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Regionale und lokale #broadcasting in Europa - immer noch die Stimme der Regionen gehört werden?

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Europäische Audiovisuelle InformationsstelleRegionale und lokale Rundfunkmedien in Europa scheinen für viele eine letzte Bastion der Pluralität, der Vox Populi und der Demokratie zu sein. Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle, die zum Europarat in Straßburg gehört, hat gerade eine brandneue IRIS-Spezialanalyse zum aktuellen Stand des regionalen und lokalen Rundfunks in Europa veröffentlicht. Vertrauenswürdige Journalisten können eine Pressekopie von anfordern [E-Mail geschützt]

Dieser neue Bericht bietet in drei Abschnitten einen dringend benötigten Überblick über regionale audiovisuelle Medien in Europa. Der erste gibt einen umfassenden Überblick über die aktuellen nationalen Entwicklungen und Reformen in den letzten Jahren; Der zweite Teil befasst sich eingehender mit einzelnen nationalen Fallstudien regionaler und lokaler Medien - ihren Besonderheiten und regulatorischen Ansätzen. und der dritte befasst sich mit der Zukunft des regionalen und lokalen Rundfunks.

Der Bericht beginnt mit einer sozialen Analyse der regionalen Medien und ihrer Bedeutung als Diskussionsforum, Kommunikationskanal für regionale Identität oder für regionale Nachrichten, die nicht in der nationalen Berichterstattung enthalten sind. In diesem Zusammenhang werden die verschiedenen Übereinkommen und Verträge des Europarates, die auf die Förderung der Medienvielfalt und der regionalen Identität abzielen, ausführlich dargestellt.

In Kapitel 2 werden die nationalen rechtlichen und politischen Entwicklungen in den regionalen Medien in ganz Europa beschrieben. Der Bericht stellt Trends wie eine größere Flexibilität der Regeln und Vorschriften in Ländern wie Großbritannien, der Schweiz und Spanien fest. So wurden beispielsweise in den Niederlanden und Portugal Strukturreformen für mehr Effizienz in den regionalen Medien durchgeführt und in Deutschland und Russland Entwicklungen in der Werbung und in der regionalen Fensterpolitik verzeichnet.

Der Bericht beschreibt dann den Media Pluralism Monitor (MPM). Es bietet ein empirisches Mittel zur Bewertung der Risiken für den Medienpluralismus und die Medienfreiheit in jedem EU-Land. Das MPM wurde in 2015 zur Analyse der Mediensysteme von 19-EU-Ländern verwendet und zieht einige wertvolle und aussagekräftige Schlussfolgerungen. Sie sieht vor, dass bei wirksamen Garantien für den regionalen Pluralismus sowohl interne, endogene Faktoren wie z. B. eine vielfältige Programmplanung als auch externe Faktoren wie eine zunehmende Zentralisierung auf nationaler Ebene berücksichtigt werden sollten. Es fällt auf, dass das MPM feststellt, dass sich praktisch alle Länder mit Problemen in diesem Bereich befassen.

Der erste Abschnitt des Berichts schließt mit einer wertvollen Zusammenfassung der Zahl der regionalen Rundfunkveranstalter und ihrer derzeit in Europa tätigen Strukturen ab. Das MAVISE Datenbank der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle enthält Daten zu den derzeit in Europa verfügbaren 13,000-Fernsehsendern - fast 60% davon sind lokal oder regional.

Der zweite Abschnitt dieses neuen Berichts baut auf dem ersten auf und bietet eine detailliertere Länderstudie der Regionalmedien in Europa: ihre Betriebsstruktur und Regulierung. Deutschland und seine stark regional geprägte Länderstruktur werden untersucht. Neun unabhängige Regionalsender sind Teil des deutschen ARD-Systems. Der Bericht weist darauf hin, dass die detaillierte Gesetzgebung und Rechtsprechung zur Nutzung regionaler Sendefenster die deutschen Regionalmedien maßgeblich geprägt haben. Der Bericht untersucht außerdem die Gründung einer neuen zentralisierten niederländischen Stelle – der RPO – mit einer exklusiven Konzession für die Bereitstellung regionalen öffentlich-rechtlichen Rundfunks über eine Laufzeit von zehn Jahren. Das spanische System wird im Hinblick auf seine Fähigkeit analysiert, die Koexistenz öffentlich-rechtlicher und privater Regionalsender zu ermöglichen, da die Autonomen Gemeinschaften ihre regionalen Medienaktivitäten kontrollieren können. Das Schweizer System hat kürzlich den Anteil der Einnahmen aus der Rundfunkgebühr für Regionalmedien erhöht. Italien legt besonderen Wert auf die nationale Frequenzzuteilung für das Lokalfernsehen, da die italienische Regulierungsbehörde für Kommunikation, Agcom, den nationalen Plan zur Frequenzzuteilung im Juni 10 überprüft hat. Die französischen Regionalmedien stehen vor einer besonderen Herausforderung, da Frankreich 2015 seine Regionalgrenzen neu gezogen und kleinere Regionen zu größeren Verwaltungseinheiten zusammengelegt hat. Die Aufgabe der bestehenden regionalen Medienstruktur wird darin bestehen, die Berichterstattung über größere Gebiete zu gewährleisten und insbesondere die Kultur und Identität der früheren kleineren Regionen in der neuen größeren Region zu fördern. Die britische Regionalmedienlandschaft kann sich seit langem einer sehr starken regionalen Struktur rühmen, die sowohl von der BBC mit ihren Regionalfenstern als auch von den 2015 ITV-Regionen getragen wird. Das Schicksal des Regionalrundfunks in Großbritannien hängt eng mit der Finanzierung der BBC und der derzeitigen Überprüfung der Royal Charter zusammen.

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Der letzte Abschnitt des Berichts wagt einen Blick in die Zukunft des regionalen und lokalen Rundfunks. Der derzeitige wirtschaftliche Kontext ist eindeutig den regionalen Medien feindlich gesinnt, da Kürzungen zur Schließung regionaler Kanäle in ganz Europa führen. Zunehmend fragmentierte Zielgruppen und On-Demand-Konsummuster wirken sich auf traditionelle Konsummodelle aus, mit offensichtlichen Konsequenzen für den regionalen Rundfunk. Abschließend stellen die Autoren optimistisch fest, dass es aufgrund ihrer länderspezifischen Strukturen und Vorschriften eindeutig keine „Einheitslösung“ für die Herausforderungen gibt, denen sich regionale Medien gegenübersehen. Sie weisen jedoch auf „Erfolgsfaktoren“ wie interne kreative und Managementdynamik, nationale und regionale politische Unterstützung und Regulierung des Sektors, effektive und anerkannte lokale Berichterstattung sowie neue und innovative Wirtschaftsmodelle hin.

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