Arbeitsumfeld
EU verschärft Verbot des Haifischfangs
Die EU hat sich darauf geeinigt, das bestehende Verbot des „Shark Finning“ zu verschärfen. Dabei handelt es sich um die Praxis, Haien auf See die Flossen abzuschneiden, um sie auf asiatischen Märkten zu verkaufen.
Das Verbot für EU-Fischerbesatzungen besteht seit 2003, aber mit Sondergenehmigungen durften sie die Flossen immer noch von Haikadavern entfernen.
Die Minister haben jetzt mit den Abgeordneten vereinbart, diese rechtliche Lücke zu schließen.
Nach Angaben der Shark Trust-Kampagne exportiert die EU 27 Prozent der in Hongkong – einem wichtigen Flossenhandelszentrum – gehandelten Flossen.
Hongkong macht mehr als die Hälfte aller weltweit gehandelten Flossen aus, so die Gruppe. Sie werden in Suppen und traditionellen Heilmitteln in Asien verwendet, wo sie viel höher geschätzt werden als der Rest des Hais.
Das Finning gilt als grausam, da die Flossen oft bei lebendigem Leib abgetrennt werden und der Hai dann ertrinkt, wenn er zurück ins Meer geworfen wird.
In einer Erklärung des EU-Rates, in dem Minister aus den 27 Mitgliedstaaten zusammengeschlossen sind, heißt es, dass das Finning zu einem ernsthaften Rückgang der Haipopulationen beigetragen habe.
Darin hieß es, dass die EU mit ihrer Politik der Beibehaltung der Flossen auch in einer besseren Position sei, sich auf internationaler Ebene für den Schutz der Haie einzusetzen.
Auf globaler Ebene landet Indonesien die höchste Tonnage an Haien.
Naturschützer argumentierten, dass die Erteilung von Sonderfischereierlaubnissen (Special Fishing Permits, SFPs), mit denen Flossen auf See entfernt werden konnten, die volle Wirksamkeit des EU-Verbots verhinderte.
Nach Angaben des Europäischen Parlaments wurden die meisten SFP an spanische und portugiesische Schiffe ausgegeben (1,266 bzw. 145 in den Jahren 2004-2010).
Portugal habe gegen die neuen Kontrollen gestimmt, sagte der Rat.
Colin Stevens
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