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Die EU erwartet von den lokalen Behörden und der Zivilgesellschaft, dass sie eine „grüne Infrastruktur“ bereitstellen.

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Green-Street-PflanzerDie Mitglieder des Ausschusses der Regionen (AdR) und des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) bekräftigten heute ihre Unterstützung für die Pläne der Europäischen Kommission zur Förderung einer grünen Infrastruktur (GI) und würdigten die damit verbundenen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Vorteile. Sie forderten die Kommission jedoch auf, dafür zu sorgen, dass sowohl die lokalen als auch die regionalen Gebietskörperschaften und die Zivilgesellschaft von Anfang an aktiv in den Einsatz von geografischen Angaben einbezogen werden, um den Erfolg sicherzustellen.

Der Appell erging im Rahmen einer von beiden Ausschüssen gemeinsam organisierten und von der Europäischen Kommission unterstützten Konferenz. Unter dem Titel „Grüne Infrastruktur: Regionen, Städte und Zivilgesellschaft einbeziehen“ diskutierten über 150 Vertreter der EU-Institutionen, der Zivilgesellschaft sowie lokal und regional gewählte Politiker die Pläne der Kommission. Die im Mai dieses Jahres ins Leben gerufene Initiative der Europäischen Kommission zielt auf die Förderung einer grünen Infrastruktur ab, die natürliche Prozesse und Grünflächen in die Raumplanung einbezieht und so erhebliche ökologische und wirtschaftliche Vorteile bringt. Gefördert durch die Kohäsions- und Strukturfonds der EU sowie künftige Mittel der Europäischen Investitionsbank soll die grüne Infrastruktur in andere Politikbereiche wie Landwirtschaft, Energie und Klimawandel integriert werden, um der zunehmenden Bodenerosion zu begegnen und zur Erreichung der EU-Biodiversitäts- und Europa-2020-Ziele beizutragen.

Apropos GI, Umweltkommissar Janez Potočnik sagte: „Grüne Infrastruktur bedeutet, das Konzept der Umweltintegration in die Realität umzusetzen. Dabei kommen naturbasierte Ansätze zum Einsatz, um Europas Widerstandsfähigkeit gegenüber einer Reihe erheblicher Herausforderungen zu stärken – vom Klimawandel und dem Verlust der biologischen Vielfalt bis hin zu Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Dürren. Viele regionale und lokale Behörden in der EU setzen bereits Lösungen für grüne Infrastruktur ein. Zusammen mit der Zivilgesellschaft sind sie wichtige Verbündete bei den Bemühungen der Kommission, die grüne Infrastruktur in der EU auszubauen.“

Während ihrer Eröffnungsrede Annabelle Jaeger (FR/SPE), AdR-Berichterstatterin für Grüne Infrastruktur und Mitglied des Regionalrats Provence-Alpes-Côte d'Azur, betonte zudem, dass die Verantwortung für die Planung und Umsetzung letztlich bei den lokalen und regionalen Gebietskörperschaften liege. Die Kommission müsse konkrete Leitlinien erarbeiten, die alle Politikbereiche abdecken und alle Regierungsebenen einbeziehen, argumentierte sie. „Die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften unterstützen die Vorschläge voll und ganz, doch müssen die lokalen Akteure unterstützt werden, damit sie GI-Pläne in Planungsverfahren und Entwicklungsprogramme vor Ort integrieren können. Die EU muss klare Leitlinien festlegen und einen Fahrplan entwickeln, der von lokalen und regionalen Gebietskörperschaften und anderen Interessenträgern genutzt werden kann, um die Entwicklung voranzutreiben.“ Jaeger betonte zudem die Dringlichkeit, GI jetzt in Partnerschaftsvereinbarungen und Finanzierungsprogramme zu integrieren, da sich die Verhandlungen über den EU-Haushalt 2014 in der Schlussphase befinden. Der Vorschlag zur Einrichtung einer eigenen EU-Finanzierungsfazilität wurde begrüßt, der Ausschuss schlägt jedoch vor, Investitionen der EIB und des sozialen Zusammenhalts auch dadurch zu fördern, dass ein bestimmter Prozentsatz der EU-Fördermittel aus „grauer“ Infrastruktur einem Biodiversitätsfonds zugewiesen wird.

Der EWSA begrüßte die Strategie der Kommission, äußerte jedoch Bedenken, dass der frühzeitigen Beteiligung der Zivilgesellschaft an GI-Projekten deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Adalbert KienleDer EWSA-Berichterstatter für grüne Infrastruktur erklärte: „Ob wir grüne Infrastruktur verwirklichen können, hängt von der angemessenen Einbindung regionaler und lokaler Akteure der Zivilgesellschaft – wie Unternehmen, Landwirten und Nichtregierungsorganisationen – ab. Traditionelle Spannungen im Naturschutz zwischen Schutz und Nutzung können überwunden werden, wenn grüne Infrastrukturprojekte auf Bürgerbeteiligung basieren.“ Obwohl die meisten GI-Projekte eine lokale oder regionale Dimension hätten, fügt er hinzu, hätten einige auch eine breitere europäische Dimension – wie beispielsweise die Initiative „Grünes Band Europa“, ein herausragendes ökologisches Netzwerk entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs, das sich von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer erstreckt. Der EWSA ist überzeugt, dass die EU die direkte Verantwortung für GI-Projekte auf europäischer Ebene übernehmen muss, und unterstützt den Vorschlag, ein TEN-G zur Finanzierung grüner Infrastruktur einzuführen.

Weitere Informationen

· „Grüne Infrastruktur: Regionen, Städte und Zivilgesellschaft einbeziehen“ – Konferenzmaterial

· Annabelle Jaeger (FR / PES): Stellungnahme des AdR zu Grüne Infrastruktur

· Adalbert Kienle: Stellungnahme des EWSA zu Grüne Infrastruktur,

· Mitteilung der Europäischen Kommission: Grüne Infrastruktur – Stärkung des europäischen Naturkapitals

 

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