Verteidigung
Dezember-Gipfel: die Abgeordneten für eine Änderung der Mentalität nennen und einen Schub für die europäische Verteidigung
Die Mitgliedstaaten müssen ihren politischen Willen und eine neue Einstellung zur europäischen Verteidigung demonstrieren, um die EU zu einem relevanten globalen Akteur und Sicherheitsanbieter mit echter strategischer Autonomie zu machen, sagten die Europaabgeordneten für auswärtige Angelegenheiten auf der 24 im Oktober. Auf dem EU-Gipfel im Dezember muss klargestellt werden, dass die europäische Dimension für die Verteidigung relevanter ist als je zuvor, und betont, dass die EU in der Lage sein muss, ihren Bürgern Sicherheit zu bieten.
Die Tagung des Europäischen Rates im Dezember, die sich seit 2008 erstmals der Sicherheit und Verteidigung widmet, sollte inhaltliche Entscheidungen treffen und als Ausgangspunkt für die laufende Diskussion auf höchster politischer Ebene und nicht als Einzelfall dienen, so die Abgeordneten in einer Entschließung von Maria Eleni Koppa (S & D, EL), die ihre Empfehlungen für den Gipfel darlegt.
Die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) müsse besser in den umfassenden außenpolitischen Ansatz der EU integriert werden. Das Potenzial der Instrumente des Lissabon-Vertrags, wie etwa die Beauftragung einer Kerngruppe von Ländern mit GSVP-Missionen, müsse ausgeschöpft werden, so die Abgeordneten. Sie fordern außerdem eine stärkere Zusammenarbeit zwischen EU und NATO durch einen komplementären Ansatz.
Die Abgeordneten fordern außerdem eine Überarbeitung der Europäischen Sicherheitsstrategie von 2003 mit einem stärkeren Fokus auf die EU-Nachbarschaft. Der Gipfel könne diesen Prozess in Gang setzen, so die Abgeordneten, und bekräftigen ihre Forderung nach einem Weißbuch zur EU-Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Auch die Überprüfung der nationalen Verteidigungspolitik sollte die europäische Dimension stärker berücksichtigen.
Stärkung der GSVP-Missionen
Die GSVP-Missionen erfüllen die Anforderungen in Bezug auf Anzahl, Aktualität und Personalausstattung nicht, stellen die Abgeordneten fest. Die EU muss flexibler entscheiden können, um verspätete Reaktionen in Krisenszenarien zu vermeiden. Sie brauche auch ein ständiges militärisches Hauptquartier und eine angemessene Frühwarn- und Nachrichtenunterstützung.
Der Gipfel sollte sich auch mit dem Thema der EU-Kampfgruppen befassen, die noch nie eingesetzt wurden.
Bekämpfe die Defizite in den Fähigkeiten
Die Mitgliedstaaten müssen enger zusammenarbeiten, um Redundanz und Doppelarbeit bei einigen Ressourcen zu vermeiden, während andere kritische Funktionen wie Luftbetankung, Satellitenkommunikation oder Drohnen Defizite aufweisen, so die Abgeordneten. Sie fordern eine wirklich kollektive Anstrengung bei der Planung und Stärkung der Rolle der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) in dieser Hinsicht.
Stärkung der europäischen verteidigungstechnologischen und industriellen Basis
In einer separaten Entschließung, die von Michael Gahler (EVP, DE) in Zusammenarbeit mit dem Industrieausschuss erarbeitet wurde, fordern die MdEP eine Stärkung der europäischen industriellen Zusammenarbeit, um sicherzustellen, dass die EU strategische Autonomie hat und ihre Bürger schützen kann. Der Verteidigungssektor sei auch eine wichtige Quelle für Wachstum und Innovation, betonen sie.
Die Fragmentierung des EU-Verteidigungsmarktes sei nicht nachhaltig, sagen die Europaabgeordneten. Sie möchten, dass der Binnenmarkt für Verteidigungsgüter gestärkt und ein gemeinsamer Ansatz für die Normung und Zertifizierung verfolgt wird, einschließlich hybrider Normen, die zivile und militärische Aspekte berücksichtigen. Jüngste Vorschläge der Kommission zur Erforschung von Technologien mit doppeltem Verwendungszweck sollten vom Europäischen Rat gebilligt werden.
Die Mitgliedstaaten, die Kommission und die Europäische Verteidigungsagentur müssen außerdem ein ehrgeiziges EU-weites System für die Versorgungssicherheit entwickeln, insbesondere für strategische Materialien und kritische Technologien.
Nächste Schritte
Die von 40 mit Ja-Stimmen zu 11 bei 7-Stimmenthaltungen (Koppa) und 40 mit Ja-Stimmen zu 12 bei 7-Stimmenthaltungen (Gahler) angenommenen Resolutionen werden vom Plenum während seiner November-Sitzung in Straßburg von 18-21 zur Abstimmung gestellt November.
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