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Luftqualität

Autoemissionen: Die Abgeordneten drängen auf ein reales Testprotokoll

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diesel-exhaust_galleryDer Umweltausschuss hat eine Aktualisierung der EU-Emissionsvorschriften für Autos verabschiedet und legt Grenzwerte für bestimmte Schadstoffe, einschließlich NOx, fest. Sie fordern, dass bis 2017 ein neues, realitätsnahes Abgastestverfahren eingeführt wird. Außerdem wollen sie, dass bis 2019 alle Neuwagen mit einem Kraftstoffverbrauchsmesser und Gangwechselanzeigen ausgestattet werden.

„Die öffentliche Gesundheit hängt von einer guten Luftqualität ab, insbesondere in Städten, in denen viele Menschen leben. Es kann durch Autoabgase und andere Schadstoffe beeinflusst werden“, sagte der federführende Europaabgeordnete Albert Dess (EVP, DE). „Der Umweltausschuss hat heute seine starke Unterstützung für den Abschluss des Emissionsverfahrens im realen Fahrbetrieb zum Ausdruck gebracht. Es ist sehr wichtig, dass Straßenfahrzeuge nicht nur im Labor, sondern auch in der realen Welt die strengen Emissionsgesetze einhalten.“

Der Bericht wurde mit 66 zu 1 Stimmen angenommen.

Die Ergebnisse des Testverfahrens, das die Grundlage für die EG-Typgenehmigung bildet, sollten die unter realen Fahrbedingungen beobachteten Emissionswerte widerspiegeln, sagen die Abgeordneten.

Die Kommission müsse daher für alle ab 2015 typgenehmigten oder zugelassenen Fahrzeuge einen echten Fahremissionstest einführen, wobei ein „Konformitätsfaktor“ nur die möglichen Toleranzen des bis 2017 geltenden Emissionsmessverfahrens widerspiegele, sagen sie.

Kraftstoffverbrauchsmesser, Schaltanzeigen

In ihren Änderungsanträgen betonen die Abgeordneten, dass das Potenzial zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und damit der Schadstoff- und Treibhausgasemissionen durch effizientes Fahrverhalten (sog. Eco-Driving) nur unzureichend ausgeschöpft wird. Sie empfehlen die Einführung obligatorischer Kraftstoffverbrauchsmessgeräte (FCM) zusammen mit Gangwechselanzeigen (GSIs), die den Fahrern Informationen darüber geben, wie sie effizient fahren können.

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Die neuen Anforderungen sollen ab 2018 für die Typgenehmigung neuer Modelle und ab 2019 für alle Neufahrzeuge in Kraft treten.

Der Gesetzentwurf ändert bestehende Regelungen zur Reduzierung der Schadstoffemissionen von Straßenfahrzeugen. Der Vorschlag konzentriert sich auf Bereiche, in denen Markt- und Regulierungsversagen die Bemühungen zur Bewältigung der übergreifenden Herausforderungen der Verbesserung der Luftqualität in der EU und der Umsetzung der Agenda für bessere Rechtsetzung behindern.

Da moderne Dieselfahrzeuge einen hohen und steigenden Anteil an NO2 an den gesamten NOx-Emissionen ausstoßen, was eine neue Herausforderung für die Luftqualität in betroffenen städtischen Gebieten darstellt, fordern die Abgeordneten die Europäische Kommission auf, die Möglichkeit zu prüfen, zusätzlich einen separaten Grenzwert für NO2 festzulegen auf den bestehenden NOx-Grenzwert.

Hintergrund

Der Legislativvorschlag zielt darauf ab, bestimmte Mängel in der bestehenden Gesetzgebung zu beheben, indem er:

  • Die Möglichkeit, Methan in die Berechnung der CO2-Emissionen einzubeziehen;
  • die Einführung eines spezifischen Emissionsgrenzwerts für Stickstoffdioxid (NO2);
  • die Änderung der Grenzwerte für Abgasemissionen nach einem Kaltstart bei niedrigen Temperaturen, da die aktuellen Emissionsgrenzwerte veraltet erscheinen, und;
  • die Möglichkeit für die Kommission, die aktuellen Testzyklen zu überprüfen und „reale Emissionen“ als Grundlage zu nehmen, da die Emissionen im realen Fahrbetrieb nicht mit denen in einer Laborumgebung übereinstimmen.

Nächste Schritte

Der Ausschuss stimmte mit 64 zu 1 Stimmen für die Aufnahme von Verhandlungen mit dem Rat der EU, um eine Einigung in erster Lesung zu erzielen, über die dann im Parlament und im Rat abgestimmt werden soll.

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