Natur 2000
Das Natura-2000-Netzwerk bietet Möglichkeiten für nachhaltigen Tourismus in ganz Europa
Die Richtlinien helfen den Standorten, Tourismus und Freizeitaktivitäten zu integrieren und gleichzeitig die wachsende Bedeutung des Ökotourismus hervorzuheben.
Die Europäische Kommission veröffentlichte neue Richtlinien Am 14. Juli wurde dargelegt, wie das europäische Natura-2000-Netzwerk geschützter Gebiete als starker Motor für nachhaltigen Tourismus wirken und gleichzeitig die Lebensräume und Arten schützen kann, die es zu schützen gilt.
Natura 2000 bildet das Herzstück der EU-Naturschutzpolitik und vereint über 27,000 Gebiete in den Mitgliedstaaten. Das Netzwerk umfasst fast ein Fünftel der Landfläche und über 10 % der Meeresfläche der EU und erlaubt wirtschaftliche Aktivitäten, einschließlich Tourismus, sofern diese die Naturschutzziele nicht gefährden. Die neuen Leitlinien konzentrieren sich darauf, dieses Gleichgewicht zu wahren.
Der Tourismus stellt einen erheblichen Anteil der EU-Wirtschaft dar und trägt dazu bei 7.1 % der Bruttowertschöpfung (um 807 Mrd. € im Jahr 2024) und sichert mehr als 20 Millionen Arbeitsplätze.
Innerhalb der Natura-2000-Gebiete erzeugt die Besucheraktivität zwischen 50 und 85 Milliarden Euro jährlich und hält bis zu 2 Millionen Vollzeitäquivalente Arbeitsplätze, insbesondere in ländlichen, Küsten- und Bergregionen.
Die Richtlinien bieten einen Rahmen für die Planung und das Management von Natura-2000-Gebieten, der Tourismus und Freizeitaktivitäten integriert und gleichzeitig die wachsende Bedeutung des Ökotourismus hervorhebt – verantwortungsvolles Reisen, das die Umwelt schont und den lokalen Gemeinschaften zugutekommt.
Seit Anfang der 1990er Jahre ist der Ökotourismus mit einer jährlichen Wachstumsrate von bis zu 34 % gewachsen und hat damit den breiteren Tourismussektor deutlich übertroffen.
Umgang mit dem Druck des Tourismus auf die Natur
Die Richtlinien erkennen das „Naturschutzparadoxon“ an: Gut geführte Schutzgebiete ziehen mehr Besucher an.was wiederum zu einem erhöhten Druck auf die Lebensräume und Arten führt, die diese Gebiete überhaupt erst attraktiv machen.
Schlecht gesteuerte Besucherströme können schnell zu Lebensraumzerstörung, Gefährdung von Arten, Umweltverschmutzung und Ressourcenknappheit führen. Um dem entgegenzuwirken, schlägt die Kommission einen vierstufigen Rahmen für ein nachhaltiges Tourismusmanagement vor:
- Identifizieren Sie Belastungen, Bedrohungen und potenzielle Vorteile im Zusammenhang mit dem Tourismus.
- Beurteilen Sie die Tragfähigkeit
- Kommunikation und Bewusstsein stärken
- Geeignete Managementmaßnahmen umsetzen
Dieser Ansatz soll Standortmanagern und Behörden helfen, Auswirkungen vorherzusehen, effektiv zu planen und eine nachhaltige Tourismusentwicklung mit Naturschutz- und Wiederherstellungszielen in Einklang zu bringen.
Die Leitlinien fördern außerdem eine vorausschauende Planung, einschließlich Strategien für das Besuchermanagement, die Bewertung potenzieller Auswirkungen und Investitionen in Bildung und Öffentlichkeitsarbeit – von Informationskampagnen und geführten Touren bis hin zu Bürgerwissenschaft und digitalen Werkzeugen.
Es unterstreicht zudem die Bedeutung der Zusammenarbeit aller Beteiligten und bringt zuständige Behörden, Tourismusunternehmen, lokale Gemeinschaften und Nichtregierungsorganisationen zusammen.
Hintergrund
Das im Rahmen der EU-Vogelschutzrichtlinie und der EU-Habitatrichtlinie gegründete Natura-2000-Netzwerk ist das größte koordinierte Netzwerk von Schutzgebieten weltweit. Es hat zum Ziel, das langfristige Überleben der wertvollsten und bedrohtesten Arten und Lebensräume Europas zu sichern.
Die neuen Leitlinien unterstützen die Umsetzung der EU-Ziele für biologische Vielfalt und nachhaltigen Tourismus, einschließlich der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030, indem sie den Mitgliedstaaten und Interessengruppen helfen, den Naturschutz mit der sozioökonomischen Entwicklung in Einklang zu bringen.
Mehr Infos
Arbeitsdokument/Leitlinien der Europäischen Kommission zu Natura 2000 und nachhaltigem Tourismus |
Natura 2000 | Europäische Kommission
Habitatrichtlinie | Europäische Kommission
Vogelschutzrichtlinie | Europäische Kommission
Biodiversitätsstrategie für 2030 | Europäische Kommission
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