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Die Recycling-Erfolgsgeschichte Osteuropas

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Während die EU ihre Bemühungen zur Erreichung ihrer Ziele im Rahmen des Green Deals und der Kreislaufwirtschaft verstärkt, hat sich im Wettlauf um die Reduzierung von Verpackungsabfällen ein unerwarteter regionaler Vorreiter herauskristallisiert. Osteuropa – lange Zeit als Nachzügler gegenüber den westlichen Mitgliedstaaten angesehen – erzielt nun einige der beeindruckendsten Recyclingergebnisse des Blocks. schreibt Cristian Gherasim.

Eine bedeutende Entwicklung hat die Entsorgung von Getränkeverpackungsabfällen in Osteuropa grundlegend verändert: das Pfandsystem. Ein Land sorgt dabei besonders für Aufsehen. Seit seiner Einführung im November 2023 haben die Rumänen bereits über 8 Milliarden Getränkebehälter zurückgegeben und recycelt.

Das System funktioniert nach einem einfachen Modell: Auf den Preis jeder abgefüllten Flasche wird ein kleines Pfand – üblicherweise etwa 0.50 RON (10 Cent) – aufgeschlagen. Verbraucher geben ihre leeren Behälter an Rücknahmeautomaten oder manuellen Sammelstellen in Geschäften zurück. Die gesammelten Behälter werden anschließend zu neun regionalen Zähl- und Sortierzentren transportiert. Dies gewährleistet die digitale Rückverfolgbarkeit und eine hohe Recyclingqualität gemäß dem Programm des RetuRO-Pfandsystems.

Nach Daten Herausgegeben von RetuRO Direkt im Europäischen Parlament wurde diese Woche das Pfandsystem für Getränkeverpackungen vorgestellt, das Rumäniens Recyclingproblem deutlich verbessert hat. Das osteuropäische Land sammelte in den letzten zwei Jahren über 550.000 Tonnen recycelbare Getränkeverpackungen und spülte damit rund 500 Millionen Euro in die Wirtschaft. Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft schuf über 2000 direkte und indirekte Arbeitsplätze und sparte den Kommunen Hunderte Millionen Euro an Abfallentsorgungskosten. Die Diskussionen im Europäischen Parlament hoben wichtige Erkenntnisse aus Rumäniens Pfandsystem-Erfahrung hervor. Die schnelle Einführung und die positiven ökologischen und ökonomischen Ergebnisse zeigen, wie ambitionierte Ziele, klare politische Maßnahmen und Zusammenarbeit das Recycling im großen Stil verändern können. Die im Parlament ausgetauschten Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung von politischer Kohärenz, grenzüberschreitender Zusammenarbeit und der Ausrichtung an den Zielen der EU für eine Kreislaufwirtschaft. Rumäniens Erfolg beweist, dass ein gut konzipiertes Pfandsystem nicht nur die Recyclingquoten steigern, sondern auch Arbeitsplätze schaffen, Emissionen reduzieren und ein ressourcenschonenderes Europa fördern kann.

Die Umweltauswirkungen sind ebenfalls beträchtlich. Das Recycling durch das Pfandsystem trug dazu bei, Hunderttausende Tonnen CO₂-Äquivalent-Emissionen einzusparen. hat die gleiche Wirkung wie die Pflanzung von 10 bis 22 Millionen BäumenInsgesamt hat das System etwa 310,000 Tonnen CO₂ um zu verhindern, dass sie in die Atmosphäre gelangen. In Spitzenmonaten wurde sogar eine Sammelquote von über 104 % erreicht, was das rumänische Rücknahmesystem für Getränkeverpackungen zu einem der erfolgreichsten Rücknahmesysteme Osteuropas macht.

Rumänien ist nicht das einzige Land, das beim Verpackungsrecycling neue Wege geht. Auch Litauen ist eine Erfolgsgeschichte aus Osteuropa. Das litauische Pfandsystem hat bemerkenswerte Erfolge erzielt. Jüngste Daten zeigen, dass jährlich rund 92 % der im Rahmen des Systems verkauften Getränkebehälter zurückgegeben werden. Allein im Jahr 2022 wurden über 672 Millionen Pfandverpackungen zurückgegeben. Dieses enorme Volumen führt zu erheblichen Umweltvorteilen, darunter weniger Müll, ein geringerer Bedarf an Primärmaterialien und reduzierte CO₂-Emissionen. Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Litauer das System als nützlich und effektiv zur Reduzierung von Müll in Parks und öffentlichen Plätzen wahrnimmt. Das von Užstato Sistemos Administratorius (USAD) betriebene System ist neben dem rumänischen RetuRO-Pfandsystem ein weiteres führendes Beispiel für effektives Recycling in Europa.

Polen ist zwar noch relativ neu im Recyclingbereich, kann aber vielversprechende Ergebnisse vorweisen. Seit Oktober 2025 gilt in Polen ein eigenes Pfandsystem für Einweg-Getränkebehälter. Ziel ist es, an die Erfolge von Ländern wie Rumänien und Litauen anzuknüpfen. Das polnische Programm konzentriert sich – ähnlich wie das rumänische System – auf PET-Flaschen und Metalldosen. Das Pfand beträgt 0.50 PLN (0.10 EUR-Cent) pro Behälter. Obwohl das System noch relativ neu ist und sich erst langsam durchsetzt, deuten erste Berichte auf eine steigende Beteiligung der Bevölkerung und positive Umweltauswirkungen hin, insbesondere auf die Reduzierung von Müll und die Förderung von Recyclinggewohnheiten.

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Osteuropa ist Vorreiter in der Kreislaufwirtschaft. Obwohl noch viel zu tun ist, verdeutlicht das Modell das Potenzial gut konzipierter Recyclingprogramme, die Verbraucherbeteiligung zu steigern, Abfall zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und anderen Ländern, die Kreislaufwirtschaftspraktiken vorantreiben wollen, als Vorbild zu dienen. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind beträchtlich: Osteuropäische Länder sparen Hunderte Millionen Euro – in einer Zeit, in der Geldknappheit und wirtschaftliche Schwierigkeiten immer häufiger auftreten.

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