch ehrlich war, als er von internationalen Zweifeln sprach, dass das neue Land überleben, geschweige denn gedeihen könne. An den Fortschritten Kasachstans in den letzten 25 Jahren war nichts unvermeidlich.
Es war eine sanfte Erinnerung an den Hintergrund, vor dem Kasachstan heute beurteilt werden sollte. Es war auch ein wichtiger Grund für das Vertrauen, dass das Land die unbestrittenen Hindernisse für seine Ambitionen für die Zukunft überwinden kann.
Ein Symbol für die Distanz, die Kasachstan seit seiner Geburt als moderne, souveräne Nation zurückgelegt hat, sind die Länder, die nächste Woche auf einer hochrangigen Konferenz in Astana vertreten sein sollen: „25 Jahre Unabhängigkeit der Republik Kasachstan: Ergebnisse. Errungenschaften. Vision für die Zukunft. “ Hochrangige Politiker und führende Wissenschaftler aus China, Russland, den USA, Deutschland, Finnland, der Türkei, Polen und Schweden kommen zusammen, um ihre Gedanken zum 25-jährigen Jubiläum Kasachstans auszutauschen.
Jede dieser Nationen gehört zu denen, die starke wirtschaftliche und politische Partnerschaften mit Kasachstan geschlossen haben. Tatsächlich war die Stärke und Breite dieser Beziehungen eine der auffälligsten Errungenschaften des letzten Vierteljahrhunderts und bietet einen interessanten Diskussionsbereich für die Konferenz.
Wenn man sich auf der ganzen Welt umschaut, fällt es schwer, sich viele Länder vorzustellen, die mit dem Erfolg Kasachstans beim Aufbau derart enger Beziehungen zu einem so breiten Spektrum von Ländern mithalten können. Sie waren die Bausteine einer Außenpolitik, die es Kasachstan ermöglicht hat, eine zunehmend einflussreiche Rolle auf der Weltbühne zu spielen, und das Land wird im neuen Jahr seinen Platz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einnehmen.
Es sind auch Bindungen, die auf dem starken Engagement Kasachstans für Zusammenarbeit, Dialog und Frieden beruhen. Es ist eine Verpflichtung, die umso mächtiger ist, als sie wiederholt sowohl in Aktion als auch in Worten gesehen wurde.
Das Engagement Kasachstans für den Frieden zeigte sich beispielsweise in der frühen Entscheidung, das Testgelände in Semipalatinsk zu schließen und auf Atomwaffen zu verzichten. Kasachstan hat die Befugnis erhalten, die internationale Kampagne zur Beendigung der Atomtests und zum Übergang zu einer atomwaffenfreien Welt zu leiten.
Das Engagement Kasachstans für den Dialog zeigt sich in der wiederholten Bereitschaft Kasachstans, als Vermittler für die Entschärfung von Konflikten zu fungieren, sowie in den Bemühungen des Landes, die großen Religionen zusammenzubringen. Auch hier kann man auf den Erfolg der jungen Nation hinweisen, eine stabile und harmonische Gesellschaft aus Menschen so vieler unterschiedlicher Herkunft und Glaubensrichtungen geformt zu haben.
Das Engagement Kasachstans für die Zusammenarbeit wurde durch die unerschütterliche Unterstützung der Vereinten Nationen und anderer internationaler Gremien unterstrichen, damit die Länder zusammenkommen können, um Lösungen für die gemeinsamen Probleme Kasachstans zu finden. Die Einladung Kasachstans, die von der internationalen Gemeinschaft akzeptierte IAEO-Bank für niedrig angereicherten Uranbrennstoff zu beherbergen, ist nur ein Beispiel dafür, dass die Zusammenarbeit in praktische Maßnahmen umgesetzt wurde.
Die Welt in Kasachstan ist natürlich ganz anders als 1991. Wir haben große politische, wirtschaftliche und technologische Veränderungen erlebt, die keine Anzeichen einer Verlangsamung zeigen. Diese Unsicherheit macht die Ziele Frieden, Dialog und Zusammenarbeit jedoch noch wichtiger. Wie auf der Konferenz erörtert wird, müssen sie die Leitmotive für Kasachstan bleiben, wenn wir uns auf die nächste Stufe unserer Entwicklung als Nation vorbereiten.

