Energie
Von der Leyen ruft zur Einigkeit im Umgang mit der Energiekrise auf
Heute (13. April) trafen sich die EU-Kommissare, um angesichts des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten die Energielage zu erörtern. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte eine Reihe von Maßnahmen vor, die den Staats- und Regierungschefs bei einem informellen Treffen des Europäischen Rates in Zypern in der kommenden Woche präsentiert werden sollen., schreibt Catherine Feore.
Von der Leyen sagte, die jüngste Energiekrise habe die Importkosten für fossile Brennstoffe der EU in nur gut sechs Wochen um mehr als 22 Milliarden Euro erhöht, ohne dass „ein einziges Molekül Energie zusätzlich“ geliefert worden sei. Sie unterstrich damit die wirtschaftliche Belastung, die ausschließlich durch Preissprünge und Versorgungsunsicherheit verursacht werde.
Als Reaktion darauf bereitet die Europäische Kommission ein Paket aus Sofort- und Strukturmaßnahmen vor. Eine zentrale Priorität ist die stärkere Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten. „Einigkeit macht uns stark“, sagte von der Leyen und verwies auf gemeinsame Gasbeschaffungsbemühungen, die bereits erhebliche Mengen erreicht haben. Die Kommission plant nun, die Befüllung der Gasspeicher und die Freigabe der Ölreserven zu koordinieren, um zu vermeiden, dass die Länder auf den globalen Märkten miteinander konkurrieren.
Unterstützung gefährdeter und energieabhängiger Sektoren
Gleichzeitig betonte von der Leyen, dass die Regierungen zwar gefährdete Haushalte und Branchen vor den rasant steigenden Energiekosten schützen wollen, die Unterstützung jedoch „gezielt, zeitnah und befristet“ sein müsse. Sie wolle breite Subventionen vermeiden und gleichzeitig schnelle Entlastung schaffen, wobei diese im Umfang begrenzt sein sollten.
Darüber hinaus wird erwartet, dass innerhalb weniger Wochen flexiblere Beihilfevorschriften eingeführt werden, um den nationalen Regierungen mehr Handlungsspielraum zu geben.
Nachfrage eindämmen
Die Senkung des Energiebedarfs ist ein weiterer unmittelbarer Schwerpunkt. „Die günstigste Energie ist die, die nicht verbraucht wird“, bemerkte sie und hob Effizienzmaßnahmen wie Gebäudesanierungen und industrielle Modernisierungen als wichtige Instrumente zur Entlastung des Angebots hervor.
Über kurzfristige Lösungen hinaus arbeitet die Kommission an Reformen zur Senkung der strukturellen Energiekosten. Dazu gehören Anpassungen des EU-Emissionshandels, um Stabilität und Vorhersagbarkeit zu verbessern, sowie geplante Vorschläge zu Stromsteuern und Netzentgelten.
Von der Leyen stellte jedoch klar, dass die eigentliche Lehre aus der Krise Europas anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen sei. „Wir zahlen einen sehr hohen Preis für unsere übermäßige Abhängigkeit“, sagte sie.
Die langfristige Strategie der Kommission konzentriert sich auf die Beschleunigung des Übergangs zu im Inland erzeugter sauberer Energie. Erneuerbare Energien und Kernkraft decken bereits über 70 % des EU-Strombedarfs, doch weitere Investitionen in Netze, Speicher und Elektrifizierung sind notwendig. „Der einzig nachhaltige Ausweg … ist die Modernisierung“, sagte von der Leyen und forderte einen raschen Umstieg auf Elektrifizierung in Industrie, Verkehr und Wärmeversorgung.
Mit zusätzlichen EU-Mitteln und Bemühungen zur Mobilisierung privater Investitionen hofft Brüssel, die gegenwärtige Krise in einen Katalysator für ein widerstandsfähigeres und unabhängigeres Energiesystem zu verwandeln.
FOTO: Erklärung der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, zu Energiemaßnahmen. Fotograf: Dati Bendo © Europäische Union
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