Entwicklung
EU kündigt zukünftige Verpflichtungen für die Entwicklungszusammenarbeit mit dem Irak
Rund 75 Millionen Euro an Entwicklungshilfe werden dem Irak im Zeitraum 2014 bis 2020 zur Verfügung gestellt, kündigte Entwicklungskommissar Andris Piebalgs heute (20. Januar) bei einem Treffen mit der irakischen Delegation unter der Leitung von Außenminister Hoshyar Zebari an. Die drei vorgeschlagenen Hauptbereiche der Zusammenarbeit sind: Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, Kapazitätsaufbau im Primar- und Sekundarbereich und nachhaltige Energie für alle.
Kommissar Piebalgs erklärte: „Die EU wird künftig den Schwerpunkt ihrer Maßnahmen auf die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit legen und den Institutionenaufbau im Irak weiterhin unterstützen, um den Wiederaufbau des Landes und die Verbesserung des Wohlstands der Bevölkerung zu fördern. Dies geschieht in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten und anderen Gebern und im Einklang mit den Plänen der Regierung.“ Zu den Herausforderungen, vor denen das Land stehe, betonte er: „Die Eskalation der Gewalt hat in den letzten Monaten die Stabilität des Landes untergraben. Die EU ist jedoch zuversichtlich, dass die irakischen Behörden auf einen erfolgreichen Übergang zur Demokratie und langfristige Stabilität zum Wohle aller irakischen Bürger hinarbeiten werden.“
Seit 2008 hat die Europäische Union dem Irak rund 157 Millionen Euro für die bilaterale Zusammenarbeit in den Bereichen Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit, Gesundheit, Wasserwirtschaft und Bildung zur Verfügung gestellt.
Die Zusammenarbeit der EU mit dem Irak steht im Einklang mit den Grundsätzen der Agenda für den Wandel. Diese sieht vor, dass die Kommission ihre Entwicklungshilfe auf die bedürftigsten Länder (z. B. die am wenigsten entwickelten Länder) und auf die Sektoren konzentriert, in denen bessere Ergebnisse erzielt werden können. Aus diesem Grund hat die bilaterale Zusammenarbeit mit dem Irak im Vergleich zur vorherigen Finanzierungsperiode (2008–2013) abgenommen. Der jüngsten Klassifizierung der Weltbank zufolge ist der Irak ein Land mit mittlerem Einkommen und gehobenem Einkommen; sein Bruttonationaleinkommen pro Kopf belief sich im Jahr 5,870 auf 2012 US-Dollar (umgerechnet 4,310 Euro). Die größten Schwierigkeiten des Irak sind nicht auf fehlende Ressourcen zurückzuführen, sondern auf politische Instabilität, schwache Kapazitäten und eine unzureichende Regierungsführung. Die Unterstützung der EU sollte daher als Katalysator für den Transfer von Fachwissen und Know-how dienen.
Die Hauptbereiche der Zusammenarbeit stehen im Einklang mit dem irakischen Nationalen Entwicklungsplan 2013-2017. Die EU wird die Reformen der irakischen Regierung in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, Kapazitätsaufbau im Primar- und Sekundarbereich und nachhaltige Energie für alle unterstützen. Die regionale und thematische Zusammenarbeit wird sich ergänzende Bereiche abdecken (zB Demokratie und Menschenrechte, Organisationen der Zivilgesellschaft und lokale Behörden).
Beispiele
Die EU unterstützt zwei Bildungsprojekte im Irak mit dem Ziel, die Unterschiede beim Zugang und der Qualität von Bildung zu verringern. Bisher wurde eine Verbesserung der Lehrmethoden, des Schulmanagements und des gesellschaftlichen Engagements bei der Ausbildung einer erheblichen Anzahl von Mitarbeitern und Partnern der Zivilgesellschaft festgestellt. In 1,200 Schulen werden kinderfreundliche Standards erfüllt und 600,000 Kinder profitieren mittlerweile von einer kindgerechten Lernumgebung, Lehr- und Lernmethoden. Im Irak gibt es eine sehr dynamische und vielfältige Zivilgesellschaft, die in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Ein EU-finanziertes Programm trägt dazu bei, die Arbeitsbeziehungen zwischen Behörden und Zivilgesellschaft zu verbessern. Es wurden Sensibilisierungssitzungen mit 1,010 Teilnehmern aus der irakischen Zivilgesellschaft und öffentlichen Behörden abgehalten.
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