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Der dritte Gutenberg-Moment: Dr. Drasko Acimovics Vision für den Neuen Globalen Tisch

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Während die Welt von strategischer Planung zu operativen Echtzeit-Anpassungen übergeht, stellt Dr. Draško Aćimović, ein renommierter Diplomat und Ökonom, den „Dritten Gutenberg-Moment“ vor – einen Paradigmenwechsel, der die Regeln der Weltwirtschaft und der internationalen Beziehungen grundlegend verändert. In diesem exklusiven Interview erläutert der ehemalige Botschafter und Finanzexperte, warum Nationen jetzt handeln müssen, um sich ihren Platz am „Neuen Welttisch“ zu sichern.

EU-Reporter: Dr. Aćimović, Sie haben kürzlich ein Konzept namens „Dritter Gutenberg-Moment“ vorgestellt. Das klingt nach einem historischen Wendepunkt. Könnten Sie erläutern, was dieser Moment für die moderne Welt bedeutet?

Dr. Draško Aćimović: Genau. Die Geschichte verläuft in Zyklen der Demokratisierung – des Wissens und heute auch der Macht. Der erste Gutenberg-Moment war der Buchdruck, der das Informationsmonopol brach. Der zweite war die Internetrevolution. Heute erleben wir den dritten Gutenberg-Moment: die Verschmelzung von Künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Zentralbankwährungen (CBDC).  https://thesiliconreview.com/2026/04/drasko-acimovic-on-the-third-gutenberg-moment-global-shift   

Wir bereiten uns nicht länger auf die Zukunft vor; wir sind mit ihr verschmolzen. Dies bedeutet das Ende überholter institutioneller Strukturen. So wie der Buchdruck das 15. Jahrhundert revolutionierte, definieren KI und digitale Zentralbankwährungen heute die Grundpfeiler nationaler Souveränität und menschlicher Macht neu.

EU-Reporter: Sie erwähnen, dass CBDCs und KI nicht nur technische Werkzeuge, sondern „Grundlagen einer neuen Architektur“ sind. Wie verändert dies das Konzept eines souveränen Staates?

Dr. Draško Aćimović: Im vorherigen Paradigma wurde die globale Hierarchie weitgehend durch traditionelle Finanzintermediäre und geografische Grenzen festgelegt. Der dritte Gutenberg-Moment wirkt als großer Gleichmacher. Digitale Souveränität ist heute ebenso wichtig wie physische Grenzen.

Für die Europäische Union und Staaten weltweit bedeuten digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) den Übergang zu einem dezentralen, transparenten und effizienteren Wirtschaftsmodell. Doch es geht nicht nur um die Technologie – es geht darum, wer die Regeln des nächsten Jahrhunderts bestimmt. Staaten, die frühzeitig auf dieses KI-gestützte CBDC-System setzen, modernisieren nicht nur ihre IT, sondern sichern sich auch ihre Unabhängigkeit in einer Welt, in der traditionelle Intermediäre verschwinden.

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EU-Reporter: Es wird viel über die technische Seite der KI gesprochen, aber Sie betonen die Notwendigkeit von „Architekten der Gesellschaft“. Was meinen Sie damit?

Dr. Draško Aćimović: Das ist ein entscheidender Unterschied. Wir betrachten KI oft fälschlicherweise als eine rein technische Herausforderung für IT-Experten. Doch ohne Schmiede und Schreiber wäre der Buchdruck nutzlos gewesen.

Heute brauchen wir Ethiker, Philosophen, Ärzte, Juristen und Landwirte, um die Logik der KI. Die Entwickler sind die IT-Fachleute, aber die „Architekten“ müssen die Domänenexperten sein, die sicherstellen, dass diese Systeme nutzerzentriert sind. Die Gewinner am neuen globalen Tisch https://www.notizie.it/terzo-momento-gutenberg-diplomatico-drasko-acimovic-annuncia-fase-operativa-nuovo-paradigma-globale/ Es werden nicht diejenigen mit den meisten Codezeilen sein, sondern diejenigen, die die intelligentesten und ethischsten Richtlinien in diesen Code eingebettet haben.

EU-Reporter: Wie beurteilen Sie als ehemaliger Botschafter in Brüssel die Auswirkungen dieses Wandels auf die Diplomatie und die internationalen Beziehungen?

Dr. Draško Aćimović: Die Diplomatie wandelt sich von der „strategischen Planung“ hin zur „operativen Reaktion in Echtzeit“. Wir erleben einen tektonischen Wandel, bei dem traditionelle diplomatische Protokolle durch die technologische Geschwindigkeit außer Kraft gesetzt werden.

Der institutionelle Rahmen wandelt sich in Echtzeit. Meine Warnung an die globalen Führungskräfte ist eindeutig: Wer diesen Wandel nicht versteht, bleibt Gefangene veralteter Strukturen. Dieser Übergang bietet kleineren oder aufstrebenden Volkswirtschaften ein historisches Zeitfenster, um Bedeutung und wirtschaftliche Souveränität zu erlangen, die zuvor unerreichbar waren.

EU-Reporter: Sie haben sowohl in der Diplomatie als auch im Finanzsektor hochrangige Positionen innegehabt. Was ist Ihre abschließende Botschaft an all jene, die sich derzeit in diesen „tektonischen Verschiebungen“ zurechtfinden müssen?

Dr. Draško Aćimović: Wir müssen uns bewusst machen, dass das Ende der Welt, wie wir sie kannten, bereits eingetreten ist. Wir befinden uns nun in der operativen Phase einer neuen globalen Verhandlungsrunde. Um an dieser neuen Verhandlungsrunde teilzuhaben, dürfen wir nicht länger nur Beobachter der Technologie sein. Wir müssen ihre Architekten werden und dafür sorgen, dass die Verschmelzung von digitalem Geld und künstlicher Intelligenz die Gesellschaft stärkt, anstatt sie lediglich zu automatisieren. Die Regeln der nächsten hundert Jahre werden jetzt geschrieben – es ist Zeit, die Feder zu ergreifen.


Über Dr. Drasko Acimovic: Dr. Drasko Acimovic ist ein angesehener Diplomat und Ökonom, der für seine strategischen Einblicke in globale Finanzsysteme und internationale Beziehungen bekannt ist. Seine Karriere ist geprägt von hochrangigen Führungspositionen, darunter die des Botschafters in Brüssel und des Präsidenten des größten Finanzdienstleistungsunternehmens Osteuropas, wo er die Geschäftstätigkeit in elf Ländern verantwortete. Mit seiner einzigartigen Perspektive aus Diplomatie und Wirtschaft konzentriert sich Dr. Acimovic auf die Schnittstelle von Technologie, Wirtschaft und der Zukunft souveräner Staaten. Derzeit ist er Vorstandsmitglied der Nichtregierungsorganisation East West Bridge in Bosnien und Herzegowina und trägt dort zum internationalen Dialog und zur strategischen Zusammenarbeit bei. https://en.wikipedia.org/wiki/Technological_sovereignty#cite_note-19

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