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#Frauenrechte: Gewalt gegen Frauen im Internet: „Die Meinungsfreiheit endet dort, wo Drohungen und schwere Beleidigungen im Spiel sind“

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BilderTerry Reintke MdEP

Frauen werden häufig online belästigt, von Beleidigungen bis hin zu Vergewaltigungs- oder körperlicher Gewaltdrohungen. Der Bericht enthält verschiedene Maßnahmen, um dieses Problem anzugehen und mehr Frauen zur Arbeit im IKT-Sektor zu ermutigen Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Frauen im digitalen Zeitalter. Die Abgeordneten debattieren am Mittwoch, dem 27. April, darüber und stimmen am folgenden Tag darüber ab. Das Europäische Parlament sprach mit dem Autor Terry Reintke, einem deutschen Mitglied der Grünen / EFA-Fraktion, darüber, wie das Internet und der IKT-Sektor für Frauen gastfreundlicher gestaltet werden können.

Das Internet hat die Welt verändert, doch die Anonymität im Internet kann verschiedene Formen von Gewalt fördern. Welchen Gefahren und Risiken sind insbesondere Frauen ausgesetzt?

Gewalt gegen Frauen begann nicht im Internet; Es ist nur eine neue Plattform, auf der Gewalt gegen Frauen oft zu einem immer größeren Problem wird. Die virtuelle Welt ist Ausdruck einer Gesellschaft, in der es viel Gewalt gegen Frauen gibt. Frauen, insbesondere diejenigen, die im Internet sehr aktiv sind, können bedroht, verfolgt oder belästigt werden, was zu echter körperlicher Gewalt führen kann.

Oft gibt es einen strafrechtlichen Rahmen, der dies verhindern soll, aber es wurden noch nicht genügend Schritte unternommen, um ihn an das digitale Zeitalter anzupassen. Polizei und Justiz müssen besser geschult werden und auf europäischer Ebene enger zusammenarbeiten, da das Internet einfach grenzüberschreitend funktioniert. Es ist auch wichtig, dass die Europäische Kommission Netzwerke unterstützt, die solche Formen von Gewalt bekämpfen. Das Internet kann auch als Mittel zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen genutzt werden.

Wo liegt die Grenze zwischen Redefreiheit und Belästigung?

Die Meinungsfreiheit, insbesondere wenn es um die Meinungsäußerung im Internet geht, ist die absolute Grundlage unseres gesellschaftlichen Diskurses. Dennoch endet die Meinungsfreiheit natürlich dort, wo Bedrohungen und starke Beleidigungen im Überfluss vorhanden sind. Es ist keine Meinungsfreiheit, Menschen auf Facebook und Twitter, insbesondere Frauen, bewusst einzuschüchtern, zu beleidigen, den Wunsch zu äußern, sie zu vergewaltigen oder körperlichen Schaden zu drohen. Darauf muss man auch auf europäischer Ebene grenzüberschreitend reagieren.

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In Ihrem Bericht heißt es, dass in Europa nur 9% der Entwickler und 19% der Unternehmer im Bereich IKT weiblich sind. Warum sind Frauen in diesem Sektor so unterrepräsentiert und was kann getan werden, um den Frauenanteil zu erhöhen?

Der IKT-Sektor ist in Europa sehr männlich dominiert, was häufig dazu führt, dass Frauen sich nicht ermutigt fühlen, als Unternehmerin aktiv zu werden oder sich um eine Stelle zu bewerben. Das ist nicht nur schlecht für Frauen, sondern auch für die Gesellschaft, denn viel Potenzial geht verloren.

Mit diesem Bericht möchten wir betonen, dass es konkrete Instrumente gibt, um dies zu ändern, beispielsweise gezieltere Investitionen in diesem Bereich, insbesondere solche, die es Frauen ermöglichen, Zugang zu Kapital zu erhalten, um kleine Start-ups zu gründen.

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EU Reporter veröffentlicht Artikel aus einer Vielzahl externer Quellen, die ein breites Spektrum an Standpunkten zum Ausdruck bringen. Die in diesen Artikeln vertretenen Positionen sind nicht unbedingt die von EU Reporter.

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