EU
Griechenland wird 26. Europäisches Land, das gleichgeschlechtliche Partnerschaften anerkennt
Die griechischen Parlamentarier haben heute einem neuen Gesetz zur Lebenspartnerschaft zugestimmt, das erstmals gleichgeschlechtliche Paare gesetzlich anerkennt. ILGA-Europa gratuliert allen LGBTI-Organisationen und Politikern, die zu diesem historischen Ergebnis beigetragen haben (am 22. Dezember). Von den 249 anwesenden Parlamentariern stimmten 194 für und 55 gegen dieses Gesetz.
Das Konzept der eingetragenen Partnerschaft existierte in Griechenland seit 2009, stand jedoch nur heterosexuellen Partnern zur Verfügung; Dies wurde vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte für diskriminierend erklärt. Als Ergebnis der Abstimmung profitieren gleichgeschlechtliche Paare nun von verschiedenen Rechten und Schutzmaßnahmen, die bisher nur verheirateten Paaren zugute kamen. Zu diesen Schutzmaßnahmen gehört auch die Erbschaft, das neue Gesetz sieht jedoch nicht die Möglichkeit vor, eine gemeinsame Adoption zu beantragen. Der Gesetzentwurf erweitert außerdem den Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität.
„Dies ist die Verwirklichung jahrelanger politischer Versprechen. Mehrere griechische Regierungen hatten darüber gesprochen, gleichgeschlechtliche Paare gesetzlich anzuerkennen, und ich freue mich, dass diese positiven Worte endlich in bedeutsame Veränderungen für Paare in Griechenland umgesetzt werden“, sagte Joyce Hamilton, Co-Vorsitzende des Vorstands der ILGA-Europa.
Evelyne Paradis, Geschäftsführerin der ILGA-Europa, kommentierte das Ergebnis: „Dies ist auch der Höhepunkt jahrelanger zivilgesellschaftlicher Kampagnen- und Interessenvertretungsarbeit.“ Die Leidenschaft der griechischen LGBTI-Bewegung war auf unserer jüngsten Jahreskonferenz in Athen spürbar – das heutige Ergebnis ist eine Belohnung für diese Überzeugung.“
Nachdem Syriza vor der Wahl versprochen hatte, gleichgeschlechtliche Paare anzuerkennen, wurde im Juni ein Gesetzentwurf veröffentlicht. Ein überarbeiteter Entwurf dieses Gesetzentwurfs wurde im November vom Justizministerium veröffentlicht.
Auf der Jahreskonferenz 2015 der ILGA-Europa in Athen bekräftigte der griechische Justizminister Nikos Paraskevopoulos das Engagement der Regierung für die Verabschiedung des Lebenspartnerschaftsgesetzes. Der Minister versicherte öffentlich, dass der Gesetzentwurf innerhalb weniger Tage nach der Konferenz zur Konsultation vorgelegt werde.
Darüber hinaus unterzeichneten Vertreter aller großen Parlamentsparteien ein detailliertes Gleichstellungsversprechen, das auch das Versprechen beinhaltete, das Gesetz zur rechtlichen Anerkennung des Geschlechts zu verbessern. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Regierung in diesen Fragen Fortschritte macht, und die ILGA-Europa freut sich darauf, 2016 mit der griechischen Regierung an den in diesem Dokument genannten offenen Anliegen zusammenzuarbeiten.
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