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Antonyia Parvanova: "Fast die Hälfte der europäischen Frauen hat einmal Gewalt erlebt."

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20140306PHT37711_originalGewalt hat das Leben von fast der Hälfte aller Frauen in Europa berührt. Dies schadet nicht nur den Menschen und ihren Familien, sondern verursacht auch erhebliche wirtschaftliche Kosten in Höhe von 228 Mrd. EUR pro Jahr in Europa. Vor dem Internationalen Frauentag am 8-März hat das Europäische Parlament eine gemeinsame EU-Strategie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen gefordert. Das Europäische Parlament hat es mit der Berichterstatterin Antonyia Parvanova erörtert (im Bild), ein bulgarisches Mitglied der ALDE-Fraktion.

Wie weit verbreitet ist Gewalt gegen Frauen in Europa?

Mehrere Studien zeigen, dass es in Europa ein ernstes Problem mit Gewalt gegen Frauen gibt. Eine Studie der EU-Agentur für Grundrechte zeigt, dass zwischen 20 und 25% der Frauen körperliche Gewalt erlebt haben, etwa 10% sexuelle Gewalt, während jedes Jahr sieben Frauen aufgrund von Gewalt sterben und fast die Hälfte der Frauen in Europa zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrer Gewalt sind Leben erlebten eine Form von Gewalt.

Gewalt gegen Frauen betrifft nicht nur ihr Familienleben. Was sind die Konsequenzen?

Gewalt gegen Frauen ist ein Hindernis für die uneingeschränkte Teilnahme von Frauen am wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Leben und hat auch schwerwiegende finanzielle Auswirkungen. Die wirtschaftlichen Gesamtkosten werden in der EU auf 228 Mrd. EUR pro Jahr geschätzt.

Es fehlt eine umfassende EU-Strategie. Was muss geändert werden?

Wir haben auf eine Strategie gewartet und darauf, dass die Europäische Kommission die Mitgliedstaaten ermutigt, das Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt zu ratifizieren, was bisher nicht geschehen ist. Der Frauenrechtsausschuss fordert die Kommission nun auf, eine Strategie und einen Gesetzgebungsakt zur Verhütung von Gewalt sowie eine umfassende Strategie und einen Gesetzgebungsakt zur Erhebung vergleichbarer Daten auszuarbeiten. Dies ist der stärkste Schritt, den das Parlament legal in diese Richtung unternehmen könnte. Wir rufen auch dazu auf, 2016 zum EU-Jahr zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen zu machen.

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EU Reporter veröffentlicht Artikel aus einer Vielzahl externer Quellen, die ein breites Spektrum an Standpunkten zum Ausdruck bringen. Die in diesen Artikeln vertretenen Positionen sind nicht unbedingt die von EU Reporter.

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