EU
Erneuerbare Energien: Die EU könnte jährlich 11.5 Mrd. EUR einsparen, kündigt die Industrie an
AEBIOM, EGEC und ESTIF, die die Sektoren Biomasse, Geothermie und Solarthermie vertreten, haben vor ihrem Frühjahrstreffen in Brüssel einen offenen Brief an die Staats- und Regierungschefs gerichtet.
Die wachsenden Unsicherheiten über die Krise in der Ukraine zeigen erneut alle Grenzen der Energieabhängigkeit Europas. Laut Eurostat stammte 34.5 etwa ein Drittel der gesamten Rohöl- (31.5%) und Erdgasimporte (2010%) der EU aus Russland. Die Energieabhängigkeit der EU trug nicht nur dazu bei, unseren geopolitischen Einfluss auf die internationale Arena zu schwächen, sondern führte auch zu einem dramatischen BIP-Verlust, da die EU allein 545 4.2 Mrd. EUR oder 2012% ihres BIP für den Import fossiler Brennstoffe ausgegeben hatte.
Ein Teil dieses Brennstoffs (in Form von Erdgas und Heizöl) wird zum Heizen unserer Häuser, unserer Büros oder für industrielle Zwecke verwendet. Allein diese Energiedienstleistungen machen die Hälfte des Energiebedarfs der EU aus. In diesen Sektoren sind jedoch leicht verfügbare Lösungen für erneuerbare Energien in Kombination mit Energieeffizienzmaßnahmen eine praktische und vielseitige Option, um unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Diese Option ist auch viel umweltfreundlicher und vorteilhafter als die Entwicklung von Schiefergas in Europa.
Durch die Erreichung des von den Mitgliedstaaten zwischen 2011 und 2020 vorgesehenen zusätzlichen Verbrauchs erneuerbarer Energien beim Heizen und Kühlen könnte die EU ihren Import von Erdgas aus Drittländern ab 35 um umgerechnet 2020 Mio. t RÖE (Mio. t Öläquivalent) pro Jahr reduzieren. Bei den aktuellen Importpreisen (11.5 USD / MMBtu (Mio. BTU oder British Thermal Units) oder 8.4 EUR / MMBtu) würde dies der EU insgesamt rund 11.5 Mrd. EUR pro Jahr einsparen.
In den letzten Jahren hat das mangelnde Bewusstsein und die politische Unterstützung für erneuerbare Energien zum Heizen und Kühlen nur zu einer bescheidenen Marktentwicklung in diesem Sektor geführt. Angesichts der bevorstehenden Diskussion des Europäischen Rates über die Klima- und Energiepolitik der EU nach 2020 besteht jedoch eine große Chance, diesen Trend umzukehren.
Die Dekarbonisierung unseres Energiesektors sollte nicht als Belastung, sondern als Chance für die industrielle Renaissance Europas angesehen werden. Klare Zusagen zu erneuerbaren Energien für Heizung und Kühlung sowie Energieeffizienz werden die Energieunabhängigkeit der EU stärken und gleichzeitig unsere Handelsbilanz verbessern, eine erhebliche Anzahl neuer lokaler Arbeitsplätze schaffen und unseren Verbrauchern und Industrien stabile und erschwingliche Energiepreise gewährleisten.
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