Tierschutz
Das Parlament will den Heimtierhandel regulieren und den Tierschutz schützen.
Das Europäische Parlament hat die ersten EU-weiten Regeln zum Schutz von Katzen und Hunden vor Misshandlung verabschiedet und damit einen bedeutenden Fortschritt im Tierschutzrecht erzielt. Die neue Verordnung, die mit überwältigender Mehrheit von 558 Ja-Stimmen (35 Nein-Stimmen und 52 Enthaltungen) angenommen wurde, führt umfassende Standards für Zucht, Haltung, Rückverfolgbarkeit und Einfuhr von Haustieren in der gesamten Europäischen Union ein., schreibt Catherine Feore.
Die Europaabgeordnete Veronika Vrecionová (EKR, Tschechien), die als Hauptberichterstatterin fungierte, begrüßte die Abstimmung. „Heute haben wir einen wichtigen Schritt hin zu einer echten Regulierung des Handels mit Hunden und Katzen in der Europäischen Union unternommen.“
„Unsere Botschaft ist klar: Ein Haustier ist ein Familienmitglied, kein Gegenstand oder Spielzeug. Wir haben endlich strengere Regeln für Zucht und Rückverfolgbarkeit, die uns helfen, gegen diejenigen vorzugehen, die Tiere als Mittel zum schnellen Profit betrachten. Gleichzeitig schaffen wir gleiche Wettbewerbsbedingungen für ehrliche Züchter in der EU.“
Die Eurogruppe für Tiere begrüßt, dass alle Hunde und Katzen, die auf dem EU-Markt angeboten werden, identifiziert, registriert und einem Züchter und Verkäufer zugeordnet werden müssen. Dies schließe langjährige Schlupflöcher, die von illegalen Händlern ausgenutzt wurden. Gleichzeitig weist die Gruppe jedoch darauf hin, dass weiterhin wichtige Lücken bestehen: „Bestimmte Tiere sind ausgenommen, darunter Katzen auf Bauernhöfen und Hunde, die von Polizei, Militär und Zollbehörden eingesetzt werden. Dies wirft Bedenken hinsichtlich der Durchsetzung der Vorschriften und der Gleichbehandlung auf.“
Züchter, Verkäufer und Tierheime haben vier Jahre Zeit, die Vorgaben zu erfüllen, während privaten Tierhaltern längere Übergangsfristen von bis zu 10 Jahren für Hunde und 15 Jahren für Katzen eingeräumt werden.
Dieser Schritt spiegelt die wachsende Besorgnis der Öffentlichkeit um den Tierschutz wider. Rund 44 % der EU-Bürger besitzen ein Haustier, und fast drei Viertel sind der Ansicht, dass diese besser geschützt werden sollten. Angesichts des jährlich 1.3 Milliarden Euro schweren Heimtierhandels argumentieren die Abgeordneten des Europäischen Parlaments, dass harmonisierte Standards längst überfällig seien.
Andere schädliche Praktiken
Die Verordnung zielt auch auf schädliche Zuchtpraktiken ab. Sie verbietet die Zucht zwischen nahen Verwandten, wie Geschwistern oder Eltern-Kind-Paaren, und untersagt die absichtliche Zucht von Tieren mit übertriebenen körperlichen Merkmalen, die schwere Gesundheitsprobleme verursachen können. Darüber hinaus werden Praktiken wie Verstümmelung zu ästhetischen Zwecken, unnötiges Anbinden von Tieren und die Verwendung unsicherer Halsbänder verboten.
Die Einfuhrbestimmungen wurden verschärft, um Schlupflöcher zu schließen, die es zuvor ermöglichten, Tiere unter dem Deckmantel des nicht-kommerziellen Transports in die EU einzuführen und dort zu verkaufen. Nach dem neuen System müssen alle Katzen und Hunde, die zum Verkauf in die EU eingeführt werden, vor ihrer Ankunft mit einem Mikrochip gekennzeichnet und bei der Einreise registriert werden. Tierhalter, die mit ihren Tieren reisen, müssen diese ebenfalls vorab in einer Datenbank registrieren.
Das Gesetz wartet nun noch auf die endgültige Zustimmung des Rates, bevor es formell in Kraft treten kann.
Foto: Besuch bei Veeweyde, Tierschutzverein. Fotografin: Melanie Wenger © Europäische Union
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